Staatsoper Berlin: L’Elisir D’Amore: Leonardo Capalbo & Anna Samuil & Anna Prohaska

Max Renne Percy Adlon Leonardo Capalbo Alfredo Daza Andrea Concetti Anna Samuil Anna Prohaska

Unverhofftes Gelingen: Percy Adlons Berliner L’Elisir D’Amore entpuppt sich schon in den ersten Minuten als witzige Inszenierung, die jede Kurve kriegt, die Donizettis Arien vorlegen. Sie wärmt das Herz, sie funktioniert, es fließt der Sprit der Sentimentalität noch durch jede Auflösung eines Dominantseptakkordes. Kurzum: Man erwartete Durchschnitt und es wurde eine rundweg holde Sache. Wie das die Lindenoper doch manchmal hinbekommt! Zwei Italiener, ein Mexikaner und eine Russin sangen. Leonardo Capalbo spielte den Nemorino mit jener Herzensreinheit und Emphase, an die man denken muss, wenn man an Nemorino glauben soll. Der stets rätselhafte Zauber, zu hören, wie italienische Vokale wie von Geisterhand zu Wohllaut zusammenfließen, drang einen in Mark und Hirn. Weiterlesen

Neues vom Barenboim-Zyklus aus der Staatsoper Berlin: Daniel Barenboim, Thomas Quasthoff, Beethoven, Carter, Liszt etc.

Daniel Barenboim Thomas Quasthoff

Kritik Daniel Barenboim. Seit dieser Saison gibt es an der Staatsoper Berlin den Barenboim-Zyklus, der an sechs Sonntagvormittagen Lied, Kammermusik und Soloklavier bringt, immer mit Barenboim am Flügel. Vor Weihnachten gab es Kammermusik (Mozart, Carter, Brahms) sowie den alles in Grund und Boden singenden, beängstigend makellosen Thomas Quasthoff (Daniel Barenboim am Flügel) mit Brahms‘ Magelone und nun am 20. 1. 2008 Barenboim solo mit reinem Liszt-Programm. Man sah Leute, die man eineinhalb Tage zuvor in der Philharmonie gesehen hatte, als Barenboim das erste und fünfte Klavierkonzert von Beethoven dirigierte und spielte. Wer wollte, konnte innerhalb von fünf Tagen vier Mal Barenboim am Klavier hören. Hübsch, was?
Hier ist der Bericht von Barenboims Liszt-Recital. Auf der Bühne steht ein Flügel (in der Philharmonie spielte Barenboim ohne Deckel, hier in der Staatsoper mit geöffnetem). Barenboim trägt weißes Hemd und Krawatte unterm Frack.

Weiterlesen

Barenboims Strömungslehre, René Papes Schönheit. Mit Pavol Breslik, Anette Dasch, Anna Samuil, Sylvia Schwartz

Daniel Barenboim Peter Mussbach René Pape Hanno Müller-Brachmann Pavol Breslik Anna Samuil Anette Dasch Sylvia Schwartz

Mozart hat es schwer in Berlin. Rattle dirigiert Mozart, hmm, interessant (Silvesterkonzert 2006, Mitsuko Uchida). Der Figaro an der Staatsoper wird von Dan Ettinger zu Styropor zerraspelt. Ein wahrhaft prächtiger Mozart, der in Berlin zu hören war, ist gut ein Jahr her, das Emerson String Quartet spielte. Jetzt macht es Daniel Barenboim anders und besser. Für uns, für Mozart, für Berlin. Dennoch gab es zahllose Buhs – für Peter Mussbach.
Der Don Giovanni, der an der Berliner Staatsoper Premiere hatte, wird von der Mailänder Scala übernommen. Peter Mussbach (Regie) zeigt eine mit blauem Licht gefüllte Bühne, auf der sich bühnenhohe Mauern drehen und verschieben. Das ist wenig, und es klingt nach weniger, wenn man sagt, dass es keine Requisiten außer einer dekorativen Vespa gab. Folge: Hier stehen die Sänger wie Nackte rum, auf dass sie allesamt von Mozarts Musik geröntgt werden können. Mussbachs Giovanni ist poetisch und kühl zugleich. Weiterlesen

