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Opern- & Konzertkritik Berlin

~ Klassik-Blog für Konzertberichte und Opernkritiken aus Berlin

Opern- & Konzertkritik Berlin

Archiv des Autors: Schlatz

Deutsche Oper Berlin: Premiere Il viaggio a Reims

16 Samstag Jun 2018

Posted by Schlatz in Alexandra Ionis, Davia Bouley, Giacomo Sagripanti, Gideon Poppe, Gioachino Rossini, Hulkar Sabirova, Siobhan Stagg, Vasilisa Berzhanskaya

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Deutsche Oper Berlin

Gelungene Premiere an der Deutschen Oper Berlin. In Rossinis Spätwerk Viaggio a Reims zünden alle Beteiligten ein quirliges Opernspektakel, das von Beginn an nur auf eines zusteuert: auf köstliches Belcanto-Vergnügen.

Dabei ist es ja nicht so, dass das Unterfangen gänzlich risikolos wäre. Aus einem zarten Nichts an Handlung türmen sich Verwicklung auf Verwicklung, Szene auf Szene, Arie auf Arie, entrollt sich ein Belcanto-Tableau von dramaturgischem Superleichtgewicht, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Dabei ist alles außergewöhnlich an diesem dramma giocoso, das mehr selbstreferentielles Vokalspektakel ist als alle anderen Opern Rossinis: Nur ein Akt, nur zwei Bilder, dafür 26 Szenen und drei Stunden Spieldauer. Der Ort: das Hotel zur Goldenen Lilie im lothringischen Plombières. Die Zeit: 1825. Kaum Handlung also, dafür reines Stimmvergnügen. Und als wäre das alles nichts, zählt Il Viaggio a Reims auch noch zu den einfallsreichsten Rossini-Opern.

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Staatsopern-Tosca mit Stikhina, Finley, Eyvazov

10 Sonntag Jun 2018

Posted by Schlatz in Adam Kutny, David Oštrek, Elena Stikhina, Florian Hoffmann, Gerald Finley, Simone Young, Ulf Dirk Mädler, Yusif Eyvazov

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Tosca von Puccini.

Hier die Kritik zur Tosca mit Sonya Yoncheva 2019 lesen!

Kurzentschlossen geht es in die Staatsoper Berlin.

Tosca Elena Stikhina Yusif Eyvazov Gerald Finley Simone Young Berlin Staatsoper

Yusif Eyvazov stellt den Maler Cavaradossi nicht als maskulinen Tenorbolzen, sondern als gutmütigen, etwas phlegmatischen und zutiefst melancholischen Bären auf die Bühne – keinem Cavaradossi nimmt man die treuherzig liebende Seele,

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Pelléas et Mélisande: Marianne Crebassa, Michael Volle, Rolando Villazón

01 Freitag Jun 2018

Posted by Schlatz in Anna Larsson, Daniel Barenboim, Dominic Barberi, Marianne Crebassa, Michael Volle, Rolando Villazón, Wolfgang Schöne

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Von den Opern, die nicht geschrieben wurden, ist Debussys Der Untergang des Hauses Usher (neben Richard Wagners Jesus von Nazareth und Schönbergs Pelleas und Melisande natürlich) eine der faszinierendsten. Doch bekanntlich muss man sich mit Wagners promiskuitivem Ring und Debussys schwermütigem Pelléas et Mélisande begnügen. Darüber hinwegtröstet die Tatsache, dass Pelléas et Mélisande ein Meisterwerk ohne Gleichen ist, auch wenn es Längen und dafür weder Arien noch zugkräftige Finali hat.  Weiterlesen →

La Traviata: Ailyn Pérez Benjamin Bernheim

31 Donnerstag Mai 2018

Posted by Schlatz in Adam Kutny, Ailyn Pérez, Alfredo Daza, Arttu Kataja, Benjamin Bernheim, Corinna Scheurle, David Oštrek, Domingo Hindoyan

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Keine lodernde Rach- und Eifersucht, kein Hass, dafür verzweifelte Liebe und die tödliche Macht der Familienehre – das melodramma La Traviata setzt andere, aber nicht weniger fatale Akzente als Rigoletto oder Troubadour. Wenn Regisseur Dieter Dorn nun an der Staatsoper Berlin versucht, Verdis herzzerreißende Oper um die vom Wege Abgekommene (deutsch für traviata) mit einer zerwühlten Matratzeninsel auf schnöder Einheitsbühne, mit kalt glitzernder Spiegelmauer und scheu schleichenden Memento-Mori-Lemuren

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Lutorattle zelebriert Brahmsławski

28 Montag Mai 2018

Posted by Schlatz in Jörg Widmann, Johannes Brahms, Simon Rattle, Witold Lutosławski

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Berliner Philharmoniker

Teil zwei des konzentrierten Konzertwochenendes der Berliner Philharmoniker. Es bringt drei Sinfonien und zwei Uraufführungen. Während die Musiker sich warmspielen für eine über London, Wien, Amsterdam und Madrid führende Tourneeschleife, immerhin der letzten unter Simon Rattle, nutzen die Berliner eine der letzten Gelegenheiten, das Bühnentier Rattle als Chef zu hören. Am Samstag stand das ungleiche Duo Abrahamsen-Bruckner auf dem Programm, am heutigen Sonntag höre ich den sinfonischen Pas de deux Lutosławski-Brahms und Unerhebliches von Jörg Widmann.

