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Opern- & Konzertkritik Berlin

~ Klassik-Blog für Konzertberichte und Opernkritiken aus Berlin

Opern- & Konzertkritik Berlin

Archiv des Autors: Schlatz

Kritik Premiere Tristan & Isolde Staatsoper Berlin: Tscherniakow Barenboim Schager Kampe

12 Montag Feb 2018

Posted by Schlatz in Adam Kutny, Andreas Schager, Anja Kampe, Boaz Daniel, Daniel Barenboim, Dmitri Tcherniakov, Ekaterina Gubanova, Linard Vrielink, Stephan Rügamer, Stephen Milling

≈ 30 Kommentare

Hier die Kritik von Tristan und Isolde Juni 2019.

Das ist doch das Widerwärtigste was ich noch in meinem Leben gesehen und gehört. Wer da so über Richard Wagner vom Leder zog, war Clara Schumann. Die Notiz  entstammt ihrem Tagebuch, Datum ist der 8. September 1875. Clara Schumann hatte in München eine Vorstellung von Tristan und Isolde besucht.

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Kritik La Traviata Staatoper Berlin 2018: Elsa Dreisig Liparit Avetisyan

05 Montag Feb 2018

Posted by Schlatz in Adam Kutny, Alfredo Daza, Corinna Scheurle, David Oštrek, Elsa Dreisig, Grigory Shkarupa, Massimo Zanetti, Slávka Zámečníková

≈ 7 Kommentare

Dieter Dorns La Traviata in der Wiederaufnahme an der Staatsoper Berlin.

HIER BESPRECHUNG VON La Traviata MIT KATERINA TRETYAKOVA!

Die erneute Wiederbegegnung mit Dorns Neuproduktion macht diese nicht besser. Dorns Traviata ist statisch. Wie auf einem niederländischen Stillleben arrangiert der Regisseur Memento-Mori-Utensilien: rieselnder Sand, der Totenkopf als lebendes Bild, ein Spiegel mit Trübung und Sprung. Eine Kerze brennt dem Ende entgegen. Vanitas-Bild folgt auf Vanitas-Bild. Der Chor lungert quietschvergnügt in grellbunten Kostümen herum. Statt Symbol einer gefährlich repressiven Gesellschaft ist er nichts als ein lahmes Feierkollektiv, das so wenig Feierlaune verbreitet wie eine Ölsardine.

La Traviata Staatsoper Berlin Elsa DreisigVerdi erzählt die traurige Geschichte in knappen Bildern.

Eine Arie jagt die nächste. Das Personal jagt dem Abgrund entgegen.

Bei Dieter Dorn jagt nichts. Stattdessen schleppt sich die Inszenierung dahin, als wäre sie selbst schwindsüchtig. Zwischendurch räkelt sich Violetta auf ihrem Kissenkuschelplätzchen. Allenthalben hebt Dorn mahnend den Vanitas-Finger. Bedeutungsschwer umzingeln lehmige Ballett-Lemuren Violetta. So entschleunigt man Verdis Liebe-Tod-und-Schwindsucht-Drama zu lamentuöser Stilllebenstatik.

Gott sei Dank wird in Verdis Kurtisanendrama von der Seine auch gesungen.

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Kritik Vogler Quartett Konzerthaus: Haydn Debussy Brahms Streichsextett

04 Sonntag Feb 2018

Posted by Schlatz in Annemarie Moorcroft, DSO, Mischa Meyer

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Das Vogler Quartett setzt seinen Konzertzyklus im Kleinen Saal des Konzerthauses fort.

Das Programm bringt Wiener Klassik, jungen, makellosen Debussy und jungen, wilden Brahms.

Im Vogler Quartett lebt musikalischer Geist.

In Joseph Haydns Streichquartett op. 74 Nr. 1 wird das Allegro von stetig vorwärts treibenden Impulsen Weiterlesen →

Die Gezeichneten Komische Oper Calixto Bieito Kritik

02 Freitag Feb 2018

Posted by Schlatz in Ausrine Stundyte, Calixto Bieito, Franz Schreker, Michael Nagy, Peter Hoare

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Schlagwörter

Komische Oper

Die Komische Oper Berlin zeigt Die Gezeichneten von Franz Schreker.

Die Gezeichneten mausern sich zur Trendoper. Im Sommer 2017 wagte sich gar die große Bayerische Staatsoper an die Lust-und-Laster-Oper. Erst Ende der Siebziger leiteten M. Gielen und H. Neuenfels die Wiederentdeckung ein. Zuvor hatten die Nazis Schreker mit deutscher Gründlichkeit aus den Spielplänen gekärchert. Komponiert wurde die dreiaktige Oper während des 1. Weltkriegs. Schreker war damals der letzte Schrei, Schrekers Opern waren gleichbedeutend mit wuchernden Klangräuschen und auratischen Textbüchern.

