Kritik Deutsche Oper Siegfried Simon Rattle

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Es war kein befriedigender Abend.

Im ersten Akt hatte ich mit Lance Ryan, Wagners schlechtem Deutsch und meiner Müdigkeit zu kämpfen.

Der zweite Akt ging besser. Meine Müdigkeit wurde erträglicher. Das galt leider nicht für Lance Ryan und Wagners Deutsch. Auch die Dame neben mir schien heute etwas angeschlagen.

Reden wir über den dritten Akt. Weiterlesen

Kritik Walküre Rattle Deutsche Oper Berlin: Evelyn Herlitzius, Thomas Johannes Mayer, Simon O’Neill

Der Abend hat einige Schwachstellen. Doch es war alles in allem ein großer Abend. LESEN: Simon Rattle dirigiert Akt 1 der Walküre im Dezember 2016.

„You know, that’s what man trägt now on Oxford Street. Und what’s das Beste, Magdalena is so crazy about it.“ – Simon Rattle als überzeugter Wagnerianer.

Es gab einen Augenblick, da bekam Simon Rattle diesen Abend in die Hand. Es sind die Celli nach „Schmecktest du mir ihn zu?“ („Sehr Langsam“), als sich eine Tür öffnete. Andere mögen das anders erlebt haben. Bei mir waren es die intensiven Celli. Irgendetwas ist zwischen dem Orchester und Rattle jetzt da. Ich höre was wachsen. Erstes Etappenziel ist der erste Aktschluss, groß gedacht und straff exekutiert – allerdings, den letzten Schlag rumst die Staatskapelle doch besser runter. Im zweiten Akt kommen dann die genialen Stellen,

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Kritik Rheingold Deutsche Oper Berlin Simon Rattle

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Simon Rattle dirigiert.

Auftakt zum Rattle-Ring an der Deutschen Oper Berlin.

Na, das Orchester klingt doch doppelt so aufregend wie bei Runnicles‘ Wagner. Oh Wunder, es gibt keine groben Schnitzer des Blechs, eigentlich überhaupt keine, wenn ich richtig gehört habe. Drohte Rattle bei Verblasern, vor der nächsten Probe das Blech 20 Mal God save the Queen spielen zu lassen? Weiterlesen

Kritik Barenboim Staatskapelle: Beethoven Klavierkonzert Nr. 1 Martha Argerich, Rundfunkchor Verdi Quattro Pezzi Sacri

Das Konzert im Konzerthaus wirft uralte Fragen auf. Was hält ein Konzert zusammen? 1. Lutoslawski? Musikfest! 2. Beethoven? Ähhh… Martha Argerich! 3. Quatto Pezzi Sacri? Hmm… Verdijahr!

Erstes Konzert mit Daniel Barenboim und der Staatskapelle in der neuen Saison. Das ist ja schon mal was.

Mit Lutoslawskis Mi-Parti von 1976 schließt sich der gelungenste programmatische Kreis des diesjährigen Musikfests. Die Staatskapelle gibt Lutosławski, diesem Schlitzohr aus Warschau, ihre Wärme, ihr goldenes Timbre. Barenboim gibt seine Fähigkeit, dem Fluss der Musik eine nachvollziehbare Logik einzusetzen.

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Simon Rattle + London Symphony Orchestra = the next royal marriage?

Die Gerüchtelage verdichtet sich. Simon Rattle könnte nach 2018 das London Symphony Orchestra leiten. The Times erklärt, Rattle tipped to take top job with the LSO und The Guardian erklärt, why Rattle and the LSO would be a perfect match. Die Times nennt „industry sources“ als Quellen. Einige Kommentatoren deuten an, dass ein Beginn Rattles als LSO-Chef auch schon früher erfolgen könnte. Ghergiew hört beim LSO schon 2015 auf. So schnell kann es gehen. Vor 2 Jahren meinte der Telegraph noch, „Sir Simon Rattle’s distaste for the London Orchestral scene is well known“.

Kritik Philharmonia Orchestra London Esa-Pekka Salonen: Lutosławski 3. Sinfonie, Ravel, Debussy

Musikfest, Nr. 6.

Lutosławski 3. Sinfonie.

