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Opern- & Konzertkritik Berlin

~ Klassik-Blog für Konzertberichte und Opernkritiken aus Berlin

Opern- & Konzertkritik Berlin

Kategorien-Archiv: Irene Roberts

Staatsoper Premiere: Die Walküre München Tobias Kratzer

26 Freitag Jun 2026

Posted by Schlatz in Irene Roberts, Joachim Bäckström

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Hundings Haus als Habitat vermeintlich finsterer Bayern-Trottel: Da ist der Jägerzaun, da ist der Zierbriefkasten vor Grobputzmauer, da ist das germanisch bestückte Hausaltärchen, SUV steht hinterm Haus (Bühne: Rainer Sellmaier). Hunding kehrt mit erlegtem Wolf über der Schulter heim. Tobias Kratzer inszeniert Die Walküre an der bayerischen Staatsoper als furioses Finale dahoam. Wenn auch ironisch aufgelockert. Und mit dem typischen Kratzer-Humor, der freilich, wie schon erlebt, nach der dritten Vorstellung gern mal nur noch halb zündet. Es sprengen die Walküren als Pferdestaffel durch den Hofgarten, ja, OK. Schon wieder ein Auto auf der Bühne, ja, OK. Walhall liegt mitten in der Staatsoper, ja mei. Die Münchner Walküre scheint alles in allem weniger schlüssig zu sein als Kratzers Rheingold.

Zu den Sängern.

Beim inzestwonnigen Wälsungenpaar – die haben früher auch schon miteinander, sagt uns Kratzer – hört man mehr Richtigsingenwollen als Richtigsingen. Sieglinde Irene Roberts (züchtig kariert das Kleid, Reif im Haar) stellt ihre Mezzotiefe aus. Siegmund Joachim Bäckström (ein hero im Loser-Outfit des blutverschmierten Unterhemds, mit Wolfstattoo) tönt wie ein college student. Beide klingen beflissen. Die US-Amerikanerin hat Farbe, aber ein gewisses Vibrato. Der Schwede hat Timbre, aber leicht meckrig. Gut gelingen ihm Emphase und Ton der Klage in Um des Mordes der eign’nen Brüder/klagte die unsel’ge Braut. Die Vaterrufe tönen indes: Wööölse. Die Winterstürme kommen proper, aber null sexy, als wäre Siegmund Dozent im undergrad-Seminar. Peter Seiffert konnte den 2.-Akt-Siegmund ohne peinliches Pathos singen. Bäckström kann es nicht. Und Roberts? Ist in der Höhe umso souveräner, je unverständlicher sie wird. Wenn sie in Fahrt ist, etwa bei Hell wie der Tag/taucht es mir auf, fiebert man mit. Später nimmt man Roberts die Sieglinde nicht mehr ganz ab.

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RSB, Brahms, Hough, Walküre, Roberts, Bäckström, Kares

19 Sonntag Apr 2026

Posted by Schlatz in Irene Roberts, Mika Kares

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Das Klavierkonzert Nr. 2 von Brahms im Konzerthaus am Gendarmenmarkt.

Der englische Pianist Stephen Hough ersetzt den US-Amerikaner Yefim Bronfman, das ist ungefähr so, als wäre Artemis 2 nicht vor Kalifornien, sondern in der Themse irgendwo zwischen Oxford und Reading gelandet. Wie spielt Hough das B-Dur-Konzert? Hellstimmig und pointierend. Man merkt, woher der Brahms-Wind weht. Hough ist am Flügel ein unerbittlicher, enorm intelligenter Kommentator, dazu spritzen metallisch die Triller-Exzesse (1. Satz, in Expo und Reprise jeweils vor dem Schluss-Tutti). Was sehr oft an der Grenze zum Trockenen ist. Konventionell spätromantischer Klang? Never ever. Der Pianist Hough ist ein Klangeinbettungsverweigerer. Er spielt bei Weitem nicht fehlerfrei, darf man als kurzfristiger Einspringer aber.

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Francesca da Rimini: Loy, Jakubiak, Tetelman

20 Samstag Mai 2023

Posted by Schlatz in Arianna Manganello, Christof Loy, Irene Roberts, Ivan Inverardi, Ivan Repušić, Sara Jakubiak

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Nun also, zwei Jahre nach der Digitalpremiere, die Vorortpremiere von Riccardo Zandonais hinreißender, 1914 uraufgeführter Mittelalteroper Francesca da Rimini, mit Publikum, an der Deutschen Oper, in identischer Sängerbesetzung, und alles in echt.