Simon Rattle Berliner Philharmoniker Brahms Lutosławski Sinfonie 3

Witold Lutosławskis überraschende und reiche Sinfonie Nr. 3 (Uraufführung 1983, Dirigent: Solti), entstanden im Schatten der polnischen Protestbewegung,

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Rattle und die Berliner Philharmoniker: Bruckners 9. und Abrahamsen Three Pieces

27 Sonntag Mai 2018

Posted by Schlatz in Hans Abrahamsen, Simon Rattle

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Berliner Philharmoniker

Rattle geht, doch er geht nicht ohne kräftige Zeichen zu setzen.

Wie schon 2012 steht erneut Bruckners Sinfonie Nr. 9 mit rekonstruierten Finale auf dem Programm.

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Anne-Sophie Mutter beim RSB mit Pendereckis Violinkonzert Nr.2

17 Donnerstag Mai 2018

Posted by Schlatz in Anne-Sophie Mutter, RSB

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Klug gemacht! Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin präsentiert zwei sperrige Werke und lädt dazu einen Weltstar ein. Prompt ist der Laden respektive die Philharmonie rappelvoll. Und so lauscht eine ausverkaufte Philharmonie Pendereckis Violinkonzert Nr. 2 und Schostakowitschs Sinfonie Nr. 15. Entgegen der Ankündigung dirigiert Penderecki nicht selbst, sitzt jedoch hochkonzentriert im Publikum. Man findet eine Doppellösung. Der Pole und Penderecki-Vertraute Maciej Tworek dirigiert Penderecki, Andrei Boreiko dirigiert Schostakowitsch.

 

Die Uraufführungssolistin von 1995, Anne-Sophie Mutter, steckt im trägerlosen, hautengen, zitronengelben (Dior?)-kleid, präsentiert sich gewohnt makellos im durchtrainierten Virtuosenkörper, Weiterlesen →

Annette Dasch & Fauré Quartett im Konzerthaus Berlin

16 Mittwoch Mai 2018

Posted by Schlatz in Annette Dasch, Liederabend

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Das Fauré Quartett spielt, Annette Dasch singt.

Im Konzerthaus Berlin mischen die fünf Akteure Kammermusik und Liedrecital, mixt man frech und frei Brahms, Wagner und Mahler. Der Abend spielt mit Echtem und Fast-Echtem, koppelt das ehrwürdige Klavierquartett op. 60 von Brahms an Klavierquartettbearbeitungen von Liedern Gustav Mahlers und Richard Wagners. Und hebt dann auch noch das ehrwürdige Opus 60 häppchen- bzw. satzweise unter das Liedgut. Und – Überraschung! – es funktioniert.  Weiterlesen →

Verdi-Tage Il Trovatore: Angela Meade Murat Karahan Anita Rachvelishvili Simone Piazzola

10 Donnerstag Mai 2018

Posted by Schlatz in Alexandra Ionis, Anita Rachvelishvili, Burkhard Ulrich, Giacomo Sagripanti, Il Trovatore, Marko Mimica, Murat Karahan, Simone Piazzola

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Deutsche Oper Berlin

Anita Rachvelishvili Simone Piazzola Angela Meade Murat Karahan
Giacomo Sagripanti, Murat Karahan, Angela Meade, Simone Piazzola, Anita Rachvelishvili, Marko Mimica

Auch Operninszenierungen gehen den Weg alles Zeitlichen. Nun ist der Neuenfels-Troubadour an der Reihe. Premiere 1996, Dernière 2018. 22 Jahre sind keine schlechte Lebenserwartung für eine Verdi-Oper. Nun also sitzt man zum letzten Mal beim Kaffeekränzchen – oder soll man sagen Leichenschmaus? – bei der alten Dame Troubadour.

Was die Inszenierung ist, was sie kann und was nicht, dies erklärt immer noch Heinz Josef Herborts mit seiner bis ins Detail heute noch gültigen Premierenkritik „Der Schlächter in uns“ am besten.

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Verdi-Tage: Simon Keenlyside singt Rigoletto an der Deutschen Oper

08 Dienstag Mai 2018

Posted by Schlatz in Albina Shagimuratova, Judit Kutasi, Meechot Marrero, Paul Kaufmann, Simon Keenlyside, Stephen Costello, Tobias Kehrer

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Deutsche Oper Berlin

Rigoletto Deutsche Oper Berlin Jan Bosse
Foto: Bettina Stöß

Ich verstehe den empörten Kritiker-Trubel um den Deutsche-Oper-Rigoletto nicht.

