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Opern- & Konzertkritik Berlin

~ Klassik-Blog für Konzertberichte und Opernkritiken aus Berlin

Opern- & Konzertkritik Berlin

Monatsarchiv: April 2016

Kritik Nelsons Berliner Philharmonker: Parsifalvorspiel Karfreitagszauber Bruckner 3. Sinfonie

30 Samstag Apr 2016

Posted by Schlatz in Andris Nelsons

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Berliner Philharmoniker

Die ersten Takte Parsifalvorspiel rufen Karajan-Gefühl hervor (1984, Peter Hoffmann).

Parsifal ist ja Glaubensfrage. Nicht nur wegen des Grals, sondern wegen des Tempos. Aber es gibt neben der Tempofrage (Nelsons ist da vom langsamen Volk, aber Knappertsbuschs Trödeln bleibt unangefochten) auch eine Religionsfrage.

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Kritik Madama Butterfly Staatsoper Berlin: Ermonela Jaho, Stefano La Colla, Katharina Kammerloher, Alfredo Daza

29 Freitag Apr 2016

Posted by Schlatz in Alexia Voulgaridou, Ermonela Jaho, Eun Sun Kim, Katharina Kammerloher, Kent Nagano, Madama Butterfly, Oksana Dyka, Stefano La Colla, Stefano Ranzani

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Madama Butterfly, Puccinis raues Teenager-Melodram, an der Staatsoper Berlin.

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Anna Netrebko: Norma? Nicht mit mir! – Absage in London und an der New Yorker Met

27 Mittwoch Apr 2016

Posted by Schlatz in Anna Netrebko, Kent Nagano

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Da war doch was? Richtig. Die ganze Welt – zumindest jener Teil von ihr, der schöne Stimmen liebt – dachte, Anna Netrebko bereite sich derzeit mit aller anzunehmenden Sorgfalt auf eines der aufsehenerregendsten Rollendebüts ihrer Laufbahn zu. Norma in London (September 2016) und New York (September 2017), da war der Plan. Denkste. Weiterlesen →

Kritik Berliner Philharmoniker Tugan Sokhiev: Ravel Klavierkonzert G-Dur Jean-Yves Thibaudet

23 Samstag Apr 2016

Posted by Schlatz in Jean-Yves Thibaudet, Tugan Sokhiev

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Berliner Philharmoniker

Noch-DSO-Chef und Noch-Berliner Tugan Sokhiev gastiert bei den Philharmonikern.

Gabriel Fauré orchestrierte Pelléas et Mélisande mit einer Mischung aus peinlicher Genauigkeit und Offenheit für Unausgesprochenes. Nicht dass Faurés karges Meisterwerk vor allem aussagekräftig wäre als kräftiger Tritt gegen das Schienbein sämtlicher Wagneristas. Doch das spielt natürlich mit. Weiterlesen →

Jonas Kaufmanns Encore & Angela Gheorghius Late Show in Wien

19 Dienstag Apr 2016

Posted by Schlatz in Angela Gheorghiu, Bryn Terfel, Jesús Lóbos-Cobos, Jonas Kaufmann

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Staatsoper Wien

So viel Wirbel um Jonas Kaufmann. Erst gibt er E lucevan le stelle zwei Mal bei laufender Opernvorstellung zu und entzückt Fans weltweit – oder entrüstet die Opernpuristen. Und dann auch noch der Eklat im dritten Akt um das Nicht-Erscheinen von Angela Gheorghiu nach Kaufmanns Dacapo.

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Kritik Skrowaczweski Bruckner Sinfonie Nr. 8 RSB

18 Montag Apr 2016

Posted by Schlatz in RSB, Stanislaw Skrowaczewski

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Stanislaw Skrowaczewski leitet.

Skrowaczewski ist hager, 92, der Kopf bleibt gesenkt. Er trägt Fliege. Er scheint über den Applaus aufrichtig erfreut.

Stanislaw Skrowaczewski hat diese mühelose Art, mit Bruckner zu kommunizieren. Obwohl sein Dirigieren inzwischen kryptischem Gefuchtel gleicht.

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Kritik Tosca Staatsoper Wien: Jonas Kaufmann, Angela Gheorghiu, Bryn Terfel

17 Sonntag Apr 2016

Posted by Schlatz in Angela Gheorghiu, Bryn Terfel, Jesús Lóbos-Cobos, Jonas Kaufmann, Marco Vratogna

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Staatsoper Wien

Livestream Ö1.

Wiener Staatsoper, Tosca.

In der Oktober-Serie sangen Anja Harteros, Jorge de León und Marco Vratogna.

