Kritik Salome Staatsoper Mehta: Camilla Nylund, Gerhard Siegel, Birgit Remmert, Albert Dohmen

Camilla Nylund Salome Berlin Staatsoper // Foto: Mara Eggert / staatsoper-berlin.de
„Kann der mal aufhören, mit dem bescheuerten Obst rumzuwedeln?“ Camilla Nylund Salome // Foto: Mara Eggert / staatsoper-berlin.de

Eine Repertoirevorstellung gehobenen Niveaus.

Camilla Nylund: Nylunds Salome ist weniger Luder als ein Teenager mit einem altersnormalen Grad an selbstverliebter Extrovertiertheit.

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Kritik Premiere Staatsoper Katja Kabanowa Simon Rattle: Eva-Maria Westbroek Pavel Černoch Anna Lapkovskaja

Kataja Kabanova: Eva-Maria Westbroek, Sopran, vor leerem Tisch. Deborah Polaski denkt nach // Foto: Uhlig / staatsoper-berlin.de
Eva-Maria Westbroek steht im Regen. Deborah Polaski denkt nach // Foto: Bernd Uhlig / staatsoper-berlin.de

Katja Kabanowa, die kondensierte Form einer Oper, in der die Hauptperson unglücklich liebt und tragisch stirbt bzw. tragisch liebt und unglücklich stirbt, hat Premiere an der Staatsoper. Wenn Andrea Breth inszeniert, dann auch aufgrund des Versprechens, das sie mit der einleuchtenden Inszenierung des Wozzeck gegeben hat. Sie löste es nicht zur Gänze ein.

HIER KRITIK ZU KATJA KABANOWA JUNI 2017 LESEN!

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Kritik Berliner Philharmoniker Abbado Gedenkkonzert: Zubin Mehta Mahler Adagietto, Beethoven Klavierkonzert Nr. 5 Rudolf Buchbinder, Heldenleben

Ein ungewöhnlich reichhaltiges und gelungenes Konzert.

Der Abend dient als Gedenkkonzert für Claudio Abbado.

Das Adagietto (Mahler, 5.) dirigiert Zubin Mehta als Anti-Abbado, also denkbar unphilosophisch, aber wunderbar feinfühlig – der Begriff „plüschig“  verbietet sich bei diesem Anlass – und nobel. Der Satz hat mehr Charme als Sentiment, was nicht das Schlechteste ist, was ihm passieren kann. Den Septdezim-Glissando-Absturz spielen die ersten Geigen der Wiener Philharmoniker mit einem höheren Maß an Mahler-Besoffenheit – will sagen: raffinierter, beiläufiger, hypnotischer. Die letzten Forzati knurren die Kontrabässe unnachahmlich als grimmigen Abschiedsgruß Abbado hinterher.

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Claudio Abbado tot

Claudio Abbado, von 1990 bis 2002 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, ist tot.

In dankbarer Erinnerung an viele Konzerte. Zu den lebhaftesten Erinnerungen zählen im Rückblick das Konzert für Violine und Blasorchester von Kurt Weill (Mai 2007) und die 10. Sinfonie von Mahler. War das 2010? Dann noch La Mer (2009). Das war jenes Konzert, in dem Angelika Kirchschlager Mahlerlieder sang. Ach je, das „Rheinlegendchen“. Was für eine Vollkommenheit.

Kritik Neujahrskonzert Wiener Philharmoniker 2014 Daniel Barenboim

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Daniel Barenboim dirigiert das Neujahrskonzert 2014. Ich darf an dieser Stelle die stolzgeschwellte Brust jedes einzelnen der 3,5 Mio. Berliner erwähnen. Die Kritik zum Neujahrskonzert 2016 lesen Sie hier.

Wer eine Barenboim-Komponente entdecken will, kann sie in der warm gedämpften Fülle, in der goldenen Breite finden, die die Wiener Philharmoniker entwickeln. Jawoll, temperamentvolle Steigerungen. Jaaa, „Aus dem Bauch raus“-Rubati. Die Musiker spielen mit großer Sensibilität für jenen unwissenschaftlichen Bereich, den man das Psychologisch-Zwischenmenschliche nennen kann.

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Kritik La forza del destino München: Jonas Kaufmann, Anja Harteros, Vitalij Kowaljow, Ludovic Tézier

Berlin am 28. 12. Wovon man nie zu träumen wagt, es ist da. Berlin ist leer. Busse sind pünktlich. Die Sonne beleuchtet unbeobachtet die Gesimse. Der Nachbar vom 3. frühstückt in langen Unterhosen in seiner Küche.

Die Macht des Schicksals aus München.

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Kritik RSB Janowski: Schumann 3., Brahms 1. Klavierkonzert Anna Vinnitskaja

Marek Janowski, der Schrecken der Berliner Weihnachtsmänner, setzt auf Ernst statt auf Konsum. Man hört am 23. 12. weder Humperdinck noch Fledermaus. Dafür spielt das RSB Schumann groß und ernst und Brahms (ein bisschen weniger) ernst und (fast noch ein bisschen) größer. Janowskis Dirigieren zielt auf Gestaltung. Das RSB gestaltet mit. Anna Vinnitskaja lässt Federn.

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Kritik Berliner Philharmoniker Harding Schumann Faust: Dorothea Röschmann, Christian Gerhaher

Ich äußere keine Kritik an der wunderlichen, sorgfältigen, bühnenun- und mäßig podiumstauglichen Vormärz-Komposition. Es lohnt, deren charakteristische Kennzeichen zu nennen.

Der Schumannsche Ton herrscht: Schumanns milde Glut, der allgegenwärtige subjektive Ausdruck. Die Fanfaren (Trompeten, Tarkövi) wirken neben den zeitgleichen Bombasto-Fanfaren des Lohengrin wie blasse allegorische Gestalten. Weiter: Es ist da diese sinfonische Dichte, deren Spannungen sich nicht in glücklich gefundenen thematischen Schlagzeilen lösen.

Zuerst die Solisten.

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Kritik Fliegender Holländer Staatsoper Daniel Harding 2013

Der Abend war einer der besten der Staatsoper der letzten Jahre.

Am meisten überraschte das Dirigat Daniel Hardings. Bei der Premiere im April leitete Harding nervös und ansatzweise brillant. Heute Abend leitet Harding durchgehend brillant und so souverän, dass einem die Ohren schlackern. Harding gibt Hardingsche Schlankheit. Das Orchester gibt Barenboimsche Farbe. Höhere Wesen befehlen: hingehen und anhören.

Michael Volle: imponierende Kraft, prägnante Deklamation, die vielen Höhen im Monolog mit sehr guter Klangkonzentration. Schärfe der Charakteristik. Glaubwürdige Schmerzakzente.

Emma Vetter: Die Stimme klingt satter und souveräner in der Höhe als im April. Vetters Sopran lässt die Elsa in der Senta anklingen. Für das zwei Halbe lang gehaltene hohe H, mit der die Oper endet, fehlt ihr die Kraft – geschenkt.

Tobias Schabel: Elegante Kantabilität. Leichter Ton. Schlaksiger Daland.

Stephan Rügamer: Erik.

Simone Schröder: Mary (schöner Sopran).

Philipp Stölzls Inszenierung ist unschlagbar. Auch seine Textgenauigkeit ist gut.