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Opern- & Konzertkritik Berlin

~ Klassik-Blog für Konzertberichte und Opernkritiken aus Berlin

Opern- & Konzertkritik Berlin

Archiv des Autors: Schlatz

Kritik Bayreuth Tristan: Peter Schneider, Robert Dean Smith Tristan, Iréne Theorin Isolde

06 Montag Aug 2012

Posted by Schlatz in Bayreuther Festspiele, Iréne Theorin, Jukka Rasilainen, Kwangchoul Youn, Michelle Breedt, Robert Dean Smith

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Als Berliner, der einen gehörigen Teil seiner bisherigen Lebenszeit in der hiesigen Staatsoper mit dem Anhören von Barenboims Tristans verbracht hat, höre ich Peter Schneiders Tristan-Dirigat mit demselben konzilianten Snobismus an, mit dem Bekannte aus München oder Madrid die Preise des Berliner Wohnungsmarkts kommentieren.

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Kritik Salzburg La Bohème: Anna Netrebko Mimì, Piotr Beczala Rodolfo, Nino Machaidze Musetta

01 Mittwoch Aug 2012

Posted by Schlatz in Anna Netrebko, Daniele Gatti, Piotr Beczala

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Jessas. Das philharmonische Sommerloch. Es wird einfach nicht kleiner. Wochen, fast hätte ich gesagt Monate, bis zum Saisonstart der Berliner Philharmoniker. Vor lauter Faulenzerei wage ich einen Blick über Panke, Landwehrkanal und Teltowkanal bis runter zur Salzach. Oha, heute 31 Grad in Salzburg.

1. Akt

Piotr Beczala: Beczala singt so gut wie eh und je. Das Hauptmankos sind nach wie vor das fehlende charakteristische Timbre, das mir heute zudem immer wieder künstlich italianisiert vorkommt, und die emotionale Zurückhaltung.

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Kritik Bayreuth Tannhäuser: Thielemann, Torsten Kerl, Camilla Nylund, Michelle Breedt, Günther Groissböck

28 Samstag Jul 2012

Posted by Schlatz in Camilla Nylund, Christian Thielemann, Günther Groissböck, Michelle Breedt, Torsten Kerl

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Livesendung des Bayerischen Rundfunks aus Bayreuth, 16 Uhr, Samstag. Immer noch höllisch heiß hier in Berlin. Tannhäuser volle Dresdner Fassung.

Ouvertüre: Thielemann stellt uns den Venusberg tänzelnd vor, so als wäre Frau Venus eine Balletmaus. Das Orchester: nervös-bewegt, überraschend wenig massiv, leichtsinnig-sinnlich. Man kann auch sagen: festlich-aufgeregt, grad so, wie sich die Gäste im Festspielhaus fühlen dürften, falls sie nicht 1. weiblich, 2. gelangweilte Partnerin eines Wagnerianers und somit 3. aus heroischem Pflichtbewusstsein erschienen sind. Weiterlesen →

Kritik Fliegender Holländer Bayreuth: Thielemann, Samuel Youn, Adrianne Pieczonka, Franz-Josef Selig

25 Mittwoch Jul 2012

Posted by Schlatz in Adrianne Pieczonka, Bayreuther Festspiele, Christian Thielemann, Franz-Josef Selig, Samuel Youn

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Die Besprechung des 2013er-Holländers gibt es hier.

Diese Hitze. Gott sei Dank sitze ich im Hinterhof, Nordseite. Kreuzberg. Naja, in Franken ist es 4°C kühler. In Berlin herrscht das philharmonische Sommerloch. Danke an den Bayerischen Rundfunk für die Direktleitung aus Bayreuth.