Jonas Kaufmann, Schaftstiefel, blauer Frack, roter Kragen, singt den Cavaradossi. Das schluchzergesäumte „Recondita Armonia“ startet mit dem Versuch eines Diminuendo an den ersten beiden Phrasenenden. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig, dass Kaufmann Akzente immer wieder wie Jauchzer singt. „L’arte nell‘ suo mistero“ klingt ein bissl bedeutungsschwanger, und

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Kritik Berliner Philharmoniker Bychkow: Kirill Gerstein Rachmaninow Klavierkonzert Nr. 2

15 Freitag Apr 2016

Posted by Schlatz in Kent Nagano, Kirill Gerstein, Semyon Bychkov

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Berliner Philharmoniker

Kirill Gerstein sitzt am Flügel. Sergei Rachmaninow Klavierkonzert Nr. 2.

Vor zwei Tagen spielte Daniil Trifonow im Konzerthaus ein ausgewogenes, hochstehendes Rachmaninow-Drittes.

Jetzt enttäuscht Kirill Gerstein in der Philharmonie. Weiterlesen →

Kritik Staatskapelle Berlin Heras-Casado: Daniil Trifonow Rachmaninow Klavierkonzert Nr. 3 & De Falla

13 Mittwoch Apr 2016

Posted by Schlatz in Daniil Trifonov, Kent Nagano, Pablo Heras-Casado

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Staatskapelle Berlin

Pablo Heras-Casado Staatskapelle Berlin Manuel De Falla

Pablo Heras-Casado und die Staatskapelle Berlin: rhythmische Knalleffekte / Foto: twitter.com

Pablo Heras-Casado dirigiert, Daniil Trifonow spielt das Klavierkonzert Nr. 3 von Sergei Rachmaninow.

Daniil Trifonow, der manches Mal tief gebeugt über den Tasten kauert, als würde er mit den Zähnen spielen, spielt wie der Teufel. Aber wie ein Teufel, der weiß, was er tut. Rachmaninows wirkungsvolles Konzert gelingt unerwartet spektakulär.

Was theatralisch inszenierte Rubati sein könnten, hat unter Trifonows Händen einen herausfordernd sachlichen Charakter – Rubati ja, aber spielt das noch einer so beherrscht, so klar? Bei alledem ist Trifonow auch noch subtil: Er weiß, was er für Ungeheuerlichkeiten gerade spielt, verzichtet aber darauf, dies groß auszuposaunen, spielt so was fast im Vorübergehen. Donnern? Нет Спасибо. Effekte? Не стоит.

Trifonows Anschlag hat Kraft und Körperlichkeit, Härte und Maß –  Brillanz und Sentiment sind allenfalls Sekundärtugenden, wenn nicht gar unerwünscht. Klarheit gibt es auch da, wo mehr oder weniger unvermutet einer von Rachmaninows köstlichen Nebengedanken aufkreuzt, und Trifonow dann einfach nur spielt, was in den Noten steht. Manchmal klingt sein Spiel dann fast linkisch. Doch die Sicherheit und Konzentration, mit der Trifonow die Gedanken Rachmaninows verfolgt, lässt sein Linkisches auf elektrisierende Art richtig erscheinen.

Ein sehr musikalischer, sehr fähiger Pianist, man kann auch sagen, ein großer Pianist.

Dazu kommt, dass Trifonow und Pablo Heras-Casado keine Schnarchnasen sind. Beide sind frisch und zügig im Tempo, mit Licht und Luft unterm Hintern (Trifonow) und vor der Nase (Heras-Casado).

Die Staatskapelle Berlin ist bei Rachmaninow Nebensache – wenngleich Heras-Casado die Kapelle geschmeidig durch den heiklen Parcours aus Tempoänderungen führt. Bei Manuel de Fallas abwechslungsreichem El sombrero de los tres picos spielt sie die Hauptrolle. Es gibt da rhythmische Knalleffekte, riskante aber lustige Holzbläsersoli und spektakuläre melodische Einfälle, spanische Walkürenritte sozusagen. Mit Hilfe der (spanischen) Sopranistin Ruth Iniesta fangen da auch die Berliner Musiker Feuer.

Daniil Trifonow Rachmaninow Klavierkonzert Nr. 3 Staatskapelle Berlin Heras-Casado 2016 Berlin Konzerthaus

Daniil Trifonow spielt Rachmaninow Klavierkonzert Nr. 3 / Foto: twitter.com

Kritik Rosenkavalier Deutsche Oper: Michaela Kaune, Daniela Sindram, Siobhan Stagg

11 Montag Apr 2016

Posted by Schlatz in Albert Pesendorfer, Alexandra Hutton, Daniela Sindram, Fionnuala McCarthy, Matthew Newlin, Richard Strauss, Seth Carico, Siobhan Stagg, Stephanie Lauricella

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Deutsche Oper Berlin

Der Götz-Friedrich-Rosenkavalier von 1993.

Dieser Rosenkavalier ist leicht und flüssig im Erzählen, er posaunt Hofmannsthals feinsinnige Doppelbödigkeiten („Die Zeit, die ist ein sonderbar‘ Ding“) nicht heraus, ist optisch durchaus eigensinnig (royalblaue Vorhänge, schwarz verspiegelter Faninal-Palais, himmelblaues Beisl-Mobiliar) und substantiell in der Personenführung (Ausnahme: die zappeligen Knallchargen im zweiten Akt).

