Kritik Staatsoper Berlin Siegfried: Peter Bronder Mime, Lance Ryan Siegfried

Juha Uusitalo wandert // Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de
Juha Uusitalo wandert durch triste Bühnenlandschaft // Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de

Die höllische Länge des Siegfried wurde durch eine exzellente Besetzung weitgehend erträglich gemacht. Allen voran Alberich Johannes Martin Kränzle und Mime Peter Bronder glänzten.

Peter Bronder: Sein Mime lässt nichts zu wünschen übrig. Bronders Tenor hat prägnanten Klang, Kraft, Beweglichkeit, mimetisches Vermögen.

Johannes Martin Kränzle: kantabler, klangvoller und mächtiger als Bronder. Sehr interessant durch sein kleinteiliges Vibrato. Herrlich die großartige Gespanntheit der Wanderer-Szene zu Beginn des 2. Aktes.

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Kritik Walküre Staatsoper Berlin: Catherine Foster Brünnhilde, René Pape Wotan

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René Pape, umgeben von attraktiven Mädels // Foto: Monika Rittershaus / .staatsoper-berlin.de
René Pape als Wotan, umgeben von einer Menge attraktiver Mädels // Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de

Zuerst dachte ich, Barenboim hat Guy Cassiers nach Berlin geschleppt. Inzwischen glaube ich, dass Flimm schuld ist.

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Kritik Philharmonie Berlin Jonas Kaufmann: Die schöne Müllerin

Barenboim-Zyklus. Einziger Auftritt Jonas Kaufmanns bei einer „ordentlichen“ Aufführung in Berlin in dieser Saison, soweit ich weiß.

So, Jonas Kaufmann. Schlank und locker und charmant. Geht er eigentlich aufs Oktoberfest? Ein sehr schöne Matinée. Ich höre großartige Momente des Liedgesangs, garniert mit einigen bekannten Kaufmannismen. Die Schöne Müllerin, schon seit Jahrtausenden nicht mehr gehört.

Zu Tenor Jonas Kaufmann. Weiterlesen

Kritik Staatskapelle Barenboim: Bruckner 9., Carter Cellokonzert Alisa Weilerstein

So ein schöner Tag. Wenn Barenboim nicht gewesen wäre, wäre ich am Scharmützelsee gewesen.

Gedenkkonzert für Kurt Sanderling.

Sehr schönes Kol Nidrei von Max Bruch. Dann Eliott Carters Cellokonzert. Alisa Weilerstein spielt mit warmem, himmlisch beseeltem Ton. Dann Bruckner, 9. Sinfonie.

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Kritik Simon Rattle Porgy and Bess Berlin: Willard White, Latonia Moore, Howard Haskin, Lester Lynch

Ich habe Porgy and Bess zuvor ungefähr null Mal gehört. Das kommt von den vielen Tristans und Parsifals. Barenboim ist schuld. Dabei gibt es gute Gründe, Porgy and Bess zu lieben.

Latonia Moore: Die vitale junge Dame singt Bess mit leuchtendem, selbstbewusst vibrierenden Sopran. Zielsicher erklimmt sie federnd höchste Höhen. Leichtes Soubretten-Timbre. Weiterlesen

Kritik John Adams, Nixon in China Berlin: Alan Oke, Kathleen Kim, Robert Orth, Gerald Finley

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Ich gehöre nicht zu denen, die ausflippen, wenn der Begriff Minimal Music fällt. Doch John Adams‘ Nixon in China ist ein sehr solides Stück Musik, das zwar die Schwäche der Minimal Music für hartnäckige Motivwiederholungen teilt, Weiterlesen

Kritik Concertgebouworkest Jansons: Strawinsky Psalmensymphonie, Barber Adagio, Varèse Amériques

Musikfest. Nicht ganz ausverkauft.

Das mythische Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam. Es bekommt betont herzlichen Willkommensapplaus an einem Spätsommerabend, der von unberlinischer Freundlichkeit und Wärme ist. Oboist Lucas Macías Navarro ist nicht da. Wo sind die Niederländer? Ich schaue genauer hin und entdecke zwei Herren, deren Aussehen darauf schließen lässt, dass sie mit ziemlicher Sicherheit Niederländer sind. Einer ist der Pauker (Marinus Komst, schätze ich) und der andere einer der Pianisten in der Psalmensymphonie.

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Kritik Berliner Philharmoniker/Rattle: Brahms 2. Klavierkonzert Bronfman, Lutoslawski 3. Sinfonie

Sie haben uns wieder. Die Philharmoniker. Saisoneröffnung in eine nette Saison mit Lutoslawski-Spitzen, Dutilleux und ein paar Spritzern Wagner. Gauck sieht schick aus. Merkel muss sich wohl erst Mal von Samaras erholen und kommt lieber zum Silvesterkonzert. Lutoslawski – bitte polnisch „Lutoswwooawski“ gesprochen – war das Hauptstück, Brahms Hors d’Oeuvre.

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Der beste Bruckner: Interpretationen von Simon Rattle, Zubin Mehta oder Christian Thielemann? Deutscher Klang?? Berliner Klang????

Noch einige Worte über den Berliner Bruckner-Frühling. 3 x Berliner Philharmoniker, 3 x Bruckner. Simon Rattle dirigierte die Neunte, Christian Thielemann die Vierte, Zubin Metha die Achte. Wer macht den coolsten, befriedigendsten, ähhh… deutschesten, räusper, mit einem Wort, den besten Brucker? Weiterlesen

Kritik Bayreuth Lohengrin: Nelsons, Klaus Florian Vogt, Annette Dasch, Thomas J. Mayer

Kraftvolles Vorspiel mit energischen Farben. Ein echter Nelsons. Das straffe Orchester tut nach Thielemanns Soft-Tempi gut. Sehr rhythmisch. Die Chöre bekommt Nelsons wunderbar bewegt hin. Klar und schnörkellos auch die Piano-Linie der Celli zu Anfang des 2. Aktes. Genialer Galopp des Fortissimo nach Telramunds „Meine Ehr ist hin“. Das Vorspiel zum 3. Akt hat im lyrischen Teil Schumannsches Melos. Hervorragend die kraftstrotzende, präzise Orchestereinleitung zur 3. Szene, 3. Akt.

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Kritik Bayreuth Tristan: Peter Schneider, Robert Dean Smith Tristan, Iréne Theorin Isolde

Als Berliner, der einen gehörigen Teil seiner bisherigen Lebenszeit in der hiesigen Staatsoper mit dem Anhören von Barenboims Tristans verbracht hat, höre ich Peter Schneiders Tristan-Dirigat mit demselben konzilianten Snobismus an, mit dem Bekannte aus München oder Madrid die Preise des Berliner Wohnungsmarkts kommentieren.

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Kritik Salzburg La Bohème: Anna Netrebko Mimì, Piotr Beczala Rodolfo, Nino Machaidze Musetta

Jessas. Das philharmonische Sommerloch. Es wird einfach nicht kleiner. Wochen, fast hätte ich gesagt Monate, bis zum Saisonstart der Berliner Philharmoniker. Vor lauter Faulenzerei wage ich einen Blick über Panke, Landwehrkanal und Teltowkanal bis runter zur Salzach. Oha, heute 31 Grad in Salzburg.

1. Akt

Piotr Beczala: Beczala singt so gut wie eh und je. Das Hauptmankos sind nach wie vor das fehlende charakteristische Timbre, das mir heute zudem immer wieder künstlich italianisiert vorkommt, und die emotionale Zurückhaltung.

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