Kritik Premiere Staatsoper Berlin: Samson et Dalila

War die Schwert-und-Sandalen-Oper (unübertroffen: Callas als Norma, del Monaco als Pollione) eigentlich nicht so tot wie Alexander der Große? Jetzt wagt die Staatsoper Berlin eine Wiederbelebung. Für Samson et Dalila von Camille Saint-Saëns greift Regisseur und Opernneuling Damián Szifron ganz tief in die Trickkiste der Breitwandoper. Szifron zeigt Bibelspektakel pur. Man traut seinen Augen kaum. Samson wandelt im Heiligen Land in Jesuslatschen. Die Philisterkrieger stecken unter scharfgezackten Helmen und in Rüstungen aus Metallschuppen, während die geknechteten Israeliten sich in antike Wallegewänder hüllen (Kostüme: Gesine Völlm).

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Kritik Deutsche Oper: Chaya Czernowin Heart Chamber

Freundlicher Applaus, ein Buh für Czernowin, dazu der übliche lautstarke Enthusiasmus von Fan-Grüppchen. Wie war die jährliche Uraufführung an der Deutschen Oper? Claus Guth liefert eine passgenaue, hyperklare Regiearbeit, die fast für sich alleine bestehen kann. Und Chaya Czernowin schafft mit Heart Chamber eine Oper, die anmutet wie eine mikroskopisch genaue Autopsie der Liebe. Herzkammer ist leidenschaftlich und illusionslos, irre intim und kühlkontrolliert. Weiterlesen

ensemble unitedberlin mit Bochikhina, Gubaidulina, Ligeti, Dorokhov

Endlich einmal schaffe ich es zum ensemble unitedberlin ins Konzerthaus. Es warten 4 Komponist(inn)en und 5 Stücke. Hoch unter dem Dach, im Werner-Otto-Saal, gruppiert sich ein Abend um Werke von Sofia Gubaidulina. Neben der Grande Dame der zeitgenössischen russischen Musik kommen auch Ligeti sowie Olga Bochikhina und der jung verstorbene Dorochow zu Wort.

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DO: Contes d’Hoffmann mit Marc Laho und Heather Engebretson

Die suffseligen Contes d’Hoffmann an der Deutschen Oper gehen in die zweite Runde. Ja, schön anzuschauen ist, was Laurent Pelly zeigt. Von den verflossenen Lieben des Dichters E. T. A. Hoffmann erzählt die Inszenierung charmant und einfallsreich. Fantastische Lichtakzente (Joël Adam) und wie von Geisterhand sich öffnende Kulissen (Bühne: Chantal Thomas) machen den gut vierstündigen Abend (zwei Pausen!) kurzweilig. Ist es von Belang, dass die letztes Jahr nach Berlin geholte Inszenierung schon über 15 Lenze zählt? Eher nicht.

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RSB: Karina Canellakis mit 7. und Heldenleben

Liegt da Antrittskonzert-Aufregung in der Luft? Immerhin ist Karina Canellakis frischgebackene Erste Gastdirigentin beim RSB. Vielleicht liegt es auch am Programm. Das ist nämlich ganz schön knackig. Beethoven und Strauss, Siebte und Heldenleben. Einerseits kann nichts schief gehen. Andererseits muss es auch erst mal klappen.

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