Siegfried und Götterdämmerung am Donnerstag und Samstag vervollständigen den ersten Durchlauf vom Bayreuther Ring des Nibelungen mit Vogt, Nylund, Volle und Thielemann.
Ganz ehrlich, gesungen wird ziemlich gut.
Der junge Siegfried von Klaus Florian Vogt tönt jugendlich schlank: enthusiastisch, aber ohne Gegröhle, draufgängerisch, aber ohne Tumbheit. Meiner Meinung nach stellen die ein, zwei Takte im Schmiedelied nach heißes Blut doch, bevor die Posaunen das Schmiedeliedmotiv schmettern, die einzige banale Stelle im gesamten Ring dar. Als Götterdämmerung-Siegfried fehlt Vogt im Duett des Vorspiels zwar der Heldenton, doch in der Gibichungenhalle werden Wagnerträume wahr. Was für ein nuancenreicher, ja, genau: sympathischer Typ ist das. Vogt wird der Siegfried seiner Zeit sein, wenn Schager, der das nun seit 15 Jahren macht, mal nicht mehr können sollte. Und bevor es Mime an den Kragen geht, singt Gerhard Siegel die Wissenswette endlich einmal detailreich und spannend. Interessant, wie im Schmiedelied die Stimmen von Vogt und Siegel derart nah beeinanderliegen.
Ich höre BR Klassik.
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