• Opernkritik/Konzertkritik
    • Bayreuther Festspiele News & aktuell
      • Bayreuther Festspiele Spielplan 2016
      • Bayreuther Festspiele Spielplan 2017
      • Bayreuther Festspiele Spielplan 2018
      • Bayreuther Festspiele Spielplan 2019
      • Bayreuther Festspiele Spielplan 2020
  • Die besten Orchester der Welt – oder doch nicht?
  • Anton Schlatz
  • Impressum

Opern- & Konzertkritik Berlin

~ Klassik-Blog für Konzertberichte und Opernkritiken aus Berlin

Opern- & Konzertkritik Berlin

Kategorien-Archiv: Christian Thielemann

Mega-uncool: Bayreuth Walküre Thielemann mit Volle, Vogt & co

29 Mittwoch Jul 2026

Posted by Schlatz in Camilla Nylund, Christian Thielemann, Elza van den Heever

≈ 2 Kommentare

Als was wird der KI-Ring in die Festivalgeschichte eingehen? Heute also in Bayreuth Die Walküre. Man kann sich nur wiederholen, die Kostüme (Pia Maria Mackert) wie aus der Zoo-Abteilung vom Karstadt, irgendwo zwischen lustig und vernachlässigbar. Und wie gestern fragt man entgeistert, wtf, ist KI echt so langweilig?

Ja, Klaus Florian Vogt. Der macht das gut. Man hört anfangs die Anstrengung vom Vortag. Wie Vogt sich um plastisches Deklamieren bemüht, wirkt fast komisch, insbesondere wenn er mehr redet als singt (der Feinde wuchsen ihm viel). Hinzu kommen ein hartes Legato und brüchige Wälserufe. Das ist alles nicht ideal. Andererseits ist der Gewinn an Genauigkeit des Singens immens. Wehwalt-Erzählung und Winterstürme wirken plötzlich wie neu. Hier hat einer den Ton für die Wälsungenliebe, für die Utopie der Todverkündigung. Hat das einer seit Peter Seiffert derart „richtig“ gesungen? Ganz eigentümlich gelungen scheint mir auch die Sieglinde-Siegmund-Szene im zweiten Aufzug. Muss man Vogt wirklich in extremer Belastung vier Mal hintereinander singen lassen?

Weiterlesen →

Ist KI echt so langweilig? Bayreuth 2026 Rheingold Thielemann

28 Dienstag Jul 2026

Posted by Schlatz in Christian Thielemann, Klaus-Florian Vogt, Marie Henriette Reinhold

≈ 6 Kommentare

Really? Das Jubi-Rheingold ist da, 150 Jahre Ring in Bayreuth, und es gibt quasi keine Inszenierung. Die Sänger machen einen auf Standbild, die Videos rasen ziemlich random durch 150 Jahre Bühnenstory. Aber sonst passiert 144 lange Musikdrama-Minuten – nichts. So will es Marcus Lobbes, Konzeptverantwortlicher beim Ring des Nibelungen 2026. So will es Katharina Wagner. Oder? Kostüme (Pia Maria Mackert): irgendwo zwischen lustig und vernachlässigbar. Ist KI echt so langweilig?

Die Besetzung kommt derzeit noch ohne KI aus und ist, Hand aufs Wagnerianer-Herz, hörenswert.

Michael Volle, der tatsächlich hier und heute seinen ersten Bayreuth-Wotan singt, ist in Rheingold kein Gott, sondern eine Type. Volle, der anfangs müde wirkt, ist ein hellklingender, gestochen Silben-klarer Wotan, als Göttervater gleich gebieterisch und fahrig, intelligent und altersgereizt, immer mit einer grandiosen Schippe Ironie gesungen. Anna Kissjudit, oft als Erda gehört, lässt ihre Fricka dank extra viel Stimme ins Mythische wachsen, doch – kleine Kritik – nicht immer schließt sich bei ihr der Klang zum Porträt. Und Erda Christa Mayer, oft als Fricka gehört, steigt als allwissende Untote aus dem Orkus des germanischen Mythos.

Die Schwarzalben glänzen. Jochen Schmeckenbechers Alberich-Porträt lässt ein gewisses Alter hören, aber er ist in der Rheinszene souverän und in der Nibelheimszene prall vor Jähzorn. Seine Herrschlust – vor den habt Acht!-Rufen – wird gepusht durch konsonantische Schärfe, seine Verfluchung des Rings durch gestisches Singen lebendig. Gut auch Gerhard Siegel als Mime, gut der Zorn der Verzweiflung in Wir lachten lustig der Müh‘.

