
Eine Repertoirevorstellung gehobenen Niveaus.
Camilla Nylund: Nylunds Salome ist weniger Luder als ein Teenager mit einem altersnormalen Grad an selbstverliebter Extrovertiertheit.
Weiterlesen03 Montag Feb 2014

Eine Repertoirevorstellung gehobenen Niveaus.
Camilla Nylund: Nylunds Salome ist weniger Luder als ein Teenager mit einem altersnormalen Grad an selbstverliebter Extrovertiertheit.
Weiterlesen29 Mittwoch Jan 2014
Posted in Anne Schwanewilms, Evelyn Herlitzius, René Pape, Richard Strauss, Waltraud Meier
Tout Berlin, zumindest das, das Strauss von Strauß unterscheidet, ist da.
Christian Thielemann dirigiert die Sächsische Staatskapelle. Der Klang ist breit, das Tempo dennoch zügig.
Weiterlesen26 Sonntag Jan 2014

Katja Kabanowa, die kondensierte Form einer Oper, in der die Hauptperson unglücklich liebt und tragisch stirbt bzw. tragisch liebt und unglücklich stirbt, hat Premiere an der Staatsoper. Wenn Andrea Breth inszeniert, dann auch aufgrund des Versprechens, das sie mit der einleuchtenden Inszenierung des Wozzeck gegeben hat. Sie löste es nicht zur Gänze ein.
HIER KRITIK ZU KATJA KABANOWA JUNI 2017 LESEN!
Weiterlesen25 Samstag Jan 2014
Posted in Ein Heldenleben, Richard Strauss, Rudolf Buchbinder, Zubin Mehta
Ein ungewöhnlich reichhaltiges und gelungenes Konzert.
Der Abend dient als Gedenkkonzert für Claudio Abbado.
Das Adagietto (Mahler, 5.) dirigiert Zubin Mehta als Anti-Abbado, also denkbar unphilosophisch, aber wunderbar feinfühlig – der Begriff „plüschig“ verbietet sich bei diesem Anlass – und nobel. Der Satz hat mehr Charme als Sentiment, was nicht das Schlechteste ist, was ihm passieren kann. Den Septdezim-Glissando-Absturz spielen die ersten Geigen der Wiener Philharmoniker mit einem höheren Maß an Mahler-Besoffenheit – will sagen: raffinierter, beiläufiger, hypnotischer. Die letzten Forzati knurren die Kontrabässe unnachahmlich als grimmigen Abschiedsgruß Abbado hinterher.
Weiterlesen20 Montag Jan 2014
Posted in Claudio Abbado
Claudio Abbado, von 1990 bis 2002 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, ist tot.
In dankbarer Erinnerung an viele Konzerte. Zu den lebhaftesten Erinnerungen zählen im Rückblick das Konzert für Violine und Blasorchester von Kurt Weill (Mai 2007) und die 10. Sinfonie von Mahler. War das 2010? Dann noch La Mer (2009). Das war jenes Konzert, in dem Angelika Kirchschlager Mahlerlieder sang. Ach je, das „Rheinlegendchen“. Was für eine Vollkommenheit.
18 Samstag Jan 2014
Posted in George Crumb, Marlis Petersen, Zubin Mehta
Zubin Mehta bei den Philharmonikern.
George Crumbs Ancient Voices ist ein umfangreicher Zyklus. Die Besetzung ist klein. Die Musiker des philharmonischen Orchesters sind in Nano-Anteilen zugegen – pas de Streicher, pas de Blech, seulement Spezialinstrumente – fast.
Weiterlesen15 Mittwoch Jan 2014
Posted in Alban Berg, Gil Shaham, Johannes Brahms, Marek Janowski, RSB
Brahms‘ 1. Sinfonie hat eine lange Vorgeschichte.
Bei Janowski ist sie ziemlich kurz. Nicht die Vorgeschichte, die Sinfonie. Marek Janowski ist auf Strenge und Fortgang bedacht. Janowski unterstreicht das Tempo. Das Tempo gewinnt unter seinen Händen belebende Kraft.
Weiterlesen01 Mittwoch Jan 2014
Posted in Daniel Barenboim, Joseph Lanner, Neujahrskonzert, Radetzky-Marsch
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Daniel Barenboim dirigiert das Neujahrskonzert 2014. Ich darf an dieser Stelle die stolzgeschwellte Brust jedes einzelnen der 3,5 Mio. Berliner erwähnen. Die Kritik zum Neujahrskonzert 2016 lesen Sie hier.
