Als was wird der KI-Ring in die Festivalgeschichte eingehen? Heute also in Bayreuth Die Walküre. Man kann sich nur wiederholen, die Kostüme (Pia Maria Mackert) wie aus der Zoo-Abteilung vom Karstadt, irgendwo zwischen lustig und vernachlässigbar. Und wie gestern fragt man entgeistert, wtf, ist KI echt so langweilig?
Ja, Klaus Florian Vogt. Der macht das gut. Man hört anfangs die Anstrengung vom Vortag. Wie Vogt sich um plastisches Deklamieren bemüht, wirkt fast komisch, insbesondere wenn er mehr redet als singt (der Feinde wuchsen ihm viel). Hinzu kommen ein hartes Legato und brüchige Wälserufe. Das ist alles nicht ideal. Andererseits ist der Gewinn an Genauigkeit des Singens immens. Wehwalt-Erzählung und Winterstürme wirken plötzlich wie neu. Hier hat einer den Ton für die Wälsungenliebe, für die Utopie der Todverkündigung. Hat das einer seit Peter Seiffert derart „richtig“ gesungen? Ganz eigentümlich gelungen scheint mir auch die Sieglinde-Siegmund-Szene im zweiten Aufzug. Muss man Vogt wirklich in extremer Belastung vier Mal hintereinander singen lassen?
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