Schon das Libretto von Die Gezeichneten schillert. Die Mischung aus Thrill, Eros und Jugendstil-Ästhetik ist 100% Schreker.

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Daniil Trifonow Jansons Berliner Philharmoniker Kritik: Schumann Klavierkonzert Bruckner 6. Sinfonie

26 Freitag Jan 2018

Posted by Schlatz in Daniil Trifonov, Mariss Jansons

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Schlagwörter

Berliner Philharmoniker

Trifonow spielt das Schumannkonzert.

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Ultraschall Abschlusskonzert DSO: Haas Posaunenkonzert Andre woher…wohin

22 Montag Jan 2018

Posted by Schlatz in DSO, Gérard Grisey, Georg Friedrich Haas, Mark Andre, Nina Šenk

≈ 3 Kommentare

Nach den aufschlussreichen Exzessen elektronischer Musik des Vortages kehrt Ultraschall Berlin in die Bahnen des symphonischen Orchesterkonzerts zurück. Das Abschlusskonzert findet nun im Haus des Rundfunks statt. Die Dimensionen sind geweitet, der Gestus ist symphonischer, das Publikum gediegener. Es spielt das DSO. Es dirigiert der Cottbuser GMD Evan Christ. Sämtliche Stücke erfordern den großen Apparat.

In NINA ŠENKS kurzem, versiertem Echo II treten Einzelfarben (Klarinettenrufe!) kaum aus dem Gesamtklang heraus. Etwas zu selbstsicher herrscht die funkelnde Üppigkeit des Klangs. So steckt sich Echo II selbst die Grenzen, von denen man wünschte, es bräche aus ihnen aus. Die Partitur gibt es hier.

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Kritik Ultraschall Berlin: Ensemble ascolta und hand werk spielen Bertelsmeier, Holz, Poppe, Frank, van Eck u.a.

21 Sonntag Jan 2018

Posted by Schlatz in Birke Bertelsmeier, Enno Poppe, Eres Holz, Samir Odeh-Tamimi

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Ultraschall Berlin geht weiter. Ab ins Konzert III. Es wird vom Ensemble ascolta  bestritten. Teil 3 des Ultraschall-Samstags bündelt Neue Musik von Newcomern, jüngeren Arrivierten und Altmeistern. Neue-Musik-Spezi Michael Wendeberg leitet.

TIC (2016) von BIRKE JASMIN BERTELSMEIER ist locker und flockig wie vieles aus der Feder der Nordrheinwestfälin. Bertelsmeier liebt das Offene. Die Strukturen sind leicht, fluktuieren, verästeln sich motivisch, ohne leicht zu wiegen. Der Klang ist farbig. Der Zugriff ist spielerisch. Das hinter der Komposition stehende Thema Tod wirkt angesichts der lockeren Faktur fast parodistisch. Dem formidablen Bass Andreas Fischer hört man die schwäbische Herkunft in fast jeder Silbe an. Die ariosen Einschübe zeigen Wozzeck-Melos.

Birke Jasmin Bertelsmeier Ultraschall Berlin 2018 Ensemble ascolta
Birke Bertelsmeier, Ensemble ascolta

Gar nicht so unähnlich gebärdet sich ERES HOLZ‘ locker gefügtes MACH (2011) für Trompete solo, das Markus Schwind geradlinig entfaltet. Schwinds Trompetenklang ist haptisch, klar und schartig. Die Virtuosität ist zugunsten motivischer Konzentration eingedämmt und lebt u.a. von Echowirkungen. Der Redegestus ist sachlich beschwörend, so wie in Schakalkopf des gleichen Komponisten der beruhigte Spätstil Schönbergs geheimnisvoll weiterlebt. Kurz: MACH ist sehr hörenswert.

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Ultraschall: Ensemble Nikel und Caleb Salgado im Radialsystem V

21 Sonntag Jan 2018

Posted by Schlatz in Ann Cleare, Enno Poppe, Helmut Lachenmann

≈ Ein Kommentar

Das Ultraschall-Ufo landet für fünf kurze Tage in Berlin. Die Landepunkte befinden sich über ganz Berlin verteilt. Am Samstag konzentriert sich die Aktivität des Neue-Musik-Festivals Ultraschall Berlin vollständig im Radialsystem V. Es gibt zwei Nachmittagskonzerte, sodann zwei Abendkonzerte.

