Hilf, Verdi. Aida Staatsoper Berlin. Andrew Richards, Waltraud Meier, Norma Fantini, Dan Ettinger

Tenor Andrew Richards in cooler Umgebung // Foto: k.A. / tenorrichards.com

Das Schicksal dieser Aida an der Staatsoper Berlin heißt Pet Halmen. Er inszenierte und besorgte das Bühnenbild. Es ist eine Inszenierung, die man nicht vergisst, auch wenn man es wollte. Noch meine Weihnachtsgans hat einen Beigeschmack von Pet Halmen. Den Kostümen sieht man vom hintersten Hörerplatz an, dass sie irgendwann einmal im Kostümlager landen werden. Es gibt neben der Norma keine Inszenierung an der Lindenoper, der die Biederkeit in solchem Maß aus den Ohren quillt. Mussbach sollte sich an einem Wochenende eine Notinszenierung auf die Beine stellen, die ohne viel Zusatzkosten den betulichen Muff des hanebüchenen Bühnenbildes ummodelt. Ehrlich gesagt, habe ich wenig von der Inszenierung behalten. Diese Aida spielt im ägyptologischen Museum und alles ist ziemlich blau – zwei Dinge, die sonst

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Barenboims Tristan: Waltraud Meier, Clifton Forbis, Reiner Goldberg, Kwangchoul Youn, Hanno Müller-Brachmann, Gerd Grochowski

Daniel Barenboim Stefan Brachmann Hanno Müller-Brachmann Waltraud Meier Clifton Forbis Reiner Goldberg Kwangchoul Youn Rosemarie Lang Gerd Grochowski

Opernkritik Tristan und Isolde. Dies ist die bebuhte, kühl kalkulierende Tristan-Inszenierung, deren Bühnenbild von Herzog & de Meuron und deren Inszenierung von Stefan Brachmann stammt. Herzog & de Meuron schließen die Bühnenöffnung mit einer schneeweißen Gummiplane, bei der man nacheinander an Epidermis, Magenwand und Fruchtblase denkt; vorwitzige Kommentatoren nannten dies die Kondomwand. Die Idee, an diese Gummifolie Masten, Rahen und Körper von rückwärts zu drücken, so dass diese wie höhere Geisteszustände aus dem poetischen Jenseits schienen – das hatte was. Sie verhinderte jedoch nicht die massiven Buhs am Vorstellungsende. Die Konstruktion war jedoch technisch nicht ausgereift. Colin Forbis (Tristan) besaß bei einem Riss der Plane die Kaltblütigkeit eines echten Heldentenors und stemmte minutenlang den Fuß auf die angerissene Plane. Vermutlich war dies der Anfang vom Ende des Tristans von Herzog & de Meuron, das dann auch später sang- und klanglos kam.

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Norma weder noch: Zoran Todorovich, Sylvana Dussmann, Christof Fischesser, Carmen Oprisanu

Julien Salemkour Annegret Ritzel Zoran Todorovich Sylvana Dussmann Christof Fischesser Carmen Oprisanu

Opernkritik Norma. Diese Norma ist weder flott, noch anrührend, noch ist sie schön anzuschauen. Letzteres ist das Hauptmanko. Die Inszenierung von Annegret Ritzel ist ein Totschlagmotiv. Es handelt sich um eine der saftlosesten, penibel-fantasielosesten, trockensten, dürrsten, um nicht zu sagen nichtssagendsten Inszenierungen, die einem unterkommen können. Auch wenn man alles tut, um solchen Regiearbeiten aus dem Weg zu gehen, einmal erwischt es einen doch. Weiterlesen

Purcell, Dido and Aeneas, Staatsoper Berlin: Sasha Waltz flutet die Staatsoper

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Dido and Aeneas Staatsoper Berlin Attilo Cremonesi Sasha Waltz Aurora Ugolino Reuben Willcox Deborah York