Ouvertüre: Thielemann dirigiert straff, hemdsärmlig-draufgängerisch, flott, Thielemanns Tempo gewährleistet Spannung und Übersicht. Thielemann macht kurzen und guten Prozess mit heftigen Orchesterschlägen. Kritik: Es fehlen Wärme und das Feeling für die Rundung des Klangs, die mehr wären als Vollklang und Imposanz. Imponierendes Tutti. Weiterlesen →

Anna Netrebko: Elsa in Dresden unter Christian Thielemann

15 Sonntag Jul 2012

Posted by Schlatz in Anna Netrebko

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Im Rahmen eines Interviews des Zeitmagazins, der Beilage der Wochenzeitung DIE ZEIT (das ist jenes Flaggschiff des deutschen Kulturjournalismus, das pro Jahr ungefähr eine Konzertberichterstattung abdruckt), plauderte Anna Netrebko ganz nett mit Moritz von Uslar. Interviewzeit: 45 Minuten. Netrebkos Outfit: ein bezauberndes Kleid von Dior. Neben der Beantwortung von allerlei unwichtigen Fragen („Putin oder Medwedjew?“ – „Putin“) sprach Frau Netrebko über zukünftige Rollendebüts. Weiterlesen →

Sopran Maria Bengtsson singt

15 Sonntag Jul 2012

Posted by Schlatz in Maria Bengtsson

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Sopran Maria Bengtsson plauscht mit Bariton Don Giovanni // Foto: Ruth Walz / staatsoper-berlin.de

Maria Bengtsson scheint interessiert an Don Giovanni // Foto: Ruth Walz / staatsoper-berlin.de

Noch mal kurz zur Donna Anna von Maria Bengtsson im Don Giovanni an der Staatsoper Berlin. Ich hab das letzten Samstag schon geschrieben, dann war ich in der Uckermark, jetzt schick gemacht und veröffentlicht. Wie gesagt, das Bedauern der Absage von Anna-Ich-hab-sowas-von-keine-Lust-in-Berlin-diesen-bekloppten-Don-Giovanni-zu-singen-Netrebko verwandelte sich rasch in Zufriedenheit über das Erscheinen von Netrebko-Ersatz Maria Bengtsson. Weiterlesen →

Wolfgang Rihm Dionysos Berlin: Georg Nigl Mojca Erdmann Matthias Klink Ingo Metzmacher

11 Mittwoch Jul 2012

Posted by Schlatz in Georg Nigl, Ingo Metzmacher, Mojca Erdmann

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Rihms Dionysos ist wie gemacht für Sie, wenn Sie Stauss‘ Elektra lieben oder die Blumenmädchenszene im Parsifal schon immer für einen der reizendsten Einfälle Wagners hielten. „Anfang Rheingold, Ende Tannhäuser“, sagt auf der Toilette ein Bekannter mit Blick auf die Handlung. Die Szenenabfolge: Meer, Gebirge, Bordell, Turin. Warum um Himmels willen muss es eine Nietzsche-Oper sein? Weiterlesen →

Rücktritt? Hört Barenboim auf? Verlässt er Berlin? Ist er nicht mehr an der Staatsoper?

07 Samstag Jul 2012

Posted by Schlatz in Daniel Barenboim

≈ 11 Kommentare

Lieben Staatsopernbesucher improvisierte Reden von der Bühne herab über alles? Jaaaaa. Besonders nach Vorstellungsende und besonders wenn sie von Barenboim kommen. Die Rede zum  – 50.? – Berliner Bühnenjubiläum von Domingo nach dem Boccanegra war sehr rührend. Aber heute Abend.. Erst mal durchatmen. Schön der Reihe nach.

Der letzte Don Giovanni dieser Saison. Schlussapplaus. Barenboim signalisiert: Ich sag noch was. Stille. Dann Barenboims modulierende, leicht näselnde Stimme mit dem typischen, melodischen und behutsamen Auf und Ab. Aha, 20 Jahre leitet er die Staatskapelle also jetzt. Dann: „mein letztes Konzert mit der Staatskapelle“. Für eine halbe Sekunde erleidet der Operngeher in mir den klinischen Tod. Stille im Opernhaus. In mir ballt sich irgendwo etwas in Stecknadelkopfgröße zusammen: Splitter von Barenboim-Sternstunden, Parsifal und Tristan. Sterbende erleben so was. Wildfremde Leute wispern sich zu: „Hat er jetzt gesagt, dass er geht?“ Im Foyer ein Thema: Rücktritt? Hört Barenboim auf? Verlässt er Berlin? Ist er nicht mehr an der Staatsoper? Wo ist Flimm?