Ich höre BR Klassik, um zwei Stunden zeitversetzt.

Weiterlesen →

Thielemann Staatskapelle: Strauss Lieder Julia Kleiter, Konstantin Krimmel, Beethoven 6.

14 Dienstag Apr 2026

Posted by Schlatz in Christian Thielemann, Julia Kleiter

≈ 2 Kommentare

Orchesterlieder von Richard Strauss mit Kleiter und Krimmel. Die Staatskapelle Berlin spielt. Die Strausslieder mischen Bekanntes und weniger Bekanntes.

Aus dem hinreichend bekannten op. 27 kommen die Nummern 1 und 4, beide singt Julia Kleiter. Ruhe meine Seele ist von bekenntnishafter Kraft (Henckell, Nicht ein Lüftchen), hat große dynamische Gegensätze. Wenn in Strophe drei Herz und Hirn in Not sind, so ist es Kleiters Sopran gerade nicht. Morgen ist hingegen eine „lichte Glücksvision“ (Mackay, Und morgen wird). Moment. Singt Kleiter Morgen etwa als Zwiegespräch? Und nicht wie Fleming mit einem komplizenhaften Lächeln in der Stimme. Sondern als leises, konzentriertes Zwiegespräch mit dem Zuhörer im Saal. Irre.

Weiterlesen →

Schlamassel mit Ansage: Staatsoper Berlin Schweigsame Frau Premiere

20 Sonntag Jul 2025

Posted by Schlatz in Christian Thielemann

≈ 6 Kommentare

Diese Premiere ist anders.

Diese Oper kennt man nicht. Man weiß im ersten Akt nicht, ob das Werk überhaupt funktioniert. Im zweiten auch nicht, wenn man ehrlich ist. Erst im dritten denkt man: Das klappt. Mit dem lieto fine, mit dem dünnhäutigen Bass-Griesgram, der Lebensfreude und Lachen wiederfindet, und mit Richard Strauss.

Strauss komponiert Die schweigsame Frau ab Februar 1933. Uraufführung ist im Juni 1935 in Dresden. Das Libretto schrieb kein geringerer als Stefan Zweig, was Strauss‘ einzige Komische Oper doppelt attraktiv macht. Nur hier und da zu viel 30er-Humorharmlosigkeit.

Wobei das Personal bestens Buffa-tauglich ist. Da ist ein pensionierter Flottenadmiral Seiner Majestät des Königs, extrem lärmempfindlich, sehr reich, mit Namen Morosus. Dem sein Physiotherapeut (im Libretto: sein Barbier, Bariton) den Floh ins Ohr setzt, zu heiraten. Ein totgeglaubter Neffe, Tenor, kehrt frisch aus Italien zurück, und mit ihm eine famose, lärmende Operntruppe. Darunter befindet sich die Frau des Neffen, Aminta, ein Soprano leggero, der zum quirligen Dreh- und Angelpunkt einer fix anberaumten Hochzeit wird, in der Gefühl und Fake nicht mehr zu unterscheiden sind. Das sind Buffa-Typen wie aus dem Opern-Lehrbuch. Aber von Zweig werden sie mit Charakter angefüllt, mit Menschlichkeit versehen. Die Handlung in Kurzform: ein Schlamassel mit Ansage.

Weiterlesen →

Staatskapelle: Liszt, Morley, Strauss, Tasso, Thielemann

06 Sonntag Jul 2025

Posted by Schlatz in Christian Thielemann

≈ 3 Kommentare

Thielemann und Staatskapelle pflegen Strauss und raren Liszt.

Von den beiden Erstlingswerken unter Liszts immerhin 12 Symphonischen Dichtungen tönt das seltene Ce qu’on entend sur la montagne (Was man auf dem Berge hört, Berg-Symphonie) heute frischer als der bekanntere Tasso. Die Berg-Symphonie wirkt zu Hause auf mp3 sperrig und viel zu lang. Klauwell bemängelte schon 1910 „völlige Formlosigkeit“ und „endlose Wiederkehr der Motive“. Aber im Großen Saal der Staatsoper geht die Exposition runter wie Öl. Die Reprise haut mit genialer Redundanz um. Da türmen sich Themen wie 20 Jahre später bei einer Apotheose vom Bruckner. So ist es: Eine Symphonische Dichtung ist keine Symphonie und funktioniert fundamental anders. So klingt Neues: unberechenbar, bewusst frappierend. Der Verklärungsschluss fordert das Publikum. So applaudiert es leicht ratlos.

