Das Klavierkonzert Nr. 2 von Brahms im Konzerthaus am Gendarmenmarkt.
Der englische Pianist Stephen Hough ersetzt den US-Amerikaner Yefim Bronfman, das ist ungefähr so, als wäre Artemis 2 nicht vor Kalifornien, sondern in der Themse irgendwo zwischen Oxford und Reading gelandet. Wie spielt Hough das B-Dur-Konzert? Hellstimmig und pointierend. Man merkt, woher der Brahms-Wind weht. Hough ist am Flügel ein unerbittlicher, enorm intelligenter Kommentator, dazu spritzen metallisch die Triller-Exzesse (1. Satz, in Expo und Reprise jeweils vor dem Schluss-Tutti). Was sehr oft an der Grenze zum Trockenen ist. Konventionell spätromantischer Klang? Never ever. Der Pianist Hough ist ein Klangeinbettungsverweigerer. Er spielt bei Weitem nicht fehlerfrei, darf man als kurzfristiger Einspringer aber.
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