Francesca da Rimini, Deutsche Oper Berlin, Sara Jakubiak, Jonathan Tetelman

An der Bismarckstraße passt diese kraftvolle Francesca in eine Reihe von Neuproduktionen, die Geschmack und Vergnügen abseits der Repertoire-Trampelpfade versprechen: Wunder der Heliane, Don Quichotte, Die Schatzgräber, Sizilianische Vesper, Der Zwerg, die Meyerbeer-Dramen – alles Opernfundstücke, vielfältig, erfrischend wagemutig, dabei herrlich genrefluide.

Und Sara Jakubiak besitzt als Francesca, als souverän und bedenkenlos Liebende, fantastische Bühnenausstrahlung und unbezähmbare Noblesse. In edel schwarzer Robe in Akt 3 ist sie eine Augenweide. Ihre Stimme strahlt dunkel, beseelt und charakteristisch timbriert. Jonathan Tetelman macht aus dem Paolo einen schlanken Tenortraum, seine Stimme hat squillo, strömt in jedem Moment frei. Singen tut der Chilene brillant und nuanciert, voll markanter Virilität, durchaus mit heldischen Untertönen. Nur das in die Tristansphäre weisende Bekenntnis Nemica ebbi la luce, amica ebbi la notte („Feind war mir der Tag, Freund war mir die Nacht“) klingt zu wenig leiderfahren. Den Gianciotto gibt Ivan Inverardi ruppig und sängerdarstellerstark, macht somit den verunstalteten Liebenden (und eifersüchtig Rasenden) in jeder Faser glaubhaft.

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Kritik Meyerbeer: Die Hugenotten an der Deutschen Oper

03 Montag Feb 2020

Posted by Schlatz in Alexei Botnarciuc, Anton Rositskiy, Giacomo Meyerbeer, Irene Roberts, Jörg Schörner, Liv Redpath, Olesya Golovneva

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Die Deutsche Oper Berlin spielt über fünf Wochen hinweg insgesamt sieben Aufführungen jenes Berliner Komponisten namens Meyerbeer, der auszog, um in Paris sein jahrhunderterschütterndes Opern-Glück zu machen – und damit der herausragende Vertreter der grand opéra wurde, jenes Ungetüms aus faszinierender Überlänge, Bühnenspektakel und reich ausgepinselten historischen Tableaus. Les Huguenots sind die zweite von Meyerbeers Pariser Opern. In ihr entladen sich Massenfanatismus, Hass und Glaubensinbrunst, und in verblüffender Folge wechseln sich Hofszenen, dunkle Chorwucht und atemberaubend lang ausgesponnene Solonummern ab.

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Deutsche Oper: Madama Butterfly

09 Samstag Nov 2019

Posted by Schlatz in Burkhard Ulrich, Byung Gil Kim, Dong-Hwan Lee, Irene Roberts, Madama Butterfly

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Eine ordentliche Madama Butterfly an der Deutschen Oper in der 32 Jahre alten Inszenierung von Pier Luigi Samaritani, die alles bei Kimono und Obi belässt, mit ihren pastelligen Gazé-Gardinen betagt wirkt, aber keinem wehtut und viele zufriedenstellt.

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DO: Contes d’Hoffmann mit Marc Laho und Heather Engebretson

26 Samstag Okt 2019

Posted by Schlatz in Byung Gil Kim, Gideon Poppe, Heather Engebretson, Irene Roberts, Jacques Offenbach, Laurent Pelly

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Die suffseligen Contes d’Hoffmann an der Deutschen Oper gehen in die zweite Runde. Ja, schön anzuschauen ist, was Laurent Pelly zeigt. Von den verflossenen Lieben des Dichters E. T. A. Hoffmann erzählt die Inszenierung charmant und einfallsreich. Fantastische Lichtakzente (Joël Adam) und wie von Geisterhand sich öffnende Kulissen (Bühne: Chantal Thomas) machen den gut vierstündigen Abend (zwei Pausen!) kurzweilig. Ist es von Belang, dass die letztes Jahr nach Berlin geholte Inszenierung schon über 15 Lenze zählt? Eher nicht.

