Der Samstag in Witten an der schönen blauen Ruhr beginnt wie der Freitag aufhörte, nämlich mit Blechbläserquintett. Der Komponist heißt jetzt Johannes Maria Staud, das Werk Jagende Wolken, Blendendes Blau! Es beweist Temperament. Und handfeste Vielstimmigkeit, ironisch vermischt mit Trompeten-Eclats und Tuben-Trance (2025, 12′, dtEA). Sechs kurze Sätze. Es spielt erneut das Ensemble Schwerpunkt. Dann übernimmt das Quatuor Diotima, es führt Werke von Kourliandski und Mason urauf.
In eigener Sache: Funny Google sperrt meine Berichte über Witten. Hier Bericht zum Festivalfreitag in Witten lesen!
Noch mal Schwerpunkt / Quatuor Diotima: Quintett von Staud, Streichquartette von Kourliandski, Mason
Von Dmitri Kourliandski kommt das Streichquartett Partially Restored Landscapes, ein Werk der Knarzereignisse und Kritzelklänge, zum Teil simultan geführt mit Musikergebrumm. Zu hören ist vage Kolibri- und Asselhaftes, alles klanglich und gestisch sehr spartanisch, alles sehr reduziert, ausgehend von Geheimsignalen von Kurzwellensendern (2026, 28′, UA). Zahlreiche durch Pausen getrennte kurze Abschnitte. Bestenfalls halb gut. Das vorwiegend leise Towards a not yet Remembered Past des Briten Christian Mason holt aktuelle Gegenwart aus 14.-Jahrhundert-Musik (2026, 35′, UA). Das Ergebnis wirkt rätselhaft und konturenvage, zartdünn die Linien. Das Werk ist nicht ohne Reiz. Sieben Sätze. Nur wenige Stellen klingen nach 1350. Meist erreicht Mason ein Gleichgewicht aus Klangsensibilität und abstrakter Lineatur. Die Kritik: zwei ganz gute, ein unnötiges Stück.
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