Rambazamba-Belcanto an der Staatsoper: mit Alain Altinoglou, Katarina Karnéus, Elena Mosuc

Donizetti Maria Stuarda: Alain Altinoglou Karsten Wiegand Karneus Elena Mosuc Schmunck

Alain Altinoglou dirigiert robust und anständig, Katarina Karnéus singt die Elisabetta hübsch, Elena Mosuc die Maria mitreißend. Die gleichfalls hübsche Rambazamba-Inszenierung von Karsten Wiegand ist witzig und spannend bis zur letzten Minute. Die Musik von Gaetano Donizetti ist so unverwüstlich, wie man sich’s kaum vorstellen kann, wenn man das Stück noch nicht gehört hat. Hitze, Affekt, punktgenaue Schürzung des Knotens, subtile Klangexplosion machen Donizetti zu einem Magier des Erzählens, einen Delacroix, einen Victor Hugo. In der Sentimentalität der Figuren spricht noch alles Humane der ganzen Menschheit zum Publikum. Ich war zwei Mal drin. Da es nicht ausverkauft ist, gibt es Karten an der Abendkasse. Opernkritik Maria Stuarda Berlin: gutes Repertoireniveau.

Dusapins Medea und Sasha Waltz, Staatsoper

Marcus Creed Sasha Waltz Vocalconsort Akademie für Alte Musik

Bericht Sasha Waltz Staatsoper Berlin. Im Deutschen Theater an der Schumannstraße kann man Orestie, Medea und Perser sehen. Drei Mal antikes Theater und man ertrinkt drei Mal in Stil. Man sieht Neopathetiker als Regisseure, die den Zuschauer in… genau: in Stil ertränken. Kurzum, das DT verhebt sich an sterilem Antikentheater. Anders die Staatsoper, die mit Sasha Waltz kooperiert. Nach der innerlich und äußerlich gleich prächtigen Dido & Aeneas (Musik Henry Purcell) von 2006, der leider bislang nie mehr auf der Bühne der Staatsoper aufgetauchten, schenkte Sasha Waltz im Herbst 2007 eine Medea her, die Antike ohne Antike zeigte. Also eine Antike für Zeitgenossen, von dem Zeitgenossen Pascal Dusapin komponiert.
Die Musik Pascal Dusapins ist leise bis zur Verneinung und wirkt durch Aussparung und Anspannung. Dusapin füllt Zeiträume intelligent. Leider habe ich Dusapins und Sasha Waltz‘ Medea nur einmal gehört. Weiterlesen

Uraufführung Hans Werner Henze Phaedra, Staatsoper Berlin

Michael Boder Peter Mussbach Ensemble Modern Köhler Wesseling

Uraufführung Phaedra („Konzertoper“) von Hans Werner Henze, 8. September 2007 im Rahmen des Musikfestes Berlin 07. Volles Haus, Wolfgang Rihm sitzt in der dritten Reihe in Begleitung einer schlohweißen alten Dame. Hans Werner Henze sitzt in der ersten Reihe der Mittelloge. Mussbach ist zu sehen, Zehelein ebenfalls. Langer Applaus vor Beginn, das Publikum erhebt sich. Henze gerührt. Rihm, der in der Pause wie Hans Werner Henze sitzen bleibt, muss Hände schütteln.
Das Publikum zeigt sich gegenüber den üblichen Besuchern der Staatsoper verändert: Musikintellektuelle (reduzierte Farben, Brille, Rollkragenpulli) streifen durch die Gänge, reisende Fans verständigen sich in gebrochenem Englisch, man hört viele Engländer. Die Konzertoper Phaedra kommt mit einem gut 20-köpfigen, meist solistisch eingesetzten Orchester aus. Das Ensemble Modern spielt ausgezeichnet unter Michael Boder. Man hört sprachgewandtes Blech, hektische Holzbläser, kurze Attacken nach kurzen Fortspinnungen, viel kammermusikalisch verdichtete Gestik. Weiterlesen

