Der Lohengrin an der Berliner Staatsoper ist hörenswert.
Aber nicht immer sehenswert. Simone Young dirigiert.
Für die Herzogin in spe hat Elza van den Heever herbes Timbre – und wenig jungfräulichen Klang. Im Brautgemach, bei Calixto Bieito Kunstrasen-Flokati in Fabrikhalle, spielt sie mitreißend. Ihr Prunkstück ist die Höhe. Mit ihr dominiert van den Heever die Ensembles. Ihr Manko ist das unnatürliche Deutsch. Und über dem F ist sie unverständlich. Sorry, ein Vergleich mit den letzten Elsas, Nylund und Miknevičiūtė, fällt zu ihren Ungunsten aus.
Den Titelritter mimt zuerst Cutler, dann Bruns. Eric Cutler singt sorgfältig, mit gefühlvoller Halbstimme und energischem (Grals-)Leuchten in der Höhe. Das macht Freude. Aber das heroische Rezitativ (Euch Volk und Edlen mach ich kund) klingt wie Pappmaché, dazu die Diktion parfümiert. Gut Das süße Lied, auch wenn der Ton eng ist, und das Vibrato shaky. Gut gemeckert, aber mit lyrischem Zauber. Inakzeptabel find ich Wie hehr erkenn‘ ich, schwammiges Deutsch, Schluchzer, larmoyante Drücker. Anfang Februar springt Benjamin Bruns ein, der wohlverständlich wie Klaus-Florian Vogt und blitzsauber singt, doch mit ähnlich wenig Farbe. Bruns startet mit viel Schwanenritter-Flair, im 3. fehlen dann Schmelz und Poesie.
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