Dido und Aeneas von Henry Purcell ist gewiss auch eine der ergreifendsten Opern, ihre Musik ist sicherlich mit die schönste, die es geben kann, doch was hier alleine wichtig ist, ist der Umstand, dass diese Berliner Dido und Aeneas das Umwerfendste ist, was es in Berlin zu sehen gibt (Nina Hoss einmal ausgenommen). Die Choreographie ist von Sasha Waltz. Attilo Cremonesi dirigiert die Akademie für Alte Musik Berlin. Sasha Waltz herrscht, ihre Inszenierung herrscht, Henry Purcell herrscht (dieser Mozart von 1680). Integriert wurde auch Musik von anderen Theatermusiken Purcells. Weiterlesen

Barenboim, Tscherniakov und René Pape Boris Godunow, Staatsoper Berlin

Papes eindringlicher Boris und Barenboims engagierter Mussorgski bilden das Rückgrat dieser Aufführung. Es ist tatsächlich ein musikalisches Drama, keine Oper. René Papes Bassbariton ist eine menschliche Alternative zu Paata Burchuladzes schwärzestem (doch weniger durchfühltem) Bass-Schwarz. Papes Boris Godunow ist sinnvolles Porträt und berührendes Psychogramm. Einer mordet den Nachfolger, und wird im Strudel mitgezogen. Die kunstvolle Führung von René Papes Stimme fügt dem Rollenportät des Zaren nicht gehörte Nuancen hinzu. Das Schaffen von Ausdruck beim kontrollierten (gedämpften) Ausströmen der Stimme ist Papes eigenstes Gebiet. Sein Material ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Tscherniakovs Inszenierung ist plausibel, ergreifend, und fast ein großer Wurf. Tscherniakovs Boris scheint eher jelzinesk als putinesk. In der Melancholie der Todesahnung ist Papes Interpretation großartig. Das Datum der Erstfassung, 1869, erstaunt immer wieder. Wagner komponierte in diesen Jahren auch nicht materialbewusster oder scharfsichtiger. Barenboim verkettet die Impulse, überwölbt Details mit großen Schüben von innen heraus.

Knackig wie ein Hertawürstchen: Rolando Villazón in Carmen an der Staatsoper Berlin

Daniel Barenboim Martin Kusej Marina Domashenko Rolando Villazón Christof Fischesser

„Nenn mich nicht noch einmal Wuschelkopf!“ Rolando Villazón in voller Fahrt // Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de

In dieser Besetzung unüberbietbar. Diese Carmen (gute, sparsame, mit wenigen Handgriffen, die sitzen, ins Zentrum treffende Inszenierung von Martin Kusej) fegt frühere Carmens, die man vielleicht schon hörte, beiseite. Bizets Feueroper brennt wie eine Wunderkerze über atemlose zweieinhalb Stunden hinunter. Sie leuchtet unablässig in nie gehörten musikalischen Schönheiten, bis Carmen tot ist. Barenboim befeuert, Rolando Villazón bewegt sich in den Stratosphären gesanglicher Schönheit. Seine lyrische, abartig hinreißend klingende, hold aufwärts schlenzende Stimme passt zum

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Ditt war ditte: die Saison 2006/2007 der Berliner Philharmoniker

Es ist Sommer, die Türken sind im Freibad, auf dem Landwehrkanal treiben Paddelboote, ich grüble über die vergangene Saison nach.

Mackerras gebührt der Verdienst, am gepflegtesten gelangweilt zu haben, Thielemann die Anerkennung, dies am seriösesten getan zu haben. Für die Enttäuschung auf höchstem Niveau sorgte Jansons. Rattles Vorliebe für Unerhebliches (Jonathan Harveys Madonna of Winter and Spring) wurde durch seine nach wie vor unübertroffen unorthodoxe Intensität bei den Elefanten des Repertoires (Bruckner, Beethoven, Mahler) mehr als wett gemacht. Eindeutiges Exzellenzcluster Rattles bei Strawinsky. Abbado scheint sich einen Altersstil des philosophischen Zauderns und der lyrischen Analytik zugelegt zu haben, der sich mit niemandem messen lassen will und kann. Sein Weill- und Bachdirigat scheint unvergleichbar. Rattle und Abbado sind die besten. Danach kommen Jansons und Barenboim. Bychkov, Boulez, Haitink, Gielen folgen.

