• Opernkritik/Konzertkritik
    • Bayreuther Festspiele News & aktuell
      • Bayreuther Festspiele Spielplan 2016
      • Bayreuther Festspiele Spielplan 2017
      • Bayreuther Festspiele Spielplan 2018
      • Bayreuther Festspiele Spielplan 2019
      • Bayreuther Festspiele Spielplan 2020
  • Die besten Orchester der Welt – oder doch nicht?
  • Anton Schlatz
  • Impressum

Opern- & Konzertkritik Berlin

~ Klassik-Blog für Konzertberichte und Opernkritiken aus Berlin

Opern- & Konzertkritik Berlin

Archiv des Autors: Schlatz

Staatskapelle Andrew Davis: Haydn 94, Elgar Enigma

25 Dienstag Apr 2023

Posted by Schlatz in Andrew Davis, Edward Elgar, Joseph Haydn

≈ 8 Kommentare

In Würde ergrauter Vollbart, wettergegerbtes Gesicht: Den Dirigenten Andrew Davis umweht die Aura eines Schiffskapitäns, der Kap Hoorn oft umrundete. Der Brite dirigiert im Großen Saal der Staatsoper die Staatskapelle Berlin an Barenboims statt, der Unter den Linden immer abwesender scheint.

Weiterlesen →

Metzmacher DSO: Reger Klavierkonzert, Adams Harmonielehre, Plate Casino

24 Montag Apr 2023

Posted by Schlatz in DSO, Ingo Metzmacher, John Adams, Max Reger

≈ Ein Kommentar

Metzmacher dirigiert in der Philharmonie Reger und Adams, Klavierkonzert und Harmonielehre.

Ein hörenswertes Konzert des DSO.

Reger war nie unumstritten. Paul Bekker berichtete im Todesjahr 1916 von einer in Splitter und Splitterchen von Ideen zerfaserten Melodik sowie sinnlich reizloser Kunst.

Regers Klavierkonzert op. 114, 1910 unter Nikisch mit dem Gewandhausorchester erstaufgeführt, ist dreisätzig, kürzer als Brahms‘ Erstes und Zweites, steht in f-Moll wie Chopins und Rubinsteins Zweites. Dem vermeintlichen Cliché vom dick instrumentierenden Reger entspräche nur der bei aller Wucht klar gegliederte Kopfsatz. Das Largo ist ein beeindruckender Satz etwa im religioso-Ton, das Finale ein ungestümer Kehraus, dessen drei Themen, besonders das an Schumann gemahnende 2., allesamt entzücken. Ingo Metzmacher lässt dem Konzert die monumentale Erregtheit, transformiert freilich seinen Wilhelminismus in tollkühne Verve. Metzmacher groovt das DSO ein in die weiträumige Architektur von Opus 114. Und die Musiker finden immer wieder Stellen solistischer Schwärmerei.

Weiterlesen →

Staatsoper Jenůfa Asmik Grigorian

23 Sonntag Apr 2023

Posted by Schlatz in Antonello Manacorda, Asmik Grigorian, Clara Nadeshdin, Evelin Novak, Evelyn Herlitzius, Hanna Schwarz, Jenůfa, Leoš Janáček, Stephan Rügamer

≈ 5 Kommentare

Nacktes Licht, karge Inszenierung.

Das Bauerndrama von 1904, über das Janáček den Affektbogen aus Liebe, Eifersucht, Verzweiflung und Vergebung spannt, platziert Damiano Michielotto in einem von grellem Flutlicht durchspülten Einheits-Quadrat aus Transparentkunststoff (Bühne Paolo Fantin). So wenig mährische Stube, so wenig schmuckes Wams ist selten. Man steckt in ostigen 80er-Jahre-Klamotten. Trübe Nichtfarbe herrscht. Die Leute: eher vom Typ graue Maus. Es wird viel gesessen (Jenůfa) und gestanden (Laca). Von oben dräut ein Kegel aus Gletschereis. Er fängt auf gewisse Stichworte hin an zu tropfen.

Staatsoper Berlin Jenůfa Asmik Grigorian
Weiterlesen →

Guggeis Walküre: Michael Volle, Miknevičiūtė, Kampe, Kares, Watson

10 Montag Apr 2023

Posted by Schlatz in Anja Kampe, Claudia Mahnke, Dmitri Tcherniakov, Michael Volle, Mika Kares, Robert Watson, Thomas Guggeis, Vida Miknevičiūtė

≈ 13 Kommentare

So macht Wagner Spaß. Im Herbst auf die Bühne der Staatsoper gebracht, vereint die Neuproduktion von Dmitri Tscherniakow untergründige Klarheit und detaillierte Personenführung. Und hält natürlich die eine oder andere Überraschung parat. Nach den Thielemann-Abenden der Premierenserie hört sich die Staatskapelle Berlin nüchterner an, wenn auch kammermusikalisch feiner, insbesondere beim Einfädeln von Holzbläserstimmen ins Leitmotivgewebe. Aber Guggeis‘ Tutti ist hektisch, bunt gar.

