Es gibt nicht viel, das man derzeit Andris Nelsons nicht zutrauen würde.
He’s the most wanted of younger conductors of the world, and he’s getting better. And here is why.
Weiterlesen26 Donnerstag Mär 2015
Es gibt nicht viel, das man derzeit Andris Nelsons nicht zutrauen würde.
He’s the most wanted of younger conductors of the world, and he’s getting better. And here is why.
Weiterlesen13 Dienstag Jan 2015
Posted in Simon Rattle, Yefim Bronfman
Ein schönes Programm für den vierten Advent. Reifer, nicht überreifer Wagner, reifer, nicht überreifer Sibelius. Flüssiger, aber überflüssiger Widmann.
27 Samstag Sept 2014
Posted in Johannes Brahms, Simon Rattle
Schumann Sinfonie Nr. 4 in der ersten Fassung
Mein bisheriger Eindruck von Brahms-Schumann-Zyklus ist der: Schumann ist wagemutiger, spannender.
Grob gesagt, kann man sagen, dass Schumann ein Romantiker war und Brahms ein Komponist, der sein Handwerk beherrschte.
Die Schumannsinfonien sind ebenso hitzig wie energetisch, irgendwie dichter wie die von Brahms.
Weiterlesen20 Samstag Sept 2014
Posted in Johannes Brahms, Simon Rattle
Es ist Herbst.
Simon Rattle dirigiert einen Schumann-Brahms-Zyklus. Er pflegt den philharmonischen Markenkern. Auch wenn zum philharmonischen Markenkern inzwischen auch Ligeti gehört. Also besser formuliert: Die Berliner Philharmoniker hauen auf die Pflöcke, die ihre Kollegen vor Urzeiten eingeschlagen haben. Karajan ist da nur philharmonisches Paläozoikum. Furtwängler ist Proterozoikum.
Schumanns Sinfonie Nr. 1. Das ist grandioser Schwung und viel punktierter Rhythmus.
Weiterlesen03 Mittwoch Sept 2014
Posted in Daniel Barenboim, Gustavo Dudamel, Johannes Brahms
Musikfest Berlin. Brahms, 1. und 2. Klavierkonzert.
Zuerst op. 15. Zu Beginn ist Dudamel unruhig, Barenboim unentschlossen.
Dann bricht ein Trillerwettkampf aus. Dudamel bemüht sich um möglichst pralle Triller, Barenboim um möglichst giftige Triller.
Im weiteren Verlauf wuchtet Barenboim den stolzen Repriseneintritt auf den Tisch. Er spielt ihn ausdrucksvoll und ungelenk.
Weiterlesen31 Sonntag Aug 2014
Posted in Igor Strawinsky, L’Oiseau de feu, Sergej Rachmaninow, Simon Rattle
Saisoneröffnung.
Die Russen Rachmaninow und Strawinsky (Russen in den Grenzen vom 31.12. 1938) durch die ukrainischen Musiker Prokofjew und Reinhold Glière zu ersetzen wäre engstirnige Barbarei gewesen, aber es kommt einem immerhin in den Sinn, während man nach einer kurzen Pause gedankenverloren im Programm blättert.
Sergej Wasiliewitsch Rachmaninow zeigt in den Symphonischen Tänzen eine pragmatische Einstellung gegenüber der Notwendigkeit schöner Stellen. Es fällt schwer, der Anziehungskraft des Hauptthemas zu widerstehen. Es besitzt die überlegte Wirkung einer Bild-Schlagzeile (Der Nachsatz ist dann nicht mehr ganz so gut).
Weiterlesen07 Samstag Jun 2014
Posted in Bruno Delepelaire, Semyon Bychkov
Komisch, ich habe Semjon Bychkows Dirigate nie wirklich geschätzt. Ein Fehler.
Der Don Quixote ist heute Abend ein Schwall guter Musik.
Strauss‘ Stück hat unter Semjon Bychkow einen Touch Elgar, einen zauberischen Schwung. Das Orchester hat helles Timbre. Weiterlesen
21 Mittwoch Mai 2014
Posted in Frank Peter Zimmermann, Simon Rattle
Spät, aber nicht zu spät veröffentliche ich die Kommentare zum Sonntagskonzert der Berliner Philharmoniker.
Den verstorbenen Claudio Abbado mehr vertretend als ersetzend, dirigiert Simon Rattle Bruckners 7. zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres.
Mit den ersten Brucknersätzen Rattles war ich selten zufrieden. Mein Spontangedanke noch vor dem 2. Thema: lieber Kopfsätze unter Skrowaczewski, unter Janowskis mürrischer Effizienz, unter Barenboim hören.
In der 7. Sinfonie sagt Anton Bruckner der Gedrängtheit mancher seiner Kopfsatzthemen ab. Stattdessen ist das Kopfthema Seifenoper auf höchstem Niveau, halb Reinheit vom Lohengrin, halb Effekt vom Schwertmotiv.