Maßstab: Simon Bruckner 4 Binnensätze, Rattle Beethoven Sinfonie Nr. 5 bis auf 2. Satz, Strawinsky Agon. Abbado Kurt Weill, Brahms Sinfonie Nr. 3 Binnensätze, Barenboim Mahler.
Sehr gut: Jansons Mahler, Strawinsky.
Enttäuschung: Mehta Mahler, Thielemann Bruckner (Wiener Philharmoniker).
Gleichgültig lassend: Norringtons trockene, eifrige h-moll-Messe, Haitinks Missa Solemnis (die bessere Interpretation von Nagano Sommer 2006 noch im Ohr).
Geht so: Bychkov Schostakowitsch, Boulez Berg, Bartók, Schönberg, Webern.
Langeweile: Mackerras Mozart, Schostakowitsch.

Simon Rattle, Daniel Barenboim: Und die Saalmädels gucken missmutiger…

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Brahms Klavierkonzert Nr. 2 Weill Die Sieben Todsünden

Wenn nicht Müdigkeit, die der, wie jeder Berliner weiß, anstrengende Berliner Frühsommer jedes Jahr aufs Neue verursacht, das Urteil trübte, so hielt das Konzert nicht ganz, was es versprach. Wenn die beiden Zauberer des Berliner Musiklebens zusammentreffen, ist der ästhetische Nutzen offensichtlich zwingendermaßen geringer als die geschmeichelte Eitelkeit des Publikums. Und da an diesem Abend die Extravaganz der Garderoben wie zufällig ausblieb und auch die Saalmädels missmutiger blickten als sonst, mag man das prestigeversprechende Doppelkonzert als grundsätzlich gelungen abhaken. Aber vielleicht war alles ganz anders, und der Zuhörer ein Opfer von Abschweifungen und unsinnigen Gedanken, die während eines Konzertes nun einmal auftauchen und die kein Saalmädel der Welt, und gliche ihr Äußeres bis aufs Härchen Anna Netrebko, ganz ausschalten kann. Im Übrigen gehören die beiden Klavierkonzerte von Johannes Brahms zu den undurchdringlichsten Kompositionen zwischen der Missa Solemnis und der Turangalila-Sinfonie.

Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado: Brahms Sinfonie Nr. 3, extrem guter Weill, sehr guter Bach

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Kritik Berliner Philharmoniker & Konzertbericht. Claudio Abbado dirigierte in der Philharmonie. 2004 gab es Mahlers Sechste, 2005 Mahlers Vierte, im Juni 2006 war Abbado mit Musik von Richard Wagner und Robert Schuhmann zu Gast. Sie erinnern sich? Es waren leise Wesendonck-Lieder (so leise wie nie), etwas zu klassizistisch von Anne Sofie von Otter gesungen, und Robert Schumanns nicht ganz zukunftssicherer Manfred konzertant (vor dem Konzert der wärmste je gehörte Willkommensapplaus, der Manfred teilweise traumhaft schwebend, mit leichtesten Gewichtungen und von ins abgründig Ästhetische Weiterlesen

Berliner Philharmoniker Mariss Jansons: Mahler 1. Sinfonie und ein bissl Strawinsky

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Berliner Philharmoniker Mariss Jansons Strawinsky Petruschka Mahler 1. Sinfonie