Lutosławskis Dritte hat Simon Rattle im Vorjahr bekannt gemacht. Heute geht der Blick von der klaren Dramaturgie, dem Vier-Schläge-Motiv und der reichen Textur auf Details, als da wären aggressive oder floatende Mini-Motiv-Strukturen, je nachdem, Holzbläser-Wölkchen auf flexibel fließenden Streicherklängen und unverblümte Kraftakte. Dabei sorgt eine übergeordnete Klarheit für stets gespannte Aufmerksamkeit bei mir. Ja, sie sind britisch, diese Musiker. Die Gewalt des Fortissimo-Blechs hat viel Rooney und wenig Özil. Weiterlesen

Kritik Berliner Philharmoniker Rattle: Lutosławski Sinfonie Nr. 2, Janacek Glagolitische Messe

Musikfest, Nr. 5

Lutosławskis Zweite ist gut. Sie klingt, sie ist kurz, sie hört sich an, als hätte sich Lutosławski bei der Komposition etwas gedacht. Das ist der Grundeindruck. Im Folgenden die Details. Die trickreiche Gliederung des 1. Satzes halte ich für extrem gelungen, obwohl ich kein Experte für polnische Musik der späten Sechziger Jahre bin. Es ist mir keine Sekunde langweilig.

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Kritik Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks München Mariss Jansons: Lutosławski, Bartók Konzert für Orchester

Musikfest Nr. 4

Das Musikfest bislang: ein fesches Heldenleben von Honeck. Dann ein mühevoller Abend mit dem Mahler Chamber Orchestra. Dann das Concertgebouworkest, das unter dem soften Gatti Perfektion auf Berliner Niveau liefert. Heute Mariss Jansons mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

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Kritik Royal Concertgebouw Orchestra Daniele Gatti: Lutosławski, Bartók Klavierkonzert 3 Yefim Bronfman, Prokofjew

Musikfest Nr. 3.

Lutosławskis Trauermusik für Orchester. Der Typ von den Geigen mit dem phänomenalen blonden Haar saß vor zwei Jahren noch bei den Philharmonikern als Orchesterakademiker.
Béla Bartók, 3. Klavierkonzert. Yefim Bronfman im Finale herb und schnörkellos, Gatti weich konturiert. Bronfman im 2. Satz klar und konsequent, Gatti farbig und diszipliniert. Bronfmans Schnörkellosigkeit lebt ohne äußerlichen Effekt, ohne Pathos, ohne Schneidigkeit. Aber durchaus mit scheuer Lust. Weiterlesen

Kritik Pittsburgh Symphony Orchestra Honeck: Anne-Sophie Mutter Lutosławski Chain 2

Wieder im hässlichen Berlin (jaja, Wannsee is schön, Savignyplatz is schön. Aber was ist das gegen Sanary sur Mer?) höre ich die Übertragung des Eröffnungskonzerts des Musikfests 2013 in der Digital Concert Hall.

Das Pittsburgh Symphony Orchestra ist ein tendenziell sehr gutes Orchester.

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Kritik Salzburg Meistersinger: Daniele Gatti, Michael Volle Hans Sachs, Anna Gabler, Roberto Saccà, Markus Werba

Selbst der Sommer schwitzt.

3sat, zeitversetzt aus Salzburg. In Salzburg 33°C um 20 Uhr.

Vorspiel 1. Akt. Die Wiener Philharmoniker schrammeln wie verliebte Hans Sachse. Es schimmert.

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Kritik Götterdämmerung Bayreuth 2013: Kirill Petrenko, Alejandro Marco-Buhrmester, Claudia Mahnke

Bayreuther Götterdämmerung, BR, Live-Übertragung.

Meine Schwiegermutter heißt Kriemhilde. Sie wohnt in der Richard-Wagner-Straße. Ich habe quasi gute natürliche Voraussetzungen für das Verständnis der Götterdämmerung. Schade aber, dass sie weder in Bayreuth noch in Triebschen wohnt. Ich muss noch mal mit ihr reden.

Es besteht kein Zweifel, dass Lance Ryan kein sehr guter Siegfried ist. Dazu gibt es zu viele meckernde E’s. Dazu siegfriedelt Lance Ryans Stimme zu wenig. Sie beckmesserlt eher. Enttäuschend sind die vollkommen spannungslosen Töne. Siehe auch: Lance Ryan im Herbst 2012 in Berlin. Optisch ist der 2013er-Siegfried ein fotogener Augenschmaus in Lederkluft.
Alejandro Marco-Buhrmester (Gunther) bringt soignierte Männersangesleistung. Gunther ist auch nett zum Angucken.
Martin Winkler (Alberich) hält das Niveau, das er an den vorangegangenen Abenden zeigte.

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Kritik Walküre Bayreuth 2013: Anja Kampe, Franz-Josef Selig, Johan Botha

Mein Mitgefühl gilt den vor Ort Anwesenden. Google sagt: Bayreuth Temperatur = 37°C.

Der erste Akt ist langweilig. Jemand erklärte mir einmal, Botha sei der beste Wagnertenor. Johan Botha singt einen harmloseren Siegmund als Peter Seiffert beim Barenoim-Ring in diesem Frühjahr. Weiterlesen