Jan Bosse verpflanzt Verdis düsteres melodramma an der Deutschen Oper Berlin in grelles Bühnenlicht und doppelt den Zuschauerraum auf der Bühne (Stéphane Laimé). Das funktioniert recht gut, auch wenn emozione und amore Verdi-untypisch bei Bosse unterrepräsentiert sind. Aber Rigoletto ist nun einmal ein pessimistisches Nachtstück, gerade trotz des Feuerwerks an Arien, Duetten und Ensembles, da darf es auch auf der Bühne trist zugehen. Vom düsteren preludio (Fluchmotiv, finsterstes c-Moll) bis

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King Arthurs Märchenstunde in der Staatsoper

07 Montag Mai 2018

Posted by Schlatz in Anett Fritsch, Mark Milhofer, René Jacobs

≈ 3 Kommentare

King Arthur Berlin Oper Unter den Linden Purcell

Ratlose Briten: Anett Fritschs Sonntagsausflug mit King Arthur / Foto: Ruth u. Martin Walz

Purcells King Arthur an der Staatsoper Berlin ist eine unterhaltsame Reise durch die britische Geschichte, und zwar anhand einer der feinsten britischen Opern. Die Hauptstopps dieser Reise sind frühes Mittelalter und Zweiter Weltkrieg, und mittels lustiger Rück-, Quer- und Vorblicke entsteht ein mal ironisches, mal ergreifendes Bild der ruhmreichen britischen Nation und ihrer wechselvollen Geschicke, die sich sämtlich in der Gestalt des edlen König Arthurs (bei Purcell allerdings ohne Tafelrunde und Excalibur) und seines Kontrahenten, des bösen sächsischen Invasoren Oswald, zu bündeln scheinen. Weiterlesen →

Staatskapelle: Debussy vokal mit Crebassa & Prohaska

02 Mittwoch Mai 2018

Posted by Schlatz in Anna Prohaska, Daniel Barenboim, Marianne Crebassa

≈ 6 Kommentare

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Staatskapelle Berlin

Die Staatskapelle Berlin greift nach Debussy und spannt den Bogen vom Jugendwerk bis zum dezenten Meisterwerk der späten Jahre. Als erstaunlich entpuppen sich besonders die nicht allzu bekannten Trois Ballades de François Villon, die Marianne Crebassa verblüffend perfekt singt.

Die Französin – 2015 schon ein aufregender Cherubino an der Staatsoper – präsentiert die drei Orchesterlieder mit unerschütterlicher Spontaneität. Ihr Ton ist reich, ihre Stimme sitzt perfekt, klingt üppig und wahnsinnig entspannt. Ich höre ein fein gezeichnetes Vibrato und einen Klangkern aus tausend Nuancen kühlen Kupfers, um den sich feinster Samt legt. Marianne Crebassa singt einen erstaunlichen Debussy. Auch die drei Balladen will man gerne öfters hören. Weiterlesen →

Pierre Boulez Saal: Patricia Petibon singt

30 Montag Apr 2018

Posted by Schlatz in Liederabend, Thomas Hampson

≈ 5 Kommentare

Thomas Hampson sagt sehr kurzfristig ab, Patricia Petibon sagt sehr kurzfristig zu.

Patricia Petibon Susan Manoff

Statt Schubert nun also ein Programm, das sich kapriziös und kalkuliert exotisch gibt: französische, spanische, lateinamerikanische mélodies und canciones, dazwischen Populäres, ja Gewagtes. Petibon singt Opernschnipsel (O mio babbino caro), schmettert Granada, bietet de Falla, Poulenc, Turina. Das Recital bricht auf, was man gemeinhin unter Liederabend versteht. Man soll merken: Hier werden keine Klassiker beweihräuchert. Es ist ein eloquentes Plädoyer für (zumindest in Mitteleuropa) selten Gehörtes. Weiterlesen →

RSB-Nachmittag mit Adès, Britten, Liszt

23 Montag Apr 2018

Posted by Schlatz in Benjamin Britten, Franz Liszt, Kirill Gerstein, RSB, Simon Keenlyside

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Das RSB-Konzert am Sonntagnachmittag.

Einmal Britten, einmal Liszt, einmal Adès, drei Mal Tod, so lautet das Fazit eines Musiknachmittags in der Berliner Philharmonie, der von Trauermusik und Todesvision erzählt.

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Mit Evelyn Herlitzius: die letzte Lady Macbeth aus der Fischfabrik

21 Samstag Apr 2018

Posted by Schlatz in Burkhard Ulrich, Derek Welton, Donald Runnicles, Evelyn Herlitzius, Seth Carico, Thomas Blondelle, Vasilisa Berzhanskaya

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Deutsche Oper Berlin

2015 war (umjubelte) Premiere, jetzt ist Schluss mit Mehrfachmord und liebevoll auskomponiertem Beischlaf. Weiterlesen →

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