Eines der Konzerte, die mit vollkommener Zufriedenheit beginnen, vor der Pause die ersten Zweifel säen, überragend in die zweite Konzerthälfte starten und zum Schluss für Desorientierung sorgen. Jansons ist ein vitaler, kontrollierter Taktschläger, seiner Arbeit kann man zusehen, ohne dass der Zuhörer jemals auch nur einen Zehntel Takt vom Weg abkäme. Petruschka wirkt als überragende Partitur, nicht als überragendes Dirigat: gut durchleuchtet und sicher zusammengefasst. Doch es kommt die Stelle, an der man denkt: etwas zu sportlich, etwas zu zackig. Die Crescendi strahlend, hinreißendes Knattern im ff. Doch man spürt den Ausgang, bevor er kommt, man kennt die dritte Explosion, weil sie der zweiten gleicht. Während es bei der ersten noch Staunen gab.

Bei Mahlers 1. Sinfonie dann Ähnliches. Grandiose Führung des Orchesters. Jansons sorgt für eine geradezu königliche Übersichtlichkeit (in München würde man ‚kaiserliche‘ sagen, obwohl der Kaiser in Berlin, und der König in Bayern war). Doch irgendwann stellte sich die kleine, süße Frage: wozu? Das Finale war blendend im expansiven Klang, doch problematisch im technisch virtuosen Abrollen. Barenboims größer gefühlte Mahler-Neunte war noch im Ohr. Das zu extremer Klarheit geschärfte Klangbild verblüffte und versöhnte. Fazit: beeindruckender klanglicher Positivismus, Mariss Jansons mehr Regisseur als Deuter.
Nächstes Jahr kommt Jansons mit Schostakowitschs 6. Sinfonie und Ravels Valse.

Kritik Mariss Jansons: sehr gut

Die Berliner Philharmoniker mit Ion Marin und Frau Argerich: Oder Martha Argerichs Ruhm

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Berliner Philharmoniker Ion Marin Martha Argerich Weill Sinfonie Nr. 2 Ravel Klavierkonzert Prokofjew Romeo und Julia

Konzertbericht Berliner Philharmoniker. Man ging hin, um Martha Argerich zu hören und Ion Marin zu überhören. Kurt Weills Zweite Sinfonie mag ohne Marin ein achtbare Sache zu sein, mit Marin war sie eine große Länge. Weder der Rhythmus rettete Weills Sinfonie, noch die unartikulierte Thematik, noch Marin. Der Dirigent drang zu den Philharmonikern nicht recht durch und schien damit einverstanden.
Ravels Klavierkonzert erhielt den Vorzug vor den angekündigten von Schostakowitsch und Prokofjew. Da der Konzertgänger nichts so sehr fürchtet wie eine Absage von Frau Argerich, wäre er auch zufrieden gewesen, wenn Frau Argerich statt die Klavierkonzerte von Schostakowitsch und Prokofjew zu spielen über die argentinische Nationalhymne improvisiert hätte. Martha Argerich vereint in ihrem Spiel Herzlichkeit und lyrische Sensibilität. Es kommt zu sarkastischer Heiterkeit. Ihr Anschlag ist einer der besten überhaupt, verbände man mit ihm nur nicht immer die Vorstellung einer welkenden Rose. Die klangliche Hingabe Martha Argerichs an den Geist der Noten ist ohne Zweifel außerordentlich. Doch ich wünschte, Martha Argerich würde ihren Ravel an den Hörnern packen anstatt ihm die Glatze zu streicheln. Die Interpretation rechtfertigte nicht ihren fast verschwörerischen Ruhm. Marin war hier, gegen seinen Willen kann man fast sagen, besser, da das Stück besser war.
Die lange zweite Konzerthälfte zog sich in Form der Romeo-und-Julia-Suite von Prokofjew hin, eines Stücks, das wenig Charme von der Ballettbühne in den Konzertsaal hinüberrettete und vier Mal so lang wie nötig war. Tschaikowsky handelt das Thema immerhin in zwanzig Minuten zur vollen Zufriedenheit des Publikums ab.