Weiterlesen11 Sonntag Mai 2014
Posted in Alban Gerhardt, Johannes Brahms, Unsuk Chin
Unsuk Chins Cellokonzert ist ein, naja, interessanter Beitrag zum Solokonzertrepertoire. Die Zutaten dieses Konzerts sind ein selbstbewusster Part für den Solisten, ein verwirrend transparentes Orchester – große Streicherbesetzung, vielgestaltige Schlagzeuggruppe -, sowie die vertraute Viersätzigkeit. Es gibt überfallartige Crescendi und verstörende Diminuendi. Der Klang des Konzerts ist klar, die Instrumentierung bei allem großen Apparat sparsam, die Architektur fantasievoll. Alban Gerhardt genügt den Anforderungen, die das Stück stellt, und spielt mit hellem Ton.
Weiterlesen03 Samstag Mai 2014
Posted in Daniel Barenboim
Shakespeare-Hopping mit den Berliner Philharmonikern und Daniel Barenboim.
Nicolais Die lustigen Weiber von Windsor: So klingt innovative, liebenswerte, aber alles andere als geniale Musik in Berlin um 1848. Musik wie ein gut gemachtes Rührei.
13 Sonntag Apr 2014

HIER die Kritik des Tannhäusers 2017 lesen!
Sasha Waltz erneuert ihre langjährige Partnerschaft mit der Staatsoper Berlin und inszeniert im Rahmen der Festtage 2014 Wagners Tannhäuser.
Ich sage es gleich: Tannhäuser ist was anderes als Dido & Aeneas oder Medea. Eine Tenorlegende wie Peter Seiffert lässt sich nicht rückstandlos in eine fußhuschende Choreographie integrieren, und sei diese auch noch so ausgeklügelt, wie von Sasha Waltz gewohnt. Schöne Bilder zweifelsohne: Marina Prudenskaya als Venus von Milo im Greek-Style, Ann Petersens Elisabeth als einsame Ball-Lady, das herbstliche Kupfer für den 3. Akt (Bühnenbild Pia Maier Schriever mit Sasha Waltz).
Weiterlesen27 Donnerstag Mär 2014
Posted in Ivan Fischer, Johannes Brahms, Radu Lupu
Seit den Nullerjahren hört man Brahms‘ op. 25 öfters mit Schönberg als ohne Schönberg.
Iván Fischer ist ein feuriger und genauer Sachwalter des Mit-Schönberg. Sein angenehmer Dirigierstil verbindet Eleganz und Energie. Letztere tritt bisweilen zusammen mit einem herrischen Fuchteln des Dirigierstabs in Erscheinung. Fischer mag es durchaus kleinteilig, aber auch schön locker, wie man im 9/8-Intermezzo hört. Mein Lieblingssatz ist das Andante. Bei den Meistersinger-Anklängen des Mittelteils, die in der Ohne-Schönberg-Version von op. 25 längst nicht so deutlich rauskommen, weiß man nicht wohin mit seiner Bewunderung. Kurzes Hornsolo der unbekannten Dame am Solohorn.
Weiterlesen19 Mittwoch Mär 2014
Posted in Daniel Barenboim, Dorothea Röschmann
Es geht los mit den ebenso klaren wie verspielten, ebenso ausbalancierten wie kurzen Instances von Elliott Carter, eine deutsche Erstaufführung.
Strauss Vier letzte Lieder
Die Staatskapelle spielt sie mit satter Kontur und „samtener Strömung“ (Zitat Georg Heym, gewiss kein Strauss-Bewunderer). Das Orchester löst die kristallklare Melancholie von Strauss‘ Alterswerk in üppiges Chiaroscuro. Ist der Einstieg – aber nur der – in „Abendrot“ nicht kolossaler Kitsch? Weiterlesen
17 Montag Mär 2014
Die Bayerische Staatsoper sagt, was nächste Saison Sache ist.
Die Münchener haben ein Spielzeitmotto. Ist das nötig? Es heißt „Blicke Küsse Bisse“. Neben der Frage, ob das nötig ist, und der Entdeckung, dass Kommas am Odeonsplatz nicht ins Gewicht fallen, fällt auf, dass das Motto auch „Tränen, Triller, Tote“ hätte heißen können. Aber was will man machen. Dann eben „Blicke Küsse Bisse“. Auch wenn mir ad hoc keine Opernszene einfällt, die einen Biss eines Sängers erfordert.
Ja, München ist besser als Berlin. Sängerisch. Meistens. Aber nicht dirigentisch. Da ist die Staatsoper Berlin noch ein klitzekleines Nasenlängerl vorne.
Weiterlesen17 Montag Mär 2014
Langhoffs Inszenierung ist eine der besseren. Unterstützt durch das spielerisch-dezente Bühnenbild Herbert Kapplmüllers, entwirft sie mit leichter Hand den für den Figaro notwendigen Phantasie-Raum und fasst diesen doch genau. Weiterlesen