Parsifal Deutsche Oper: Stephen Milling Gurnemanz Daniela Sindram Kundry

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Philipp Stölzl Richard Wagner Parsifal Deutschen Oper Berlin

Blaue Stunde in Gralslandschaften: Stölzls Parsifal an der Deutschen Oper Berlin / Foto: facebook.com/DeutscheOperBerlin, Matthias Baus

Philipp Stölzls Zentenar-Parsifal (Mit der Inszenierung feierte die Deutsche Oper ihr 100-jähriges Wachsen und Gedeihen) steht wieder auf dem Spielplan der DOB. Und immer noch changiert Stölzls Berliner Parsifal zwischen Revoluzzer-Regie und turbulenter Texttreue. Es ist eine Stärke von Stölzls Parsifaldeutung, dass der Zuschauer auch nach wiederholtem Besuch nicht weiß, ob Stölzl sich bierernste Bibeltreue oder ideologiekritisch um sich ätzendes Regietheater auf die Fahnen geschrieben hat. Das kultige Bühnenweihfestspiel als ergebnisoffenes postmodernes Wunschkonzert, wer hätte das gedacht! Weiterlesen

Sokhiev Berliner Philharmoniker: Le Chasseur maudit Luganski Rachmaninow

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Tugan Sokhiev gelingt es selten, ein Konzertprogramm zu dirigieren, dass nicht in der einen oder anderen Weise russisch inspiriert wäre. Auch heute nicht. Macht ja auch nichts. Doch immerhin hält der erste Konzertteil zwei Raritäten-Häppchen bereit, die zu unverzüglicher Einverleibung einladen.

Da ist erstens Francks Le Chausseur maudit, der zu denjenigen symphonischen Dichtungen zählt, die sich durch einen noblen tragischen Tonfall auszeichnen. Das Stück ist frisch, nicht zu lang und präsentiert eine überschaubare Anzahl von Themen. Die Hauptperson der symphonischen Dichtung ist ein Jäger, der unklugerweise das sonntägliche Jagdverbot missachtet. Passenderweise wird das Stück leitmotivisch von reizvollen Hornfanfaren durchzogen. Trotz des lebhaft bewegten Vollklangs ist die Faktur des Jagdstücks erfreulich transparent. Sokhiev leitet glühend fokussiert. Weiterlesen

Kritik Fidelio Premiere Staatsoper Berlin: Schager Nylund Struckmann Salminen Barenboim

Falk Struckmann, Camilla Nylund, Andras Schager Fidelio Berlin Staatsoper

Troll dich, Bösewicht! Camilla Nylund meint es ernst / Foto: Bernd Uhlig / staatsoper-berlin.de

Die erste Premiere der Saison in der Staatsoper Berlin.

Fidelio (bzw. „Leonore“, wie Beethovens einzige Oper zuerst hieß) war Anno 1805 ein Schlag ins Wasser. Aber auch noch heute ist Fidelio Dauerbaustelle. Drei Fassungen, vier Ouvertüren gibt’s. Gespielt wird zumeist Fassung drei mit den Ouvertüren vier und drei (aber John Eliott Gardiner versuchte sich vor einiger Zeit etwa an einem Mix aus Fassung eins und zwo). Ja, die Dialoge sind hanebüchen, die Dramaturgie ist hölzern, die Solonummern sind alles andere als ein Ausbund an melodischem Schmelz – Beethoven als Opernbruchpilot? Weiterlesen

Così fan tutte Deutsche Oper Berlin

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Die neue Così fan tutte an der Deutschen Oper.