Kritik Martha Argerich: naja, entweder war es nicht so ohrenverdrehend oder ich hatte meine Ohren tatsächlich verdreht

Barenboims Mahler-Zyklus: Die 9. Mahler-Sinfonie mit der Staatskapelle

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Festtage 2007 Mahler-Zyklus Barenboim/Boulez
Staatskapelle Berlin – Daniel Barenboim: Mahler 9. Sinfonie

Konzertkritik Daniel Barenboim. Überall ist dieses warme Licht, das Parkett ist rammelvoll, die Stehplätze sind mehrfach besetzt. Acht Uhr, das Staatsopernorchester lässt sich Zeit. Dann kommt das Orchester, Applaus, dann kommt der Konzertmeister, Applaus, dann kommt Barenboim, dicker Applaus. Dann geht’s los, Stille. Mahler Neunte.
Sehr schön alles. Das Andante ist gut, der Ländler ist Weltklasse. Die Rondo-Burleske vielleicht das Beste, was es diese Saison bislang in der

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Die Wiener Philharmoniker in Berlin: Was es zu Christian Thielemanns Bruckner zu sagen gibt

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Konzertbericht Christian Thielemann. Die Wiener Philharmoniker waren da. Es war erstaunlich langweilig. Es gibt Stunden, da kommt es einem vor, als spielten die Wiener Philharmoniker ab und an einen Tick Wärme-versessener als die Berliner. Nun sind die Wiener hier, und es gab den einen oder anderen Grund zu äußerst gepflegter Langeweile. Christian Thielemann dirigierte, und man könnte behaupten, es habe an ihm gelegen.

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Semyon Bychkovs Abstecher nach Berlin: Berliner Philharmoniker mit Schönberg und Schostakowitsch

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Schönberg Erwartung Schostakowitsch 10. Sinfonie

Konzertbericht Berliner Philharmoniker. Hier passierte wenig Bewegendes. Semyon Bychkov sprang für Kirill Petrenko, den Chefdirigenten der Komischen Oper Berlin, ein. Die Sinfonie Nr. 10 lief ohne Pannen durch alle Sätze, was gewiss eine Leistung des Dirigenten ist, aber kein Grund zur Begeisterung. Am beeindruckendsten schien mir die Lautstärke des Orchesters, also in etwa das Bändigen aller solistischen Kräfte in einem ratternden Crescendo, in dem alles in die Wagschale geworfen wird, um die Zuhörer mit einem gigantischen Fortissimo zu überraschen. Dieses ff war sowohl perkussiv kompakt als auch rhythmisch wirkungsvoll gegliedert und fähig, einen vom schier endlosen Potenzial der Berliner Philharmoniker zu überzeugen. Angela Denokes Sopran schimmert stets so kühl, dass man sich einen Schnupfen hätte holen können, sobald man seine Nase in ihre Richtung gestreckt hätte.

Bernard Haitinks Missa Solemnis mit den Berlinern Philharmonikern

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Haitinks Konzert im Januar (Brahms‘ Zweite, Hindemiths Symphonische Metamorphosen) verpasst, also in die Missa Solemnis gegangen. Nagano dirigierte die Missa Solemnis im Juni 2006 direkter, intensiver, massiver (damals mit Anne Schwanewilms, Marie-Nicole Lemieux, Klaus Florian Vogt, Günther Groissböck. Bei Bernard Haitink waren die Sätze nacheinander aufgereiht. Nagano brachte scheinbar die Missa Solemnis auf einmal, übereinander geschichtet, ineinander verkeilt, die Enden an die Anfänge steckend. Die Crescendi wirkten abgründig, die Piani stürmisch. Doch hier nur von Nagano zu reden, da mir zu Haitink wenig einfällt, scheint auch nicht sinnvoll. Also: Haitink schnupperte nur an Beethoven. Nagano – zum letzten Mal -, Nagano also schweißte Beethoven zusammen.