Es ist ja so, dass die Sieglinde der Vida Miknevičiūtė scharf und unsinnlich klingt. Doch brennt in ihrer Stimme eine metallische Flamme, was soprantoll zu Nicht sehre dich und Hehrstes Wunder passt, weil darin so viel Not und Nicht-anders-Können liegen.

Weiterlesen →

La Forza del Destino: de León, Sabirova, Burdenko, Kurucová

10 Montag Apr 2023

Posted by Schlatz in Hulkar Sabirova, Jana Kurucová, Jorge de León, Karis Tucker, La forza del destino, Paolo Carignani, Roman Burdenko

≈ 7 Kommentare

Hilfe, Castorf! Aber der Weg der Protagonisten in Macht des Schicksals an der Deutschen Oper vom Franco-Spanien über das Italien des 2. Weltkriegs bis ins glitzernde New York führt (wie das Schlussbild suggeriert), fügt sich passgenau in Verdis hinreißende, über vier vitale Akte ausgebreitete Geschichte von zwei Liebenden, die auf Erden kein Glück finden dürfen. Von wegen Castorf, das Regie-Ungeheuer – heute dürfen sogar Mönche vor einer echt südeuropäisch barocken, detailliert aufgebauten Kirchenfassade defilieren.

Castorf wäre nicht Frank Castorf, wenn er nicht ein paar Dinge anders sähe. Leonora trägt Mitschuld am tödlichen Schuss des ersten Akts, wenn sie Alvaro in den Arm fällt, wodurch sich der Schuss erst löst. Im prachtvollen Hornanchuelos-Akt misshandelt Carlo den armen Trabuco übel. Und es bleibt unklar, ob Carlo und Leonora zum Schluss überhaupt sterben. Die unterlegten Erzählschichten (filmisch, durch Rezitation, durch Zusatzdarsteller Ronni Maciel) funktionieren ganz gut, bisweilen allerdings nervenstrapazierend. Die virtuose Drehbühne agiert als dezenter Hauptdarsteller (Aleksandar Denic).

Weiterlesen →

Strauss Arabella: Gabriela Scherer, Thomas J. Mayer, Dirk Kaftan

01 Samstag Apr 2023

Posted by Schlatz in Albert Pesendorfer, Donald Runnicles, Doris Soffel, Elena Tsallagova, Richard Strauss, Russell Braun, Thomas J. Mayer

≈ 11 Kommentare

Macht die nicht gerade zu den vielgespielten Opern zählende Arabella nur Fans von Richard Strauss glücklich?

Das muss Regisseur Tobias Kratzer vermutet haben. Denn Kratzer inszenierte Arabella an der Bismarckstraße stark modernisierend, ziemlich jetztzeitelnd und obendrein reichlich genderfroh. Die bezaubernde Oper Arabella steht eigentlich für ein super Libretto plus hinreißende Musik und fesche Charaktere. Aber denkt man beim lebensfrohen Rosenkavalier an ein entspannt sinnenfrohes Wiener Neo-Rokoko, so bei Arabella unweigerlich an verarmten Adel und Hotelsalons mit staubigen Lambrequingardinen. Und Lambrequingardinen sind genau das, was Kratzer im ersten Akt mit offensichtlicher Zeigelust vorführt.

Weiterlesen →

Staatskapelle Berlin: Rattle Mahler 9. Sinfonie

27 Montag Mär 2023

Posted by Schlatz in Claudio Abbado, Harrison Birtwistle, Simon Rattle

≈ 19 Kommentare

Konzert in der Lindenoper.

Simon Rattle dirigiert Birtwistle und Mahler.

Die bisherige Konzertsaison der Staatskapelle? Barenboim fehlt (Silvester ausgenommen), Thielemann springt nicht ein. Heute aber steht Simon Rattle am Pult, der Widmungsträger des ersten Stücks des 2022 verstorbenen britischen Komponisten Harrison Birtwistle, Donum Simoni MMXVIII. in Form einer auf dreieinhalb Minuten gestreckten Fanfare. Der sehr kurze Epilog gehört der Tuba. Wenn man annimmt, Birtwistle hätte mit Donum Simoni ein Porträt Rattles im Stil der Enigma-Variationen geschrieben, wäre Rattle ein ungeduldiger, extrem rhythmusbessessener Kerl. Man könnte sogar an Elgars G.R.S.-Variation denken, in der geschildert wird, wie eine Bulldogge in den reißenden Fluss Wye stürzt.