Konzert I bestreitet das Ensemble Nikel, vier junge Männern, die sich Saxofon, Klavier, Schlagzeug und E-Gitarre widmen.

Der in jeder Hinsicht aufschlussreiche Tag beginnt mit Fleisch (vollendet 2017) von ENNO POPPE, dem aktuellen Wunderwuzzi der Neuen Musik in Deutschland. Poppe transformiert in Fleisch das disparate Gestenrepertoire von Rock- und Jazzcombos in eine geschmeidig-flexible Kontinuität. Dass Poppe Werktitel gerne mit einer galvanischen Bedeutungsschwere auflädt, die an Beuys erinnert, rettet das irritierend bodenständige und wenig geheimnisvolle Werk indes kaum. 

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Elena Stikhina singt Mimì (La Bohème Staatsoper Berlin)

18 Donnerstag Jan 2018

Posted by Schlatz in Alfredo Daza, Angela Gheorghiu, Elena Stikhina, Jan Martiník, Julien Salemkour, Narine Yeghiyan, Olaf Bär

≈ 4 Kommentare

Es ist die letzte La Bohème der weihnachtlich-winterlichen Aufführungsserie an der Staatsoper Berlin und vielleicht nicht die schlechteste, was sowohl an Elena Stikhina als schwindsüchtiger Mimì als auch an Vincenzo Costanzo als Dichter Rodolfo liegen dürfte.

La Bohème Staatsoper Berlin
Elena Stikhina in den Armen Rodolfos: Mimì fliegt vom Sterbesessel / Foto: Monika Rittershaus

Was Elena Stikhina vokal auf die Beine stellt, überrascht. Sie singt die als einen einzigen großen Bogen komponierte Arie Sì, mi chiamano Mimì ohne Fehl und Tadel, mit porentief leuchtender Stimme und klasse Piano. Frau Stikhinas Vollhöhe ist dabei zum Bäume Ausreißen (Il primo sole è mio, il primo bacio dell’aprile è mio), da ist viel genuiner Ausdruck dabei.

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Kritik Ariadne auf Naxos Berlin Staatsoper 2018

13 Samstag Jan 2018

Posted by Schlatz in Anna Samuil, Brenda Rae, Eun Sun Kim, Grigory Shkarupa, Jürgen Sacher, Linard Vrielink, Marina Prudenskaya, Roberto Saccà, Roman Trekel

≈ 4 Kommentare

Brenda Rae Ariadne auf Naxos Staatsoper Berlin

Brenda Rae vor liebeskranker Ariadne / Foto: Monika Rittershaus

Wiederaufnahme von Ariadne auf Naxos.

Charme und Längen des Werkchens sind untrennbar miteinander verbunden. Die Musik gehört stellenweise zum Strauss-Schönsten. Hans Neuenfels‘ äußerlich kühle, innerlich kluge Inszenierung wird mit jedem Mal Ansehen klüger und Neuenfels‘ Botschaft mit jedem Mal Anhören pessimistischer.

Leben und Geist, Zerbinetta und Ariadne, Opera buffa und Opera seria, sie kommen einfach nicht zusammen. Ariadne und Bacchus, sie singen aneinander vorbei.

An den Solisten liegt’s nicht.

Da ist der Komponist der feurigen Marina Prudenskaya, die sich mit durchschlagsstarkem Organ in die Herzen der Zuhörer singt, aber etwas vokal- und konsonantenfaul agiert – flinkes Parlieren und Sprechsingen ist bei der Ariadne einfach ein Muss. Da ist die spritzige Zerbinetta von Brenda Rae, die ihre delikate Kehle als Startrampe für ein Koloraturfeuerwerk aus glockenreinen Staccati nutzt. Überdies verfügt sie über einen biegsamem Sopran. Roman Trekel (Musiklehrer) ist eine charaktervolle, angemessen resignierte, an Haar und Kleidung gleichermaßen ergraute Erscheinung. Das ist der schneidend kalte Haushofmeister, den Elisabeth Trissenaar mit messerscharfer Schauspielerpräsenz spielt. Weiterlesen →

Kritik Berliner Philharmoniker Pappano Véronique Gens: Duparc Ravel Mussorgski Skrjabin

12 Freitag Jan 2018

Posted by Schlatz in Antonio Pappano, Véronique Gens

≈ 7 Kommentare

Schlagwörter

Berliner Philharmoniker

Ein kurzer Abend in der Philharmonie. Das Programm verzichtet auf Sinfonien und Konzerte. Pas de symphonies, Mesdames. Weiterlesen →