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Deutsche Oper: Les contes d’Hoffmann

02 Sonntag Dez 2018

Posted by Schlatz in Alex Esposito, Annika Schlicht, Byung Gil Kim, Daniel Johansson, Enrique Mazzola, Gideon Poppe, Irene Roberts, Jacques Lacombe, Jörg Schörner, Laurent Pelly, Tobias Kehrer

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Deutsche Oper Berlin

Die Premiere an der Deutschen Oper ist ein spätgeborener Nachzügler. Laurent Pelly inszeniert zwar Les Contes d’Hoffmann, doch Premiere hatte diese Produktion schon 2003 im schweizerischen Lausanne. 15 Jahre sind eine lange Zeit, auch in der Welt der Oper, wo die Uhren mitunter noch anders ticken, und so fühlt sich der Offenbach-Abend in der Bismarckstraße an wie eine hochverspätete Wiederaufnahme. Dennoch, was man sieht, ist eine kluge, behutsam historisierende, handwerklich tadellose, in Bühne und Personenführung fast konservativ zu nennende und zugleich überzeugend klare Inszenierung zu Hoffmanns phantastischer Oper, die Laurent Pelly im Zwischenbereich von Silisierung und Realismus angesiedelt hat. Nur dass der heimelige Premierenzauber diese Mal schon leicht nach oller Kamelle duftet.

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Nabucco Deutsche Oper: Anna Smirnova, Dalibor Jenis, Roberto Tagliavini

13 Freitag Jan 2017

Posted by Schlatz in Alexei Botnarciuc, Andrea Battistoni, Anna Smirnowa, Dalibor Jenis, Irene Roberts, Robert Watson, Roberto Tagliavini, Seyoung Park

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Deutsche Oper Berlin

Alexei Botnarciuc, Jörg Schörner, Anna Smirnova, Roberto Tagliavini, Tuomas Pursio, Dalibor Jenis, Robert Watson, Irene Roberts, Seyoung Park

Alexei Botnarciuc, Jörg Schörner, Anna Smirnova, Roberto Tagliavini, Tuomas Pursio, Dalibor Jenis, Robert Watson, Irene Roberts, Paolo Arrivabeni, Seyoung Park

Keith Warners Nabucco-Inszenierung ist weder Fisch noch Fleisch.

>> HIER NABUCCO-KRITIK DER AUFFÜHRUNG VOM JUNI 2017 LESEN!

Da hilft es wenig, dass Keith Warner eine Vorliebe für kuriose Bühnenbildeinfälle hat. Der rollende Gartenzaun, der im vierten Akt in kühner Diagonale auf die Bühne fährt, provoziert spontane Lacher. Was die Treppenturmapparatur genau für eine Bedeutung hat, blieb wahrscheinlich selbst Keith Warner verborgen. Dafür produziert Warner in der Deutschen Oper Bilder, die das Auge erfreuen. Da ist allen voran der warm leuchtende Holzkubus, der so etwas wie eine Vision des Jerusalemer Tempels darstellt. Weiterlesen →

Parsifal Deutsche Oper: Stephen Milling Gurnemanz Daniela Sindram Kundry

17 Montag Okt 2016

Posted by Schlatz in Adriana Ferfezka, Alexandra Hutton, Alexei Botnarciuc, Andrew Dickinson, Andrew Harris, Annika Schlicht, Daniela Sindram, Derek Welton, Donald Runnicles, Elena Tsallagova, Irene Roberts, Klaus-Florian Vogt, Siobhan Stagg, Stephen Milling, Thomas J. Mayer

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Deutsche Oper Berlin

Philipp Stölzl Richard Wagner Parsifal Deutschen Oper Berlin

Blaue Stunde in Gralslandschaften: Stölzls Parsifal an der Deutschen Oper Berlin / Foto: facebook.com/DeutscheOperBerlin, Matthias Baus

Philipp Stölzls Zentenar-Parsifal (Mit der Inszenierung feierte die Deutsche Oper ihr 100-jähriges Wachsen und Gedeihen) steht wieder auf dem Spielplan der DOB. Und immer noch changiert Stölzls Berliner Parsifal zwischen Revoluzzer-Regie und turbulenter Texttreue. Es ist eine Stärke von Stölzls Parsifaldeutung, dass der Zuschauer auch nach wiederholtem Besuch nicht weiß, ob Stölzl sich bierernste Bibeltreue oder ideologiekritisch um sich ätzendes Regietheater auf die Fahnen geschrieben hat. Das kultige Bühnenweihfestspiel als ergebnisoffenes postmodernes Wunschkonzert, wer hätte das gedacht! Weiterlesen →

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