Kritik Berliner Philharmoniker Blomstedt: Beethoven 4., Nielsen Sinfonie 5

Heute im Konzert, denn morgen will meine Frau Champions League schauen. Heute schaut sie „24 Kühe und kein Mann“. Deswegen bin ich heute allein in der Philharmonie. Blomstedt bleibt blass bei Beethoven und macht guten Nielsen.

Hauptstück ist die Nielsen-Sinfonie Nr. 5, die einen sehr guten Eindruck macht. 1. Satz: melancholisch strahlende Streicherlinien. Herrlich, wenn es immer lauter wird:

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Kritik Wagner Geburtstagskonzert Bayreuth Thielemann Westbroek

Heute versucht, in den Holländer an der Berliner Staatsoper zu kommen. War nüscht. Nüscht und wieder nüscht. Aus Frust in Thielemanns Geburtstagskonzert aus Bayreuth reingehört.

Eva-Maria Westbroek singt die Isolde ohne die ganz schwere Soprangoldlinie, mit nervösem Flackern, ohne Leidens- oder gar Lustbeschwernis, mit nicht ganz klarer Sopranstimme. Weiterlesen

Kritik Komische Oper Berlin: Le Grand Macabre Ligeti

Der Besuch der Komischen Oper ist heute Abend ein hartes Stück Arbeit, erleichtert nur durch die laue Berliner Frühsommerluft, die durch die Behrensstraße weht.

Als unvoreingenommener Hörer schätzt man Le Grand Macabre von György Ligeti als exzentrischen Nonsens sowie als urwüchsiges Meisterwerk. Die Handlung stellt Probleme, die der Verstand nicht allein lösen kann. Das kennt man auch von Wagner. Weiterlesen

Kritik Berliner Philharmoniker Jaap van Zweden: Brahms 1., Béla Bartók Konzert für Orchester

Jaap van Zweden kennt niemand, also zumindest in Berlin nicht. Dann aber neulich im Rizz, einem Restaurant in der Grimmstraße mit bekanntermaßen schlechtem Essen. Ein Bekannter sagt: „Van Zweden ist eine coole Socke.“ Der Bekannte zwei Tage später per SMS: „Zweden wird Hammerkonzert. Gehe Freitag.“

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Kritik Premiere Fliegender Holländer Staatsoper Berlin: Michael Volle Holländer, Emma Vetter Senta

Eine gute Premiere.

Philip Stölzl, dem an der Deutschen Oper Berlin jüngst ein subtil hyperrealistischer Parsifal gelang, legt jetzt 500 Meter weiter die Bismarckstraße runter einen aufregenden, kraftvollen Fliegenden Holländer hin. Aufregend, weil der Einheitsraum, ein düsterer Bibliothekssaal, sich in erstaunliche Phantasiezonen öffnet, die sich ihrerseits auf verhängnisvollste Weise in die Realräume rückfressen wie übelster seelischer Lochfraß. Weiterlesen

Staatsoper Berlin Saison 2013/2014: Il Trovatore Anna Netrebko (Leonore) & Plácido Domingo (Luna), Simon Rattle Katja Kabanova, Rolando Villazón Don Ottavio

Die Staatsoper Berlin lässt sich immer vieeel Zeit. Jetzt ist das Programm der Saison 2013/2014 online. Die Gerüchte haben sich bewahrheitet: Anna Netrebko und Plácido Domingo singen von Ende November bis Ende Dezember 2013 immerhin sieben Aufführungen des neuen Berliner Trovatore. Regie führt Philip Stölzl. Manrico singt Aleksandr Antonenko. Klar, Daniel Barenboim dirigiert. Somit ist klar, was das klaffende Loch in Anna Netrebkos Terminkalender zwischen Ende September 2013 und Anfang Januar 2014 bedeutete. Weiterlesen

Berliner Philharmoniker Saison 2013/2014: The Unanswered Question oder wer wird Rattle-Nachfolger?

