Das Rheingold gibts oft in Berlin, auch wenn hier nur die Panke fließt. Jetzt auch mit Petrenko und den Berliner Philharmonikern.
Das Orchester: fokussiert die Knallpunkte, makellos herrlich die Details. Das Vorspiel atmet reines Wasserstoff-Es-Dur. Der erwachende Wotan lagert auf den Posaunen des Walhallmotivs wie auf einer wunderbar weichen Matratze. Die Leitmotive? Von den Philharmonikern wie von Echtzeit-KI in den Saal gerendert. Blendend die Musik zur Fahrt nach Nibelheim. Funkelnd das Tempo zum Nibelheim-Talk zwischen Alberich, Loge und Wotan. Es ist die unglaubliche Perfektion der konzertanten Aufführung.
Der Wotan von Christian Gerhaher ist Raisonneur, keine Macht-Type, eher Lars Eidinger als Michael Volle, eher Schaubühne als Walhalla. Gerhahers Pathos (Vollendet das ewige Werk, Abendlich strahlt) hat was von Karikatur, die Höhe meckernd (die „e“s), die Tiefe markiert. Fischer-Dieskau wirkte, wenn den Tondokumenten zu trauen ist, auf der Opernbühne ähnlich. Ein Wotan wie ein Loge. Auf seine Art ist Gerhahers Wotan dennoch einzigartig. Toll Sachen wie Geheimnis-hehr hallt mir dein Wort.
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