Staatsoper Berlin Festtage-Ring: Barenboims Walküre oder ein Prosit auf das Hojoto

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Nabittschön, Guy Cassiers Walküre ist gar nicht so übel. Bis auf den letzten Akt. Den wünsche ich nicht mal hochnäsigen Münchener Berlinbesuchern. Und noch viel weniger den zahlreichen Vertretern des englischen Landadels (ich urteile nach dem Äußeren), die am Freitagabend die Staatsoper besuchen.

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Kritik Rheingold Staatsoper Berlin: Ekaterina Gubanova Fricka, Anna Larsson Erda

Es ist ein Elend mit Cassiers Ring. Ach Jottchen, ist dies Rheingold langweilig. Regisseur Guy Cassiers gibt der Einfallslosigkeit den Vorrang vor der Langeweile. Nur zwei Beispiele. 1. René Pape entwickelt die Standfestigkeit einer Berliner Litfasssäule.

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Parsifal Deutsche Oper: Liang Li, Violeta Urmana, Samuel Youn, Gould

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Zu den besonders tief verwurzelten Karfreitagsritualen gehört der Besuch einer Vorstellung des Parsifal. Andere Karfreitagsrituale sind generelles Fasten oder, schlimmer noch, das Essen von Nudeln mit Essigsauce oder, in diesem Jahr ungekannter Märzkälte fast am schlimmsten, ein Spaziergang im Tiergarten. Allen gemeinsam ist, dass sie eine Liebe zu rituellen Handlungen sowie eine leichte Neigung zum Masochismus voraussetzen. Nüscht wie rein in den Karfreitagsparsifal an der DOB. Weiterlesen

Rotieren wie der FC Bayern oder Stiffen your back, clench your teeth, go to DOB

Es gibt viele Möglichkeiten, ein erfülltes Osterwochenende in Berlin zu verbringen. Aber für Musikfreunde gibt es nur eine einzige. Wir zeigen, wie leistungsbereite, performance-orientierte Berliner Musikfreunde am Osterwochenende Glück und Erfüllung finden. Wie das geht? Rotationsprinzip, siehe FB Bayern München.

Am Karfreitag schlafen Sie sich erst mal aus. Los geht’s um 16 Uhr mit dem DOB-Parsifal

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Staatsoper Wien Saison 2013/2014: Anna Netrebko, Plácido Domingo, Jonas Kaufmann et al.

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Die Wiener machen klar Schiff an der Donau und haben ihre Pläne für die kommende Spielzeit veröffentlicht. Die Saison 2013/2014 der Staatsoper Wien bringt wenig Überraschendes, was die Premieren angeht. Gediegenes Opernfutter ohne die ganz großen Aufreger. Die modernste Premierenoper wird Janaceks Schlaues Füchslein sein, Uraufführung 1924. Naja, Wien eben. GMD Franz Welser-Möst lässt sich die Premiere von Fanciulla del West (Dick Johnson: Jonas Kaufmann) nicht entgehen. Andreas Homoki wird Lohengrin inszenieren, Bertrand de Billy Lohengrin dirigieren.

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Deutsche Oper Berlin Saison 2013/2014: Vittorio Grigolo Werther, Elina Garanca Marguerite, Joyce DiDonato Maria Stuarda

Was ist zum Programm der Deutschen Oper Berlin für die Saison 2013/14 zu sagen? Wagner, taisez-vous!, Rest-Europa, bitte übernehmen! Es gibt vier italienische Premieren, zwei französische Premieren, eine Britten-Premiere. Die DOB lugt nach West-Süd-West. Die Stars? OK, Jonas Kaufmann und Anna Netrebko machen einen Bogen um die DOB und führen ihre dunkel timbrierten Kehlen in die Opern von München, Wien, Chicago und New York. Dafür kommt Vittorio Grigolo für zwei konzertante Werther, Elina Garanca kommt für eine zartgliedrige Marguerite (richtige Regie inklusive), Joyce DiDonato für zwei konzertante Maria Stuardas.