Rücktritt, o Gott. Herr Barenboim. Wissen Sie, was Sie mit gewissen Sätzen anrichten? Verehrter Herr Barenboim. Sie wollen einfach nur sagen, dass dies ihr letztes Konzert mit der Staatskapelle IN DIESER SAISON ist? Dann einfach diese 3 Wörter auch noch mit in den Satz packen. Dauert etwas länger, erspart uns armen Eumeln aber Herzstillstände, Nervenzusammenbrüche, Telefonate um kurz vor Mitternacht bei Leuten, die mehr wissen könnten, schlechte Träume und ähnliche Unannehmlichkeiten. Der Giovanni heute Abend war übrigens gewohnt hübsches Niveau.

Bericht Anne-Sophie Mutter: Brahms Violinkonzert

05 Donnerstag Jul 2012

Posted by Schlatz in Anne-Sophie Mutter, Daniel Barenboim, Johannes Brahms

≈ 3 Kommentare

Ich freue mich auf zwei Dinge, wenn ich zu einem Konzert von Anne-Sophie Mutter gehe. Erstens: welches Kleid trägt sie? Zweitens: bleibt die Frisur auch während der Verbeugung am Platz? Zu erstens: Sie trägt schwarz, unten mit Blumen drauf, bekannte Form: eng oben, eng Mitte, eng halb unten, weit ganz unten. Zu zweitens: Die Frisur bewegt sich keinen Zentimeter.

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Anna Netrebko Iolanta Berlin: Da schaugst!

03 Dienstag Jul 2012

Posted by Schlatz in Anna Netrebko

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Wer hätte es gedacht? Anna-Mann-ey-ick-hab-so-was-von-keine-Lust-auf-den-Berliner-Don-Giovanni-Netrebko tritt völlig überraschend in diesem Jahr noch einmal in Berlin auf. Anna Netrebko singt den Tschaikowski-Eineinhalbstünder Iolanta in der Philharmonie Berlin. Art der Aufführung: konzertant. Zeitpunkt: Mitte November. Orchester: Slowenische Nationalphilharmonie. Mitsänger: weiß noch niemand. Dirigent: weiß auch noch niemand. Nur die Kartenpreise stehen schon fest: 109 bis 229 Euro. Ich werde nicht hingehen. Konzertbesuchern stelle ich nach eingehender Rechtschreibprüfung die Veröffentlichung eines knappen Konzertberichtes (max. 150 Wörter, wenn es gut geschrieben ist 250 Wörter) auf dieser Plattform in Aussicht.

Kritik Staatsoper Berlin Don Giovanni: Maria Bengtsson Dorothea Röschmann Anna Prohaska

01 Sonntag Jul 2012

Posted by Schlatz in Anna Prohaska, Dorothea Röschmann, Erwin Schrott, Maria Bengtsson

≈ 8 Kommentare

Da sitzen sie: Anna Prohaska, Dorothea Röschmann, Maria Bengtsson // Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de

Drei Mozart-Mädels an der Bushaltestelle: Anna Prohaska, Dorothea Röschmann, Maria Bengtsson // Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de

Das war der Don Giovanni, der aus lauter unteren Hälften von Fichten bestand. Außerdem war das der Don Giovanni, in dem Anna Netrebko nicht sang, getreu der Tatsache, dass manche Aufführungen berühmter sind, weil jemand nicht singt. Die Vorteile der Inszenierung (Claus Guth): 1. Man sieht mal echte Bäume auf der Bühne. 2. Auftretende kündigen sich an, indem ihre schwankende Gestalt zuvor zwischen den Stämmen auftaucht – wie im echten Wald. Das hat was. 3. Es ist lustig. Die Nachteile: wenn die „statua gentillissima“ des „uom di sasso“ wie eine klapperdürre frühgermanische Voodoopuppe aussieht, fällt selbst hartgesottenen Regietheater-Fans wie mir die Aufrechterhaltung der theatralischen Illusion schwer. Der Aufreger des Abends: war das ein Live-Wolf oder ein Theater-Wolf in der Friedhofsszene im 2. Akt?

