Ein durchaus gelungener Abend im Großen Saal der Staatsoper. Kein überladenes Programm, zwei Mal deutsch, plus einmal Ibert.
Die Dichterliebe von Schumann singt Ludovic Tézier, Franzose, Bariton, Jahrgang 68, sehr lebhaft, in rascher Folge, mit anhörbarem Deutsch, immer drängend impulsiv und zwingend in den Nuancen. Von Klanggestalt und Vortrag her steht da ein Mann, der das Drama des Lebens mit all seinen Aufs und Abs besingt. Geadelt wird op. 48 wie immer durch Heines magische Sprache. Etwas weniger gut die Wesendonck-Lieder trotz wundervoll tragender Baritonstimme. Zu laut. Man sehnte sich bei Der Engel und Träume nach dem Zauber von Téziers Halbstimme mit ihren intrikaten Registermischungen. Mehr Artikulationsschärfe wäre gut gewesen.
Außerordentlich aber zuvor die vier Don-Quichotte-Lieder von Jacques Ibert, von denen das zweite und vierte, Chanson à Dulcinée und Chanson de la Mort de Don Quichotte wunschlos glücklich machen. Die Kontrolle der Stimme ist absolut, Ausdruck und Linie, pure Schönheit der Stimme kommen zusammen, Vergleiche mit José van Dam wären angemessen. Ja, die Quatre Chansons waren vor nicht langer Zeit beim RSB zu hören, rau gesungen von Paul Gay, fesselnd aber damals auch Chanson de la Mort.
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