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Staatsoper München Saison 2013/2014: Jonas Kaufmann Forza & Trovatore, Anna Netrebko Lady Macbeth

In Berlin weiß man, dass die Bayerische Staatsoper ein klitzekleines Bissl besser ist als eines der Berliner Häuser – zumindest meistens. Mit Sicherheit aber hin und wieder, wie der neue Spielplan 2o13/14 der Staatsoper München zeigt. Mit Jonas Kaufmann, Anna Netrebko, Elina Garanca und Anja Harteros sind auch 2013/14 wieder bekanntere Stimmen vertreten. Weiterlesen

MET 2013/2014: Anna Netrebko Tatjana, Jonas Kaufmann Werther, Vittorio Grigolo Rodolfo

Die Details der MET-Saison 2013/2014 sind raus. Thema 1: Wer singt? Jonas Kaufmann singt, Vittorio Grigolo, Anna Netrebko. Thema 2: Wer mit wem? Jonas Kaufmann mit Elina Garanca, Anna Netrebko mit Rolando Villazón und Ramón Vargas, Vittorio Grigolo mit Barbara Frittoli. Hier ist eine Auswahl der angesetzten Werke samt Besetzungen. Weiterlesen

Kritik Staatskapelle Berlin: Brahms Violinkonzert Lisa Batiashvili, Les Préludes, Berg 3 Orchesterstücke

Es ist ein Elend mit dem Winter. Der diesjährige Berliner Winter ist nicht nur unbarmherzig und unhöflich, sondern außerdem vollständig überflüssig, zumindest in seiner jetzigen Spätphase. Typisch ist, dass der Berliner Winter auf dem Potsdamer Platz am unangenehmsten ist, und nicht etwa in Pankow, in Lichterfelde oder im Grunewald.

Lisa Batiashvili. Sie spielt auf der Stradivari Joseph Joachims. Aus der holt Frau Batiashvili unten rum einen großen, dunkel vibrierenden Ton. Manchmal beginnt 

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Semperoper Dresden 2013/14: Christian Thielemann Elektra, Simon Boccanegra, Rosenkavalier

Für einen Berliner ist die Semperoper schneller zu erreichen als die Staatsoper Berlin für einen Bewohner gewisser Ecken in der Uckermark. Also?

Die Semperoper hat den Spielplan für die Saison 2013/2014 bekanntgegeben. Christian Thielemann wird die Staatskapelle in drei Produktionen dirigieren. Darunter sind die Premieren Elektra und Simon Boccanegra.

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Kritik Berliner Philharmoniker Andris Nelsons: Schostakowitsch Sinfonie Nr. 6

Herrje. Es war ein kurzer Abend. Kein Mozartabend. Keineswegs ein doller Wagnerabend. OK, ein Schostakowitschabend.

Der Autor hat Höhen und weniger hohe Höhen mit Nelsons erlebt. Die Höhen: Eroica, Staatskapelle, Schostakowitsch 8., Phillies, Rosenkavalier, Phillies. Die weniger hohen Höhen: ein rumpeliges Heldenleben, ein uninteressantes Berg-Violinkonzert, beides Mal mit den Philharmonikern. Heute erwartete ich Höhen. Hohe Höhen. Aber wie gesagt… herrje.

Mozart. OK, wenig geprobt. Nach dem Andante Moderato Nelsons bekannter, hektischer, beidhändiger Griff durchs Haupthaar. Der spektakulärste Moment im Allegro Assai war gekommen, als Nelsons

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Staatsoper Berlin: Festtage-Programm 2014 – mit Plácido D., mit Wiener Philharmonikern, mit Martha Argerich

HIER GEHT’S ZUR KRITIK DER SASHA-WALTZ-INSZENIERUNG DER FESTTAGE 2014

Dieses Jahr gehts flott. Das Programm der Festtage 2014 an der Staatsoper Berlin ist raus. Die Hauptrolle spielt erwartungsgemäß Daniel Barenboim. Die erste Überraschung ist das Gastspiel der Wiener Philharmoniker. Daniel Barenboim dirigiert Mozart. Die Opernpremiere wird Tannhäuser sein. Sasha Waltz inszeniert (2. Überraschung). Weiterlesen

Kritik Premiere Götterdämmerung Staatsoper Berlin: Ian Storey Siegfried, Iréne Theorin Brünnhilde

Hagen bezirzt Gutrune // Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de
Hagen bezirzt Gutrune vor Menschenteilen in Vollverglasung // Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de

Premiere im Schillertheater.