Für Liszt hat die Staatskapelle Klangpracht und Eloquenz.

Weiterlesen →

Thielemann, Staatskapelle, Henze, 6. Bruckner

25 Dienstag Mär 2025

Posted by Schlatz in Christian Thielemann

≈ Ein Kommentar

Thielemann bei der Staatskapelle im Großen Saal Unter den Linden.
Bruckners Sechste zählte vor einiger Zeit noch zu den weniger gespielten Sinfonien.

Zuerst der Kopfsatz. So schlüssig gibt es den selten: Wie der austariert wird zwischen übergeordnetem Verlauf und dem Detailgeschehen in den verschiedenen Themenabschnitten. Höhepunkt sind da entweder der A-Dur-Durchbruch der Reprise oder die Coda. Heute ist es die Reprise in voller Ausinstrumentierung, mustergültig eingeleitet von der „falschen“ Es-Dur-Reprise. Christian Thielemann leitet und lässt die Themen klangintensiv ausspielen, was wirkungsvoll kontrastiert wird mit den langen Aus- und Abklangphasen, als lägen diese fast außerhalb der Stückprozessualität. Die Trompeten erhalten Erlaubnis zu schmettern. Bei den mit Volldampf genommenen Kulminationsstellen mit ihren Stimmschichtungen kämpfen die Musiker heroisch um perfekte Koordination.

Weiterlesen →

Thielemann: Bruckner f+d

02 Samstag Mär 2024

Posted by Schlatz in Christian Thielemann

≈ Ein Kommentar

Österreich in den 1860ern: Der Maler Waldmüller lebt bis 1865, der Schriftsteller Stifter bis 1868, der Dramatiker Grillparzer gar bis 1872. Sissi und Franz Joseph urlauben in Ischgl. Und in der Nach-Schumann-Ära der 1860er schreiben Robert Volkmann, Joachim Raff, Max Bruch, Saint-Saëns, Dvořák und der Oberösterreicher Anton Bruckner Sinfonien. Bruckner komponiert in diesem Jahrzehnt deren drei, die „Studiensinfonie“ f-Moll, die 1. Sinfonie c-Moll, die „annullierte“ Sinfonie in d-Moll.

Jetzt spielen die Berliner Philharmoniker unter Thielemann f-Moll- und d-Moll-Sinfonie.

Philharmonische Glocken 2024

Bei Thielemann klingt die Sinfonie f-Moll von 1863 episodisch kleinteilig und antimonumental, pittoresk gelockert beim lyrischen Thema. Bei Überleitungspassagen demonstriert Christian Thielemann einen Bruckner aus Haydns Händen.

Weiterlesen →

Bruckners Fünfte, Thielemanns Kapelle

21 Dienstag Nov 2023

Posted by Schlatz in Christian Thielemann

≈ 3 Kommentare

Christian Thielemann mit der Sinfonie Nr. 5 von Anton Bruckner, die er dieses Jahr auch schon mit dem BRSO machte.

Es ist ein fulminantes Konzert der Staatskapelle Berlin. Aber eines mit Bedenken. Wenn auch mit zweitrangigen.

Christian Thielemann favorisiert eine abgerundete Attacke. Die Fanfaren der Introduktion klingen wie mit Gerhard Richter’scher Unschärfe abgesoftet. Das Losschlagen der dritten Themen geschieht wie mit dem Bedacht des Baumeisters vor der Integrität der Architektur – wobei Thema 3, Kopfsatz, so schlawinerhaft schön ansetzt wie sonst keines bei Bruckner.

Weiterlesen →

Berliner Philharmoniker Thielemann: Pfitzner, Wagner, Strauss, Schönberg

17 Samstag Dez 2022

Posted by Schlatz in Bruno Delepelaire, Camilla Nylund, Christian Thielemann, Hans Pfitzner, Richard Strauss

≈ 3 Kommentare

Das Konzert war stellenweise langweilig, was zu einem großen Teil an Wagner und zu einem geringeren an Pfitzner lag.

