Während Berlin wegen ein paar Zentimetern angekündigten Neuschnees in Hysterie verfällt, debütiert Petr Popelka bei den Philharmonikern. Er ist gut bei Berg und Dvořák, aber die Frühlingssinfonie klingt pauschal.
Ob die Waldtaube (tschechisch Holoubek, uraufgeführt 1898 durch Janáček) hierzulande ins Repertoire findet, bleibt unklar. So lebhaft wie von Popelka dirigiert, tönt die Tondichtung Dvořáks überzeugend frisch, doch die Geschichte – den Mann vergiftet, einen anderen geheiratet, dann doch ins Wasser gegangen – wird umständlich erzählt, trotz zyklischer Themen und todverkündendem Gurren der titelgebenden Taube. Uvidíme. Ich hätte Lust auf die frühen Symphonischen Dichtungen von Smetana, Hakon Jarl, Richard III. Das Violinkonzert von Alban Berg spielen die Berliner und Gil Shaham weich, fließend, stellenweise überragend. Und Shaham spielt unendlich souverän, doch mit feinstem Instinkt. Nie sentimental, selbst in den Walzerfragmenten des Schlusses.