Kritik Neujahrskonzert 2018 Wiener Philharmoniker mit Riccardo Muti

01 Montag Jan 2018

Posted by Schlatz in An der schönen blauen Donau, Neujahrskonzert, Radetzky-Marsch, Riccardo Muti

≈ 5 Kommentare

Schlagwörter

Wiener Philharmoniker

Kaum hat man sich vom Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker erholt, steht das Wiener Neujahrskonzert vor der Tür. Volle zwei Stunden erliegt man dem Wiener Charme. Als Nicht-Wiener erliegt man bekanntlicherweise besonders intensiv. Das ist so, als schaute man Strauß Vater im Demel (nur weibliche Bedienung! Wie Wiener Philharmoniker, nur andersrum) bei einem Kaffee Melange tief in die Augen.

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Kritik Silvesterkonzert 2017 Berliner Philharmoniker: Joyce DiDonato singt Strauss

30 Samstag Dez 2017

Posted by Schlatz in Antonín Dvořák, Igor Strawinsky, Joyce DiDonato, Noah Bendix-Balgley, Richard Strauss, Silvesterkonzert, Simon Rattle

≈ 7 Kommentare

Schlagwörter

Berliner Philharmoniker

Das Jahresende 2017 naht mit Riesenschritten, schneelos und – in Berlin – fast bibberfrei. Statt Frost und Schnee fliegt jedoch die US-amerikanische Ausnahmesängerin Joyce DiDonato ein, wahrlich keine schlechte Alternative. DiDonato ist also die

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Hänsel und Gretel Berlin Staatsoper Achim Freyer – Kritik

26 Dienstag Dez 2017

Posted by Schlatz in Anna Samuil, Arttu Kataja, Corinna Scheurle, Sarah Aristidou, Sebastian Weigle, Stephan Rügamer

≈ 2 Kommentare

HänselundGretel Staatsoper Berlin Achim Freyer

Nicht ganz geheuer: hier steckt Hänsel schon in Schwierigkeiten / Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de

Mit einer klugen und quietschbunten Neuinszenierung von Hänsel und Gretel startete die Staatsoper Berlin Anfang Dezember mit Volldampf in den regulären Spielplan. Regie-Tausendsassa Achim Freyer (Kostüme, Bühnenbild, Regie) inszeniert die als Vorweihnachts-Kassenmagnet immerbeliebte Märchenoper von Humperdinck. Dabei meistert Freyer den Spagat zwischen hintergründig und kulleräugig, zwischen Erwachsenen- und Kinderoper mit viel Charme.

Hänsel und Gretel sind hier wirklich einmal Kindsköpfe. Deswegen agieren sie mit übergroßen Pappmaché-Gesichtern. Gretel trägt Haarschleife und Pünktchenkleid. Hänsel steckt in einer Lausbubenhose, die schnurstracks aus dem Bilderbuch kommt. Auf dem Scheitel sitzen ein keckes Käppi und ein giftgrüner Irokesen-Wisch. Das wirkt kindlich und symbolhaft zugleich. Bei Freyer kam der Stil ja immer schon aus der Überzeichnung. An der Staatsoper haut das hin. Die Gebrüder Grimm – von der Phantasie bonbonbunt beschwipst. Weiterlesen →

Kritik La Bohème Staatsoper Berlin: Gheorghiu Beczala Daza Samuil

23 Samstag Dez 2017

Posted by Schlatz in Alfredo Daza, Angela Gheorghiu, Anna Samuil, Gyula Orendt, Julien Salemkour, Piotr Beczala

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2017 Staatsoper Berlin La Bohème Puccini
Weihnachten im Quartier Latin: Che chiasso! Quanta folla! / Foto: Monika Rittershaus

Eine Bohème an der Staatsoper Unter den Linden in glänzender Besetzung.

(Hier Kritik der Aufführung mit Elena Stikhina und Vincenzo Costanzo vom Januar 2018 lesen.)

Tenor Piotr Beczala und Sopran Angela Gheorghiu singen in Lindy Humes bewährter Inszenierung, die die Handlung aus dem Paris von 1830 ins Jahr 1900 verlegt und bei der pittoresken Milieuschilderung einen Mittelweg einschlägt: nicht zu viel Klischee und nicht zu wenig Gefühl.

Angela Gheorghiu präsentiert – wer hätte etwas anderes erwartet? – eine Mimì, die auch kokett, ja leidenschaftlich ist. Wie Gheorghiu singt, lässt kaum Wünsche offen. Ihre Stimme ist nicht zu groß, doch immer noch wunderbar konzentriert im Ton, voller magischer Pianissimi und kommt ohne verismohaftes Tosca-Röhren aus.

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