Die Palestrinavorspiele, komponiert um 1915, Premiere 1917, hört man in Berlin erstaunlich oft, schon Nelsons und Janowski ließen sich von den kargen Linien und dem ausgesparten Klang faszinieren. Eben das macht den Ruhm dieser Musik aus, unweigerlich öffnet sich die ferne Zeit des Weltkriegs. Schön, im dornenreichen Vorspiel Nr. 3 huldigen die Philharmoniker in fabulöser Weise Pfitzners schwermütiger Entsagung, aber will man nicht dessen Ouvertüren (Käthchen, Christ-Elflein) oder seine Konzerte aufführen? Das klanglich wenig binnendifferenzierte und doch fabelhaft von innen bewegte Vorspiel 2 zeigt, wie Christian Thielemann eben nicht den analysierenden Spaltklang etwa eines François-Xavier Roth favorisiert.

Thielemann Berliner Philharmoniker Pfitzner Wagner Strauss

Nicht die Entbehrungen, sondern die Wonnen der Resignation sind Thema der Parsifalvorspiele. Man soll sowas lieber in der Oper hören. Thielemanns Sinn fürs Auf- und Verblühen der Linien ist trotzdem sagenhaft, ebenso für Temporückungen (die werden durchaus nicht feinsinnig gestaltet, sondern im Gegenteil kraftvoll), ebenso für die Klangmischungen von Streichern und Blech. Nachgerade zauberhaft nehmen die Streicher das Glaubensmotiv zurück, während dasselbe Motiv kurz zuvor, in voller Bläserpracht des 19. Jahrhunderts intoniert, das klingelnde Handy des 21. nicht zudecken kann.

Weiterlesen →

Staatsoper Berlin: Siegfried Thielemann Tcherniakov

07 Freitag Okt 2022

Posted by Schlatz in Andreas Schager, Anja Kampe, Anna Kissjudit, Christian Thielemann, Dmitri Tcherniakov, Michael Volle

≈ 3 Kommentare

Siegfried hat nicht ganz die Höhe wie Die Walküre. Das liegt an – Thielemann und Kampe. Und an Tscherniakow.

Am zweiten Tag des Bühnenfestspiels, da der Märchenstoff des jungen Siegfried den Göttermythos um Wotan verdrängt, bevorzugt Dmitri Tscherniakow das ruhelose Kreiseln der Drehbühne. Das horizontale und vertikale Ausgreifen der rätselhaften Raumfolgen des ESCHE-Forschungsinstituts tritt (vorerst) in den Hintergrund. Der einsame Alberich schlurft nun ruhelos um Neidhöhle, stößt Tür um Tür auf, bis er auf den gehassten Bruder und seinen alten Widersacher Wotan trifft. Aber was will Tscherniakow eigentlich sagen? War Rheingold die kühne Intrada, war Walküre die virtuose Weitung, ist Siegfried die Verwässerung.

Was hauptsächlich für die Konzeption gilt. In den einzelnen Szenen wird noch leidenschaftlich genau inszeniert. Und gespielt.

Dass ziemlich Gute beim Jung-Siegfried von Andreas Schager (Trainingsanzug, Schlabbershirt) ist, dass er die gedankenlose Garstigkeit dieser kulturlosesten aller Wagnerfiguren umbiegt in etwas, das wirklich nach Aufbruch aussieht. Und Tcherniakov hilft dabei. Er tilgt den Märchenton, der Regie und Tenöre traditionellerweise zu Peinlichkeiten reizt. Weil Schager bestechend singt – spontan, leicht, fest, umwerfend locker in der Aussprache, nie nur Deklamation, immer ein bissl Legato – ist dieser Siegfried imponierend. Schager deutet Wagners Heroentum burschikos in eine Art höheres Anti-Heldentum um. Gegen Schagers Frische wirken alle anderen heutigen Heldentenöre behäbig.