Staatskapelle Berlin Simon Rattle Mahler Sinfonie 9
Weiterlesen →

Oktett doppelt mit Mendelssohn und Enescu: Miecznikowski, Żyniewicz, Shibayama u.a.

24 Freitag Mär 2023

Posted by Schlatz in Felix Mendelssohn

≈ 2 Kommentare

Im Frohnauer Kulturhaus Centre Bagatelle spielen acht Musiker – jung, begabt, hungrig auf Musik – Streichoktette von Mendelssohn und Enescu. Was sich vorab nach leichter Unterhaltung anhört, ist Kammermusik großen Zuschnitts. Mendelssohns Oktett op. 20 (1825) – komponiert mit zarten 16 Jahren – puvlerisiert sofort alle diesbezüglichen Bedenken.

Sehnig schnellen die Themen, symphonisch weitet sich der Klang, und das bei lustvoll pulsierender Temponahme. Energisch das Allegro moderato, geistreich fantastisch das Scherzo. Das Finale federt. Entsprechend herzhaft ist der Einsatz für diesen frühen Mendelssohn von Hans Christian Aavik und Dmytro Udovychenco an den Violinpulten.

Weiterlesen →

Katharina Kammerloher: Mahler Wunderhorn-, Hugo Wolf Mörikelieder

22 Mittwoch Mär 2023

Posted by Schlatz in Katharina Kammerloher, Liederabend

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Es ist Liederabend! Im mit Laaser Marmor ausgelegten Apollosaal Unter den Linden, wo 36 Säulen Gebälk und Galerie tragen, verlebte einst Adolph Menzel gewiss manche Opernpause skizzierend, und heute singt dort Katharina Kammerloher, begleitet von Eric Schneider, vor der Pause Mahler, nach der Pause Wolf.

Weiterlesen →

Premiere Deutsche Oper: Arabella Tobias Kratzer

19 Sonntag Mär 2023

Posted by Schlatz in Doris Soffel, Elena Tsallagova, Gabriela Scherer, Richard Strauss, Russell Braun, Sara Jakubiak, Tobias Kratzer

≈ 10 Kommentare

Die Oper Arabella steht seit je etwas abseits, und beleibe nicht in der ersten Reihe von Straussens Opern-Schöpfungen von Salome über Rosenkavalier bis Frau ohne Schatten.

Arabella ist das letzte Opernkind der Künstlerehe Strauss-Hofmannsthal, spielt in seligen k-und-k-Zeiten, Sissi lässt grüßen. Im Vergleich zum Rosenkavalier ist Arabella melodisch heikler und das Milieu realistischer. Ein kroatischer Landmagnat, ein wahrer Naturbursche, soll den verarmten Wiener Stadtadel retten. Diese lyrische Komödie von Strauss und Hofmannsthal ist ein Abgesang auf felix Austria. Und ein Versuch, das Alte, das früher funktionierte, in eine neue Zeit zu retten.

Weiterlesen →

Deutsche Oper Salome: Miknevičiūtė, Shanahan, Ursula Hesse von den Steinen, Blondelle

18 Samstag Mär 2023

Posted by Schlatz in Axel Kober, Claus Guth, Richard Strauss, Thomas Blondelle, Vida Miknevičiūtė

≈ Ein Kommentar

Die Inszenierung von Claus Guth stellt die richtigen Fragen, ist alles andere als langweilig und klopft auf Schichten des Stoffs, die traditionelle Salome-Produktionen gern unter den Regie-Teppich kehren. Auf der anderen Seite übertreibt Guth, das Bühnenbild des Mittelteils (vom Auftritt Herodes‘ bis zum Tanz) ist ein schlechter Scherz aus Holzfurnier, das Robotergezappel hat man oft genug gesehen. Tiptop ist das Licht (Olaf Freese).

Weiterlesen →

Turandot: Pankratova, Magrì, Pape, Peretyatko

07 Dienstag Mär 2023

Posted by Schlatz in Elena Pankratova, Ivan Magrì, Jan Ježek, Olga Peretyatko, René Pape

≈ 5 Kommentare

Die Turandot an der Staatsoper Unter den Linden trendet, was nach den Corona-gebeutelten Besucherzahlen 20-22 auch die Verantwortlichen freuen dürfte. Heuer, bei der Wiederaufnahme, sitzt Mehta nicht mehr am Pult, aber Pape, Peretyatko und Pankratova sorgen für Kontinuität, als furchtloser Prinz Calaf lösen sich Magrì und Karahan ab. Stölzls raffinierte Marionetten-Turandot rettet den Premieren-Schwung in den Repertoire-Alltag. Prima, die Handhabung der Steuerseile sowie die Demontage der Puppe läuft inzwischen zwischenfallfrei (dicker Schlussapplaus für die Bühnenarbeiter).