Saison 2006/2007 Staatsoper Berlin

Die Höhepunkte der Saison: Jeder Takt Wagner, den Daniel Barenboim dirigiert hat (Tristan & Isolde, Parsifal). Dido & Aeneas in der Inszenierung von Sasha Waltz, dirigiert von Attilo Cremonesi. Gefühl: so was kehrt nicht wieder. Schönheit, mit nie gesehenen Mitteln erreicht. Dann, mit einigem Abstand: Salome mit Nadja Michael, Reiner Goldberg, gutes Dirigat Philippe Jordan. Weiter hörenswert: René Jacobs (L’Orfeo, Marienvesper/Combattimento di Tancredi e Clorinda). Schade: Michael Gielen (Macbeth) dirigiert zu selten. Man würde gerne Wagner oder 20. Jahrhundert von ihm hören. Leider ist der Dauerdirigierer Dan Ettinger uninteressant (Figaro, Aida, etc.), Michael Boder zackiger, doch auch keine Offenbarung (Elektra). Massenets Manon mit Rolando Villazón und Anna Netrebko haben nur Frühstbucher oder ebayer gesehen, ich nicht. Da Rolando Villazón ab der dritten Vorstellung ausfiel, und Barenboim auch nur die Premiere dirigierte, war es auch kein Beinbruch. Zeitgleich dirigierte Abbado drei Mal Brahms, Bach und Weill in Berlin, also war’s doppelt kein Beinbruch. Weiterlesen

Elektra, Staatsoper: Mette Ejsing, Silvana Dussmann, Reiner Goldberg und Deborah Polaskis Phonstärken

Die Elektra enttäuschte. Die Leitung von Michael Boder hörte sich unidiomatisch, fantasielos und hart – kurz: wie der Motor eines zehnjährigen Opels – an. Es fehlte eine gewisse Spritzigkeit, eine Biegsamkeit, etwas von „Und Kinder wachsen auf mit tiefen Augen…“ Deborah Polaski ließ ihre Phonstärken in die gleiche Kerbe prasseln, wenn man das mal mit einem schiefen Bild anmerken darf. Polaksis leicht uninteressanter, zwischentonloser, unflexibler, tremolierender Sopran wirkte durch bleiernes und bierernstes Pathos.

Man muss Hofmannsthals Antike nicht ernster nehmen, als es Strauss sowieso schon tat. Klytämnestra sang die gewohnt souveräne Mette Ejsing, Silvana Dussmann (Chrysothemis) artikulierte mit dem Ausdruck herzlicher Sorge (statt Anne Schwanewilms). Reiner Goldberg gelang ein nicht so kometenhaftes, in jede Ritze der Rolle schlüpfendes Porträt wie als Herodes in der Salome wenige Wochen zuvor.

Dieter Dorn (hier Kritik der Elektra-Premiere 2016 lesen!) fügte dem eine Inszenierung hinzu, die alle Klischees einer das Individuelle zwischen ihren fetten Kiefern zerkrümelnden Antike bedient, aber keine erlöst: eine monströse Hinterhaxe baumelt am Fleischerhaken vom Bühnenhimmel, Mägde tummeln sich in Untermenschenmanier. Die vorherrschende Farbe ist Schiefergrau. Opernkritik Elektra Berlin Staatsoper: Richard Strauss‘ Härte stach nicht.