Staatsoper Berlin Premiere Siegfried Thielemann Michael Volle Wanderer
Max Frisch und Martin Walser beim Gedankenaustausch / Foto: Monika Rittershaus

Der Mime von Stephan Rügamer (die Brille à la Max Frisch, die Hose mit Hosenträgern bis über den Bauchnabel gezogen) wird fabelhaft gespielt und listig kichernd gesungen. Dem Wanderer nimmt die Regie meines Erachtens viel, wenn sie Michael Volle als pensionierten Instituts-Chef in ausgebeulter XXL-Sommerjacke nur noch altersmatt durch die ESCHE-Flure streichen lässt (heute hätte ich von Volle auch mehr Gesang gewünscht, und weniger Deklamation). Den Fafner mimt Peter Rose (heute passt sein leicht überreifter Bass) in Zwangsjacke, verwahrlost, asozial, und doch ein gefährlicher Hüne, vor dem Siegfried sich im Zweikampf vorsehen muss. Macht Spaß. Den Drachenkampf habe ich nie packender gesehen.

Weiterlesen →

Staatsoper Berlin: die Tcherniakov-Thielemann-Walküre

04 Dienstag Okt 2022

Posted by Schlatz in Anja Kampe, Christian Thielemann, Dmitri Tcherniakov, Mika Kares, Robert Watson, Vida Miknevičiūtė

≈ 18 Kommentare

Der Tag der Einheit gibt sich Unter den Linden frühherbstlich mild, fast spätsommerlich warm. Vor und neben dem rosa Knobelsdorff-Quader finden kleine Demonstrationen statt.

Drinnen geht Die Walküre ihren Gang. Das Institut ESCHE von Göttervater Wotan bleibt der bestimmende Bezugspunkt. Neu ist die vollkommen durchsichtig gläserne Wohnung – durchsichtig auch den Blicken der beobachtenden Forscher -, in der die Wälsungentragödie ihren Lauf nimmt. Siegmund (im Übergrößen-Parka) ist ein schmuddeliger Häftling auf der Flucht mit leicht autistischen Tendenzen, Sieglinde (gelbe Strickweste) wechselt nicht weniger autistisch von dumpf verzweifelt zu jäh impulsiv. Hunding mimt einen hünenhaften Polizisten, der Siegmund mit vorgehaltener Pistole in Schach hält. Kopflos, chaotisch, ohne einen Hauch von Sex flieht das Paar.

Weiterlesen →

Staatsoper Berlin: Rheingold Tcherniakov Thielemann

03 Montag Okt 2022

Posted by Schlatz in Anna Kissjudit, Christian Thielemann, Claudia Mahnke, Johannes Martin Kränzle, Michael Volle, Mika Kares, Vida Miknevičiūtė

≈ Ein Kommentar

Lässt sich nach Rheingold, diesem leicht instrumentierten, Parlando-schönen Vorabend schon Genaueres über Tscherniakows Neuinszenierung des Ring des Nibelungen sagen? Ja und Nein. Offenbar platziert Dmitri Tscherniakow Wagners Tetralogie in einem Forschungsinstitut namens ESCHE. Oben herrschen die Götter als gerissene wissenschaftlich-technische Elite, im Keller schuften die Nibelungen, die gerne auch zu trüben Menschenversuchen herangezogen werden.

Weiterlesen →

Staatskapelle Berlin & Thielemann: Bruckner 7.

28 Dienstag Jun 2022

Posted by Schlatz in Christian Thielemann, Herbert Blomstedt

≈ 12 Kommentare

Dinge gibts, die gibts nicht. Thielemann ersetzt Blomstedt beim Konzert der Staatskapelle. Thielemanns kurzsichtige und tölpelhafte Ablösung bei der Dresdner Staatskapelle ist bekannt. Bekannt war auch, dass eine Beziehung zwischen Berliner Staatskapelle und Thielemann nicht existierte. Das ist von heute an anders.

Das Konzert ist sehr gut. Das Programm umfasst Bruckners Sinfonie Nr. 7 und Tristanvorspiel und Liebestod.

Ich höre den Staatskapellenklang mit seinen warmen, dunklen Streichern. Aber da sind Thielemann-Nuancen: üppiges, aber auch frei bewegliches Blech, mit Präsenz, aber auch Akkuratesse singende Holzbläser, ein machtvoll geballtes, aber auch vollmundig strahlendes Tutti. Anstelle von Barenboims strömendem Espressivo tritt bei Christian Thielemann die feinfühlige Finesse einer aufs Äußerste kultivierten Phrasierung.