Wer eine Barenboim-Komponente entdecken will, kann sie in der warm gedämpften Fülle, in der goldenen Breite finden, die die Wiener Philharmoniker entwickeln. Jawoll, temperamentvolle Steigerungen. Jaaa, „Aus dem Bauch raus“-Rubati. Die Musiker spielen mit großer Sensibilität für jenen unwissenschaftlichen Bereich, den man das Psychologisch-Zwischenmenschliche nennen kann.
Weiterlesen31 Dienstag Dez 2013
Posted in Lang Lang, Simon Rattle
Arte, Silversterkonzert.
Ach, Kreuzberg. Danke für die Polenböller. Weiterlesen
28 Samstag Dez 2013
Posted in Anja Harteros, Asher Fisch, Jonas Kaufmann, La forza del destino, Ludovic Tézier
Berlin am 28. 12. Wovon man nie zu träumen wagt, es ist da. Berlin ist leer. Busse sind pünktlich. Die Sonne beleuchtet unbeobachtet die Gesimse. Der Nachbar vom 3. frühstückt in langen Unterhosen in seiner Küche.
Die Macht des Schicksals aus München.
Weiterlesen24 Dienstag Dez 2013
Posted in Anna Vinnitskaya, Johannes Brahms, Marek Janowski, RSB
Marek Janowski, der Schrecken der Berliner Weihnachtsmänner, setzt auf Ernst statt auf Konsum. Man hört am 23. 12. weder Humperdinck noch Fledermaus. Dafür spielt das RSB Schumann groß und ernst und Brahms (ein bisschen weniger) ernst und (fast noch ein bisschen) größer. Janowskis Dirigieren zielt auf Gestaltung. Das RSB gestaltet mit. Anna Vinnitskaja lässt Federn.
Weiterlesen21 Samstag Dez 2013
Posted in Andris Nelsons, Barbara Hannigan, Hans Abrahamsen, Johannes Brahms
Gibt es ein besseres Programm, um kurz vor den festlichen Tagen den Ball flach zu halten? Nö.
Weiterlesen17 Dienstag Dez 2013
Ich äußere keine Kritik an der wunderlichen, sorgfältigen, bühnenun- und mäßig podiumstauglichen Vormärz-Komposition. Es lohnt, deren charakteristische Kennzeichen zu nennen.
Der Schumannsche Ton herrscht: Schumanns milde Glut, der allgegenwärtige subjektive Ausdruck. Die Fanfaren (Trompeten, Tarkövi) wirken neben den zeitgleichen Bombasto-Fanfaren des Lohengrin wie blasse allegorische Gestalten. Weiter: Es ist da diese sinfonische Dichte, deren Spannungen sich nicht in glücklich gefundenen thematischen Schlagzeilen lösen.
Zuerst die Solisten.
Weiterlesen16 Montag Dez 2013
Posted in RSB, Stanislaw Skrowaczewski
Mein Bekannter: „15. Musste hin. Skrowaczewski. Bruckner. Vierte.“
Ich: „15.? Ist doch 3. Advent.“
Er: „Macht nüscht. Um Vier gehts los.“
Ich: „Vier? Oh Scheiße.“
Der Mozart steigert nicht meine Adventsfreude.
Weiterlesen14 Samstag Dez 2013
Posted in Daniel Harding, Emma Vetter, Michael Volle, Tobias Schabel
Der Abend war einer der besten der Staatsoper der letzten Jahre.
Am meisten überraschte das Dirigat Daniel Hardings. Bei der Premiere im April leitete Harding nervös und ansatzweise brillant. Heute Abend leitet Harding durchgehend brillant und so souverän, dass einem die Ohren schlackern. Harding gibt Hardingsche Schlankheit. Das Orchester gibt Barenboimsche Farbe. Höhere Wesen befehlen: hingehen und anhören.
Michael Volle: imponierende Kraft, prägnante Deklamation, die vielen Höhen im Monolog mit sehr guter Klangkonzentration. Schärfe der Charakteristik. Glaubwürdige Schmerzakzente.
Emma Vetter: Die Stimme klingt satter und souveräner in der Höhe als im April. Vetters Sopran lässt die Elsa in der Senta anklingen. Für das zwei Halbe lang gehaltene hohe H, mit der die Oper endet, fehlt ihr die Kraft – geschenkt.
Tobias Schabel: Elegante Kantabilität. Leichter Ton. Schlaksiger Daland.
Stephan Rügamer: Erik.
Simone Schröder: Mary (schöner Sopran).
Philipp Stölzls Inszenierung ist unschlagbar. Auch seine Textgenauigkeit ist gut.