Musikfest Berlin 2010 CONCERTGEBOUWORKEST MARISS JANSONS Igor Strawinsky Symphonies d’instruments à vent Béla Bartók Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta Luciano Berio Quatre dédicaces Igor Strawinsky Feuervogel
Irgendwie fängt es später an. Warten vor den Saaltüren, das tut niemand gerne. Ich stehe in einer Traube amerikanischer Senioren. Das ist auch ein hartes Brot. Für den Strawinsky kommen nur die Bläser aufs Podium. Die Folge ist weniger Applaus als letztes Jahr. Strawinskys Bläsersinfonie klingt wie Schachspielen in Musik. Die Musiker spielen gerade so locker als nötig, um der Struktur eine 1a Kohärenz zu geben. Sehr gute Solisten, extrem gute Flötistin. Bartók klingt weltmeisterlich. Berios Quatre dédicaces – laut Programm eine deutsche Erstaufführung – gehen etwas hemdsärmelig mit ihrem Material um, trotz der angenehmen Kürze der Stücke, was aber vielleicht nur auffiel, weil die anderen Stücke des Abends sich allesamt in absoluten Top-Lagen der Musik des 20. Jahrhunderts befinden. Der Feuervogel erklingt in der schmächtigen Version von 1945. Ich ertappe mich bei der Sehnsucht nach Dudamels Feuervogel mit den Philharmonikern im nächsten Frühjahr. Mariss Jansons‚ Vorliebe für gut gelaunten, sachlich angekühlten Impressionismus verhindert Geheimnis und Atem der Feuervogelmusik. Weiterlesen