Thielemann Berlin Staatsoper Unter den Linden

Der Kritiker des Standard aus Wien schrieb jüngst anlässlich des Bruckner-Gastspiels der Dresdner Staatskapelle: „Die blockhafte Bauweise… wurde abgeschliffen, abgerundet zugunsten eines organischen Flusses.“ So in etwa ist es auch heute.

Unbemerkt kommt die Reprise zwischen all den „falschen“ Reprisen. Beim 22-taktigen Bandwurmthema des Adagio gefährden die markanten Einzelgesten nicht den großen Bogen. Die Ausklangphase des zweiten Themas lässt Thielemann streng ausmusizieren. Temporückungen sind indirekte Ausdrucksmittel und solche der Gliederung. Das passt wunderbar.

Weiterlesen →

Neujahrskonzert Wien 2022

02 Sonntag Jan 2022

Posted by Schlatz in Christian Thielemann, Daniel Barenboim, Eduard Strauß, Kaiserwalzer, Kirill Petrenko, Neujahrskonzert, Radetzky-Marsch

≈ 16 Kommentare

Erster Januar, Neujahrsvormittagskonzert. Ich folge auf Ö1, und, weil in Katerstimmung, nur der zweiten Hälfte. In der Zweidrittel-besetzten Goldschachtel des Musikvereinssaals präsentieren die Wiener Philharmoniker ihren altbekannten „Exportschlager auf dem TV-Weltmarkt“ (Wiener Zeitung).

Haben Barenboim und die Musiker geheime Botschaften im Programm versteckt? In der ersten Konzerthälfte wahrscheinlich schon. Denn aus Phönix-Marsch und Phönix-Schwingen-Walzer lässt sich ein beschwingtes, 4/4- respektive 3/4-Takt-geprägtes Aus-der-Asche-Emporsteigen heraushören, nämlich aus der Virus-Malaise.

Weiterlesen →

Lockdown und kein Ende: Programm-Spezialitäten bei RSB und Philharmonikern

28 Sonntag Feb 2021

Posted by Schlatz in Anna Vinnitskaya, Camilla Nylund, Christian Thielemann, Diana Damrau, Ivan Repušić

≈ 12 Kommentare

In der Pandemie läuft so ziemlich alles anders. Die Zeit, das Leben sowieso, die Musik. Gerade auch für Musiker und Orchester. Wer kann, spielt, sendet, streamt. Die anderen schweigen. Und mancherorts schnurrt der Betrieb weiter – mit Publikum. Am Teatro Real in Madrid läuft Norma, das Moskauer Bolschoi zeigt Salome. Wir sind weit weg von jeder Normalität. Da ist man für jedes Lebenszeichen von den Berliner Konzertpodien dankbar.

Weiterlesen →
← Ältere Beiträge

Kommentar

Avatar von Wolfgang EckWolfgang Eck bei Mega-uncool: Bayreuth Walküre…
Avatar von Wolfgang EckWolfgang Eck bei Mega-uncool: Bayreuth Walküre…
Avatar von Wolfgang EckWolfgang Eck bei Ist KI echt so langweilig? Bay…
Avatar von Wolfgang EckWolfgang Eck bei Ist KI echt so langweilig? Bay…

Top-Kritiken

Und wo ist das Fräulein Flierl? Kritik Bayreuth 2026 Siegfried Götterdämmerung
Ist KI echt so langweilig? Bayreuth 2026 Rheingold Thielemann
Die besten Orchester der Welt - oder doch nicht?
Götterdämmerung Bayreuth: Kupfer-Radecky, Mayer, Vogt, Kares, Foster, Young

Klassik-Tweets aus Berlin

Meine Tweets

Orchester / Ensemble

Berliner Philharmoniker Deutsche Oper Berlin Komische Oper Konzerthausorchester Musikfest Berlin Staatskapelle Berlin Staatsoper Wien Wiener Philharmoniker

Bloggen auf WordPress.com.

  • Abonnieren Abonniert
    • Opern- & Konzertkritik Berlin
    • Schließe dich 137 anderen Abonnenten an
    • Du hast bereits ein WordPress.com-Konto? Melde dich jetzt an.
    • Opern- & Konzertkritik Berlin
    • Abonnieren Abonniert
    • Registrieren
    • Anmelden
    • Melde diesen Inhalt
    • Website im Reader anzeigen
    • Abonnements verwalten
    • Diese Leiste einklappen
Kommentare werden geladen …