Daniel Barenboim parsifalisiert Berlin II – noch mal zu Barenboims Parsifal an der Staatsoper mit René Pape Gurnemanz, Michaela Schuster, Burkhard Fritz

Daniel Barenboim Bernd Eichinger René Pape Michaela Schuster Burkhard Fritz Roman Trekel Christof Fischesser

Opernkritik Parsifal Staatsoper Berlin. Die Februar- und März-Aufführungen waren das A, die zwei Juni-Vorführungen waren das O der zweiten Saisonhälfte. Es ist ein Glück, Barenboim im Orchestergraben nach dem Taschentücherl greifen, vom Hocker sich erheben, ins Orchester hineinwedeln zu sehen. Die Verwandlungsmusiken, die Vorspiele schluckt man wie Hostien. Der Berliner Parsifal (siehe auch) ist nicht ausverkauft, was auf Hitze, oder auf Desinteresse, oder auf die Länge des Stücks oder auf die Beliebtheit von Strandbars in Berlin schließen lässt. Michaela Schuster kann viel, doch sie wird es noch konzentrierter können. Ihr Spiel scheint etwas zu ausufernd, ihre Stimme etwas unruhig. Pape und Barenboim verstehen sich nicht blind wie Barenboim und Waltraud Meier, sondern scheinen eher genauestens auf die Musik zu hören – nur jeder macht’s etwas anders. Pape hat was Jugendliches in der Stimme. Weiterlesen

Staatsoper Berlin: Reiner Goldbergs Herodes, Nadja Michaels Salome. Philippe Jordan dirigiert

Hier Kritik der Salome 2013 mit Mehta, Nylund, Remmert, Siegel und Dohmen lesen.

Diese Salome gefiel. Die Leitung von Philippe Jordan hatte Elan, Farbe, Rhythmus. Dazu kam eine ganz hörenswerte Präzision der Orchesterstimmen. Es fehlten Rausch, Lyrik, Biegsamkeit. Reiner Goldberg schlüpfte in die Rolle des Herodes, als sei er Herodes und nicht Goldberg. Goldbergs Herodes liegt zwischen Perversion und Leiden, Goldberg beherrscht die Anforderungen an Stimme und Bühnenpräsenz geradezu locker, dazu kommt noch die helle, jedoch nicht scharfe, wie ein Spülgummihandschuh dehnbare Stimme von großer Energie und weißem Klangcharakter. Das war wohl so etwas wie Weltklasse.

Harry Kupfers Regie wirkt noch frisch und plausibel. Nadja Michael war körperlich eine ausgesprochen salomeisierende Salome, stimmlich auch (Wärme, Intelligenz, Biegsamkeit, Engagement), allerdings bis auf die (auch im Ausdruck) dünnen Stimmhöhepunkte, die ihre Kraft zu übersteigen schienen.

Staatsoper Rosenkavalier: Angela Denoke Marschallin, Katharina Kammerloher, Margareta Klobucar

Heinz Fricke Nicolas Brieger Angela Denoke Katharina Kammerloher Margareta Klobucar

Opernkritik Rosenkavalier Staatsoper Berlin. Der Rosenkavalier, naja, war halt ein Rosenkavalier. Die Partitur läuft ja quasi selbstantreibend (wie auch bei Figaros Hochzeit), von daher war die auszeichnungslose Leitung von Heinz Fricke nur ein kleiner Schaden. Aber dennoch war der Rosenkavalier partiturenweit entfernt von einem saftigen, oder subtilen oder auch nur sehr guten Abend. Angela Denoke sang schön und rein. Weiterlesen

Mozart, Figaro, Berlin: Anne Schwanewilms, Roman Trekel, Hanno Müller-Brachmann

Dan Ettinger Thomas Langhoff Hanno Müller-Brachmann Anne Schwanewilms Roman Trekel Katharina Kammerloher Adrienne Queiroz