Weiterlesen →

Richard Strauss Daphne: Romeo Castellucci, Lotte-Boecker, Pavel Černoch

06 Montag Mär 2023

Posted by Schlatz in Linard Vrielink, Pavel Černoch, René Pape, Richard Strauss, Romeo Castellucci, Vera-Lotte Böcker

≈ 2 Kommentare

Hört man Daphne ein zweites Mal, kann man das Opernspätwerk fast mögen.

Daphne ist wie Tosca, nur ohne Sex. Die Oper, Einakter, durchkomponiert, handelt von einer tödlichen Dreier-Beziehung. Daphne steht zwischen zwei Tenören, einem lyrischen, Leukippos und einem heldischen, dem Gott Apoll.

Weiterlesen →

Staatsoper Berlin: Daphne Premiere

20 Montag Feb 2023

Posted by Schlatz in Anna Kissjudit, Magnus Dietrich, Pavel Černoch, René Pape, Richard Strauss, Thomas Guggeis

≈ 21 Kommentare

Richard Strauss komponiert Daphne – Untertitel: „bukolische Tragödie“ – 1937, das Libretto schrieb der von Stefan Zweig empfohlene Joseph Gregor, Uraufführung war im Oktober 1938, Dirigent in Dresden war Karl Böhm. Wie Elektra und Ariadne zählt Daphne zu den „griechischen“ Strauss-Opern. Übersichtlich, einaktig spult die Handlung ab. Leukippos und Apoll werben um Daphne. Apoll tötet Leukippos, erkennt jedoch seine Schuld und erbittet von Zeus die Verwandlung Daphnes in ein Lorbeergewächs.

Wie inszeniert man so was?

Daphne Richard Strauss Berlin
Weiterlesen →

Staatsoper Berlin Carmen: Gaëlle Arquez, Stanislas de Barbeyrac

19 Sonntag Feb 2023

Posted by Schlatz in Bertrand de Billy, Carmen, Gaëlle Arquez, Georges Bizet, Lucio Gallo, Pretty Yende, Stanislas de Barbeyrac

≈ 12 Kommentare

Überraschung an der Staatsoper. Es gibt eine Carmen, wo sie Französin und er Franzose ist.

Wie stellt das Gaëlle Arquez, Französin, mit der Carmen an? Sie lockt, höhnt, ist amoureuse à perdre l’esprit – aber ohne Cliché. Arquez singt die Carmen als selbstbewusste Französin, schnippisch, leicht und biegsam. Kein Ton geht verloren. Sie holt es aus Bizets so exakter Musik heraus, Carmens schroffen Egoismus, ihren selbstsicheren Spott vor der Zigarettenfarbrik, ihren funkelnden vor Hass vor der Stierkampfarena. Die Habanera (L’amour est un oiseau)? Nicht theatralisch, sondern punktgenau. Die Seguidilla (Près des remparts de Séville)? Ohne Anbiederung, aber mit feiner Verve.

Weiterlesen →
← Ältere Beiträge
Neuere Beiträge →

Kommentar

Avatar von Wolfgang EckWolfgang Eck bei Ist KI echt so langweilig? Bay…
Avatar von Wolfgang EckWolfgang Eck bei Mega-uncool: Bayreuth Walküre…
Avatar von Wolfgang EckWolfgang Eck bei Ist KI echt so langweilig? Bay…
Avatar von Wolfgang EckWolfgang Eck bei Ist KI echt so langweilig? Bay…

Top-Kritiken

Die besten Orchester der Welt - oder doch nicht?
München: Otello Jonas Kaufmann
Kritik Staatsoper: Il Barbiere di Siviglia
Kritik Premiere Rigoletto Staatsoper Berlin

Klassik-Tweets aus Berlin

Meine Tweets

Orchester / Ensemble

Berliner Philharmoniker Deutsche Oper Berlin Komische Oper Konzerthausorchester Musikfest Berlin Staatskapelle Berlin Staatsoper Wien Wiener Philharmoniker

Bloggen auf WordPress.com.

  • Abonnieren Abonniert
    Opern- & Konzertkritik Berlin
    Schließe dich 137 anderen Abonnenten an

    Have a WordPress.com account? Log in now.

  • Opern- & Konzertkritik Berlin
    Website im Reader anzeigen
    Abonnements verwaltenRegistrierenAnmelden
    Melde diesen Inhalt
    Diese Leiste einklappen
Kommentare werden geladen …