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Die Ägyptische Helena: Ricarda Merbeth, Stefan Vinke, Laura Aikin, Derek Welton

09 Samstag Apr 2016

Posted by Schlatz in Alexandra Ionis, Andrew Dickinson, Derek Welton, Elbenita Kajtazi, Laura Aikin, Ricarda Merbeth, Ronnita Miller

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Deutsche Oper Berlin

Ägyptische Helena Deutsche Oper Berlin Ricarda Merbeth Stefan Vinke Strauss-Wochen 2016

Ägyptische Helena Deutsche Oper Berlin: Ricarda Merbeth & Stefan Vinke / Foto: twitter.com/Hadrovich

Die Ägyptische Helena.

Das Libretto ist ein Hofmannsthal’scher Schmarrn vor dem Herrn, auch wenn es darin erfolgreiche Eheberatung und mythologischen Klimmbimm gibt. Wer sich hier an wen gerade erinnert, wer wen gerade vergisst, wer wen für was hält oder nicht oder was wer gerade trinkt, das weiß man erst nach dem zwanzigsten Besuch. Weiterlesen →

Deutsche Oper Elektra: Evelyn Herlitzius

08 Freitag Apr 2016

Posted by Schlatz in Alexandra Hutton, Annika Schlicht, Clemens Bieber, Donald Runnicles, Doris Soffel, Elbenita Kajtazi, Evelyn Herlitzius, Fionnuala McCarthy, Jana Kurucová, Manuela Uhl, Nicole Haslett, Richard Strauss, Tobias Kehrer

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Deutsche Oper Berlin

Elektra ist komponierte Hysterie. Ein Psychothriller in Noten.

Die Strauss-Wochen an der DOB schalten in den Überholmodus. 5 Mal Strauss hintereinander. Achtung, Achtung. Es besteht die Gefahr von Strauss-Stress.

Die Oper Elektra ist berühmt für ihre durchgeknallte Protagonistin.

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Anna Netrebko Norma: London & Met

05 Dienstag Apr 2016

Posted by Schlatz in Anna Netrebko, Joseph Calleja, Joyce DiDonato

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Royal Opera House of London Anna Netrebko Norma Premiere September 2016

OMG! OMG!!! Covent Garden macht Anna Netrebko zu Norma / Foto: roh.org.uk

Anna Netrebko steuert scharf auf Norma zu.

Anna Netrebko wird die Titelrolle in Bellinis Norma zuerst am Royal Opera House of London singen. Den Tenorpart des Pollione wird Joseph Calleja singen. Des Weiteren singen Sonia Ganassi als Adalgisa und Brindley Sherratt als Orveso. Antonio Pappano dirigiert. Regie führt Àlex Ollé von La Fura dels Baus. Lluc Castells wird für die Kostüme verantwortlich sein. Premiere ist der 12. September 2016. Weiterlesen →

Zarenbraut Staatsoper Berlin: Tsallagova, Prudenskaya, Černoch, Kotscherga, Rubtsova

04 Montag Apr 2016

Posted by Schlatz in Alexander Vitlin, Anatoli Kotscherga, Anna Lapkovskaja, Elena Tsallagova, Marina Prudenskaya, Pavel Černoch

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Die Zarenbraut von Rimsky-Korsakow. Uraufführung Moskau 1899.

Schillertheater.

Боже мой, как много русских.

Der erste Akt zieht sich etwas. Feiern, Trinken, die eine Geliebte abservieren, für die andere ein Aphrodisiakum besorgen, das kann Zeit in Anspruch nehmen. Im vierten Akt hingegen fliegen die Fetzen. Es wütet der Tod. Das ist kurzweilig. Tschernjakows beziehungsreiche Inszenierung deutet die tragische Handlung des 16. Jahrhunderts als Traum eines durchmedialisierten Russlands der Gegenwart. Die Volte Tschernjakows: Der Folklore-Traum wird zum Alptraum der Gegenwart. Gut. Weiterlesen →

Kritik Tristan und Isolde Rattle: Skelton, Westbroek, Sarah Connolly, Stephen Milling, Nagy, Berliner Philharmoniker

01 Freitag Apr 2016

Posted by Schlatz in Eva-Maria Westbroek, Michael Nagy, Sarah Connolly, Simon Rattle, Stuart Skelton, Thomas Ebenstein

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Berliner Philharmoniker

Tristan. Und Isolde.

Ich habe über Ostern mehr Parsifals als Osterhasen gesehen. Und jetzt auch noch Tristan. Der kommt auch nicht aus der Lustige-Unterhaltung-Branche.

Diese Isolde. Mit den Aphrodisiaka rumgetrickst, den Brautwerber zum Küssen verführt und ins Bett umgelenkt. Ehebruch, ewige Liebe. Wie so etwas ausgeht, davon scheint schon das Mittelalter eine Ahnung zu haben, nicht erst der zu weltanschaulichen Überdrehtheiten neigende Schopenhauer-Wagner-Komplex.

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