Guy Cassirers Inszenierung beschwört die mythische Dimension des Rings. Videos bieten verrätselt-suggestive Bebilderung. Brünnhilde lagert auf gestuftem Bauhaus-Felsen. In Glaskästen in Pergamonmuseums- bzw. Ikea-Optik wurden Teile toter Mitmenschen eingeglast und liebevoll ausgeleuchtet. Hagen und Gunther kleiden sich im fiesen Junkerstil Anno 1914, mit Lederleibchen und Hosenträgern.

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Kritik MET Parsifal: Jonas Kaufmann, Katarina Dalayman Kundry, René Pape, Peter Mattei Amfortas, Evgeny Nikitin

Übertragung auf hr2.

Vorspiel: genau 13 Minuten. Fließende Linien, weich gerundetes Klangbild, das auf hellem Streicherglanz beruht. Sehr gutes Solohorn. Abgesoftete Akzente.

René Pape: Als Gurnemanz oftmals unter Barenboim in Berlin gehört. Klangvolle Schönheit in sorgfältig beherrschter Diktion. Papes Mischung aus rhetorischer Subtilität und vibrierender Klangmacht ist nach wie vor ein gutes Rezept für Gurnemanz. Bisweilen von gesuchtem, sogar manieriertem Ausdruck, unter anderem bei eingedunkelten Vokalen („nach dem Gro-a-aaale“). Den Karfreitagszauber singt Pape mit balsamischer Ausdrucksfülle und unvergleichlichem, feinkörnigem Klangsamt.
Katarina Dalayman: Eine überzeugende Kundry mit schöner, bei Daniele Gattis Tempo mitunter ein bissl schwerfällig wirkender Stimme. Eine Freude: die warmen Pianissimi. Leuchtende Spitzen. Doch ich höre auch recht offene, belegte, ungünstig eingedunkelte Töne („dich reinen Tooooren“). Bei „der Mutter Tränen“ – und folgende Takte bis „Herzeleide starb“ – besitzt das Timbre eine mütterlich-reife Komponente. Ihr fehlt die Konzentration des Ausdrucks (besonders was die hohen Töne angeht), den man von einer Kundry Waltraud Meiers oder Evelyn Herlitzius‘ zu erwarten gewohnt ist. Weiterlesen

Kritik RSB Siegfried Marek Janowski: Stephen Gould Siegfried, Violeta Urmana Brünnhilde

Der Nachteil beim Siegfried: Man kommt erst kurz vor Mitternacht nach Hause. Der Vorteil: Götterdämmerung geht noch länger. Es gibt zudem Leute, die nicht in Siegfried gehen, weil es dreieinhalb Stunden dauert, bevor die erste ernstzunehmende Frau auftaucht. Und damit zum heutigen Abend. Der RSB-Siegfried liegt auf der Linie der bisherigen konzertanten Wagneraufführungen durch das RSB: exzellentes Ensemble, ausgezeichnet eingestelltes Orchester.

Stephen Gould: Ein Siegfried ohne klassisches Heldentenormetall, aber mit durchsetzungsfähiger Höhe. Ausnehmend tonschöne Stimme in der Mitte und Tiefe. Die Negativa: Stephen Goulds Humor klingt naiv, seine Lyrik brav – außer im Finale des 3. Akts, das Stephen Gould souverän und mit ausreichenden Reserven meistert. Goulds „Selige Öde auf sonniger Höh'“ dürfte keine Brünnhilde dieser Welt in erwartungsvolle Ekstase versetzen. Weiterlesen