Mozarts leichtfertigstes Theatererzeugnis ist auch sein bezauberndstes. So schwer-leicht, so heiter-tragisch ist selbst die Hochzeit des Figaro nicht. „Così“ ist die klassische doppelter-Boden-Oper. Vier junge Menschen versinken in einen irren Strudel aus realen und virtuellen Gefühlen. Die Modernität dieses „Dramma giocoso“ wurde schon früh bemerkt. Der teuflische Frauentausch-Plot beginnt als Verkleidungsklamotte und wird zu einem Drama intimster Melancholie. Weiterlesen

Kritik Don Giovanni Staatsoper Berlin: Olga Peretyatko Antonio Poli Röschmann Luca Pisaroni

Dorothea Röschmann Donna Elvira Berlin Staatsoper

Endstation Donna Elvira: Dorothea Röschmann muss sich hinlegen / Foto: staatsoper-berlin.de / Monika Rittershaus

Claus Guths Don Giovanni ist so unvorhersehbar wie eh und je. Die Wiederaufnahme an der Staatsoper Berlin bringt neue Kräfte, bewahrt aber mit dem Don Giovanni von Christopher Maltmann und der Donna Elvira von Dorothea Röschmann zwei zentrale Sänger der Premiere vom Sommer 2012. Weiterlesen

Kritik Staatsoper Berlin: Tosca Angela Gheorghiu

Angela Gheorghiu Tosca Berlin Staatsoper
Angela Gheorghiu singt Tosca an der Berliner Staatsoper / Foto: facebook.com/angelagheorghiuofficial/

Die Inszenierung von Alvis Hermanis ist leidenschaftslos. Sie ist sachlich und sauber. Auffälligstes Merkmal der Regiearbeit sind 1. die gemalte Nonstop-Dia-Show und 2. Toscas Ausschnitt. Beides stört nicht groß.

Hier Besprechung der Tosca 2018 mit Eyvazov, Stikhina und Finley lesen!

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Staatskapelle Barenboim Dream of Gerontius

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Die Staatskapelle spielt Elgar.

Wenn es eine Geisteshaltung namens Elgarphilie gibt, so ist Daniel Barenboim einer ihrer Berliner Hauptvertreter. Nach den Elgarsinfonien Nr. 1. und 2 folgt nun Elgars Oratorium The Dream of Gerontius.

Das Werk mischt katholische Süßlichkeit mit typisch englischer Unvermitteltheit. Ob Zufall oder nicht, der Engländer mit dem markanten Schnauzer hat in seinen „Gerontius“ einige der schönsten melodischen Eingebungen gepackt, die um 1900 einem Komponisten einfallen konnten. Weiterlesen

Maskenball: Jorge de León Etienne Dupuis Adrianne Pieczonka Judit Kutasi Elena Tsallagova

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Maskenball Deutsche Oper Berlin Adrianne Pieczonka Jorge de León

Maskenball an der Deutschen Oper Berlin / Foto: twitter.com

Der Maskenball an der Deutschen Oper Berlin.

Götz Friedrichs klug distanzierte, gleichwohl dringliche Inszenierung (1993) hat sich gut gehalten. Seine Regie lenkt das Augenmerk auf die doppelbödige Tragikomödie, die Verdis Maskenball ist. Götz Friedrich krempelt Verdi nicht um, setzt vielmehr Akzente im Spannungsfeld von Maske und Macht, mixt unaufdringlich Gegenwart und Spätabsolutismus und lässt den Protagonisten Raum und Phantasie, um Verdis Dreiecksgeschichte zwischen Liebe und Politmord mit Leben zu füllen. Weiterlesen

Kritik Münchner Philharmoniker: Gergiew Ustwolskaja Sinfonie 3 Schostakowitsch Sinfonie 4

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Das Musikfest Berlin pflegt eine unbekümmerte Kommerzferne. Heuer, 2016, da Manoury und Nono, Langgard und Henze, Pintscher und Rihm, Ligeti und Neuwirth oder eben Ustwolskaja und Schostakowitsch ihre Klingen kreuzen dürfen, ist diese Ferne noch unbekümmerter. Zeugnis dessen ist nicht nur, aber auch das Konzert der Münchner Philharmoniker mit einem Ustwolskaja-Schostakowitsch-Programm. Das ist zum Wohl des interessierten Zuhörers. Freilich nehmen die Veranstalter eine gewisse Leere der Veranstaltungsorte in Kauf. Weiterlesen