Die Mädels hatten heute Abend die kostbareren Lungen als die Herren. Röschmann riss hin, Bengtsson ersang sich vollständigen Respekt, Prohaska vollständige Bewunderung. Weiterlesen →

Kritik Berliner Philharmoniker Mariss Jansons: Dvorak 9. Sinfonie, Martinu Violinkonzert Zimmermann

09 Samstag Jun 2012

Posted by Schlatz in Antonín Dvořák, Bohuslav Martinů, Frank Peter Zimmermann, Mariss Jansons

≈ 8 Kommentare

Ich bin noch ganz fertig vom Barenboimkonzert am Dienstag. Und jetzt kommt Jansons mit der Dvořák-9. Ich bin ja immer für möglichst viel Ligeti, Zimmermann oder was ähnliches im Philharmonikerkonzert, aber heute ist das Programm auch gut – dem Berliner Wetter angemessen: sonnig, mit Ferienvorgeschmack.

Martinu: Seit ich mal eine Martinů-Sinfonie verpasst habe,

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Kritik Staatskapelle Berlin Barenboim: Bruckner 6. Sinfonie, Mozart KV 466

05 Dienstag Jun 2012

Posted by Schlatz in Daniel Barenboim

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Typisches Konzert mit Barenboim. Bruckner und noch was. Eine Abendwolke im Osten über dem Gendarmenmarkt. Rilke nannte so was „Abend… stille die Fernen.“ Und jetzt von der stillen Prager Neoromantik zur vorlauten österreichischen Spätromantik.

Jottseidank, die Bruckner-Sechste gibt es nur in einer Fassung. Kein Stress mit Varianten. Daniel Barenboim dirigiert wie Lord Nelson die britische Flotte bei Trafalgar: konzentriert und souverän, in genauer Kenntnis der Umstände, mit voller Kraft vorrückend. Die Streicher schmolzen 

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Kritik Berliner Philharmoniker Missa Solemnis: Herbert Blomstedt Ruth Ziesak

02 Samstag Jun 2012

Posted by Schlatz in Georg Zeppenfeld, Gerhild Romberger, Herbert Blomstedt

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Heute abend als Absacker nach zwei anstrengenden (kleine Übertreibung am Rande) Wochen mit Rattle-Walküren und Domingo-Boccanegras: Missa Solemnis.

Ich gehe nicht gern in die unsinnliche Missa Solemnis. Wenn ich gehe, dann unter dem Motto „Muss es sein? Es muss sein!“. Heute musste es sein. Wehmütig denke ich an den Herbst zurück: Im Vergleich zur Missa Solemnis war die von Harnoncourt dirigierte C-Dur-Messe ein flotter Feger. Wahrscheinlich geht man in die Missa Solemnis, um Abbitte zu leisten für Vergnügen an Strauss, Chabrier, Puccini (seufz).

Herbert Blomstedt. Er entlässt Beethoven in die Schwebe. Weiterlesen →

Kritik Staatsoper Berlin Simon Boccanegra: Plácido Domingo, Anja Harteros, Fabio Sartori, Kwangchul Youn

27 Sonntag Mai 2012

Posted by Schlatz in Anja Harteros, Fabio Sartori, Kwangchoul Youn, Plácido Domingo, Simon Boccanegra

≈ 9 Kommentare

Anja Harteros Staatsoper Berlin
Sopranstatue: Anja Harteros // Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de

Hier Besprechung „Simon Boccanegra“ 2025 lesen!

Boccanegra in der Staatsoper. Nachmittags unter der wärmenden Sonne des (noch kalten) Müggelsees, abends unter der wärmenden Sonne Verdis – was will man mehr?

Anja Harteros: Ach, wie sie dasteht. Wie sie sich bewegt. Eine Bühnenstatue wie Nina Hoss. Ein Gemälde wie von Feuerbach. Sie hat das Lächeln in der Stimme, aber nicht immer das Gefühl in der Stimme. „Come in quest’ora bruna“ hat Frau Harteros ganz gut, aber ein bissl belegt gesungen, besser, das heißt sehr gut, ist Harteros dann so gut wie überall sonst. Ihre makellosen Gesangslinien sind ein Ereignis. Sehr charakteristische, klangstarke, fokussierte, perfekt auf dem Atem

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