Die philharmonische Uhr läuft. Noch rund 162.864.000 Sekunden bis zum Ende der Ära Simon Rattle. Jetzt ist die Saisonvorschau 2013/2014 online. Well… gibt es neue Erkenntnisse in der Frage der Rattle-Nachfolge? Überraschung! Im Programm 2013/2014 ist von Christian Thielemanns, geschweige denn von einer Spitze seines Scheitels nicht zu sehen. Dudamel kommt nur 1 Mal. Nelsons kommt nur 1 Mal. Was sagt uns das? Ist Thielemann raus? Und Dudamel und Nelsons sind drin, aber nicht so richtig? Und hat der freundliche, stille Alan Gilbert, der 2 Mal ran darf, wie aus dem Nichts kommend Gustavo und Andris in cooler Sebastian-Vettel-Manier überholt? Weiterlesen

Kritik Berliner Philharmoniker Rattle: Lutosławski Doppelkonzert, Dutilleux L’Arbre des songes, Beethoven Sinfonie Nr. 6

An dem Konzert der Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle gäbe es nichts auszusetzen, wenn nicht der erste Satz der 6. Sinfonie gewesen wäre. Das Allegro war laut wie Horst Seehofer und stämmig wie Sigmar Gabriel – seufz. Wie selten stören mich die bei Rattle ja gerne prominenten Bässe. Der Rest war Augen zu und Genussseufzen.

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Musikfest Berlin 2013: der ungarorusstschechpolnische Wunschpunsch

Sie planen einen heißen Sommer? Dann ist das Musikfest Berlin genau das Richtige, um im September wieder kühlst runterzuchillen – und das auch noch auf gewohnt elitärem Musikfest-Niveau. Programm und Kartenverkauf des Musikfestes sind seit heute online. Die Programmschwerpunkte: viel Janacek, Bartok und Lutoslawski, dazu ein bissl Britten und Schostakowitsch. Klingt gut? Klingt gut. Weiterlesen

Staatsoper Berlin Festtage-Ring: Barenboims Walküre oder ein Prosit auf das Hojoto

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Nabittschön, Guy Cassiers Walküre ist gar nicht so übel. Bis auf den letzten Akt. Den wünsche ich nicht mal hochnäsigen Münchener Berlinbesuchern. Und noch viel weniger den zahlreichen Vertretern des englischen Landadels (ich urteile nach dem Äußeren), die am Freitagabend die Staatsoper besuchen.

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Kritik Rheingold Staatsoper Berlin: Ekaterina Gubanova Fricka, Anna Larsson Erda

Es ist ein Elend mit Cassiers Ring. Ach Jottchen, ist dies Rheingold langweilig. Regisseur Guy Cassiers gibt der Einfallslosigkeit den Vorrang vor der Langeweile. Nur zwei Beispiele. 1. René Pape entwickelt die Standfestigkeit einer Berliner Litfasssäule.

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Parsifal Deutsche Oper: Liang Li, Violeta Urmana, Samuel Youn, Gould

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Zu den besonders tief verwurzelten Karfreitagsritualen gehört der Besuch einer Vorstellung des Parsifal. Andere Karfreitagsrituale sind generelles Fasten oder, schlimmer noch, das Essen von Nudeln mit Essigsauce oder, in diesem Jahr ungekannter Märzkälte fast am schlimmsten, ein Spaziergang im Tiergarten. Allen gemeinsam ist, dass sie eine Liebe zu rituellen Handlungen sowie eine leichte Neigung zum Masochismus voraussetzen. Nüscht wie rein in den Karfreitagsparsifal an der DOB. Weiterlesen

Rotieren wie der FC Bayern oder Stiffen your back, clench your teeth, go to DOB

Es gibt viele Möglichkeiten, ein erfülltes Osterwochenende in Berlin zu verbringen. Aber für Musikfreunde gibt es nur eine einzige. Wir zeigen, wie leistungsbereite, performance-orientierte Berliner Musikfreunde am Osterwochenende Glück und Erfüllung finden. Wie das geht? Rotationsprinzip, siehe FB Bayern München.

Am Karfreitag schlafen Sie sich erst mal aus. Los geht’s um 16 Uhr mit dem DOB-Parsifal

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