Da fällt die Besprechung schwer. Von den nicht ganz wenigen Figaros, die man im Laufe der Zeit so sieht, war dies einer der mäßigen, um nicht zu sagen einer jener Figaros, dies sich überall mäßigen, nur nicht in der Mäßigkeit. Vielleicht lag es an der Inszenierung von Thomas Langhoff, die ansehnlich war, einen gewissen Pfiff besaß, ohne es mit dem Pfiff zu übertreiben, und die reizende, durchseelte Plauderhaftigkeit vermissen ließ, die den Figaro zuweilen so umwerfend macht. Vielleicht lag es am Dirigat Dan Ettingers, der genug Routine besitzt um Mozart auf Linie zu halten, doch Mozarts Figaro nicht so anhaucht, dass die Figuren zu schweben beginnen. Vielleicht lag es auch daran, dass der Mai 2007 mit Claudio Abbados Abstecher nach Berlin (Brahms, Bach und Kurt Weill), mit Martha Argerichs Ravel, dem Alban Berg Quartett und Mariss Jansons (Mahler) einfach zu viel war für einen Figaro von Ettinger und Langhoff. Dabei sangen Hanno Müller-Brachmann (ein ruppiger Figaro) und Anne Schwanewilms (eine Gräfin mit dem gewissen Extra), Katharina Kammerloher (ein langgewachsener Cherubino) und Roman Trekel (ein robuster Graf) sowie Adriane Queiroz (eine in zweierlei Hinsicht voluminöse Susanna) hübsch, prächtig. Berlin ist keine Mozartstadt. Also, Kiel oder Oldenburg zum Beispiel ja auch nicht, aber so ein bissl Mozartstadt wäre schon gut. Für Berlin meine ich, und natürlich für mich. Ich gehe nicht wieder rein. Opernkritik Figaro Berlin Staatsoper: anstrengend, fahrig, ergebnislos.

Staatsoper: Macbeth mit Michael Gielen, Sylvie Valayre, Valeri Alexeev und Andrew Richards

Michael Gielen Peter Mussbach Alexeev Sylvie Valayre Hanno Müller-Brachmann Andrew Richards

Eine von Mussbachs leidenschaftlich kühlen Inszenierungstaten an der Lindenoper. Ich bin Mussbach-Fan. Dies nur zwischendurch. Diese Bühneninterpretation für Giuseppe Verdis Macbeth ist energisch, stark, schnickschnacklos, sie konzentriert sich auf die Geschichte, hat eine Zuneigung zum Skalpell, eine Abneigung gegen das Einschmalzen und ist unbedingt sehenswert. Unter Michael Gielen klang das Orchester selbstbewusst zurückhaltend, immer zur Stelle, präzise, sängerfreundlich. Gielen leitete auf einer kontrollierten Mittellage. Wenige Tage vorher war Gielen gleichfalls mit der Staatskapelle Berlin in der Philharmonie mit einer in den Binnensätzen sehr überzeugenden Fünften Sinfonie von Bruckner zu Gast. Weiterlesen

Barenboim parsifalisiert Berlin: René Pape, Michelle DeYoung, Hanno Müller-Brachmann, Josef Schmeckenbecher

Daniel Barenboim Bernd Eichinger René Pape Michelle DeYoung Hanno Müller-Brachmann Josef Schmeckenbecher

Opernkritik Parsifal Staatsoper Berlin. Parsifal – wie es so kommt ohne die angekündigten Plácido Domingo und Waltraud Meier. Was Daniel Barenboim hinlegt, ist fesselnd vom ersten Takt an. Wer im Rang sitzt, kann von oben zusehen, wie er auf seinem Hocker sitzt und schuftet und schwitzt. Jedes dynamische Gefälle, jede Aufrauung wirft frühere Parsifalerlebnisse über den Haufen, Barenboim häutet Wagners Parsifal, schafft Nachklang- und Ineinanderklangwunder. Bei Barenboim ist alles Atem, Spannung, Geste, die unterschiedlichen Formteile hängen zusammen in einem endlosen Ab- und Anschwingen, die Intensität der Aufmerksamkeit wird bis in das abphrasierende Pianissimo der Streicher getragen. Weiterlesen

René Jacobs, Staatsoper Berlin

René Jacobs Akademie für Alte Musik Berlin Vocalconsort Berlin Kosky Sunhae Im Stephane Degout Chappuis Lee Foresti

Lebendig und farbig realisiert von René Jacobs‘ Akademie für Alte Musik Berlin, dem Concerto Vocale und dem Vocalconsort Berlin. Monteverdis Partitur ist scharfzüngiger und explosiver als Strauss‘ Salome. Musiker und Chormitglieder stehen auf einer steil ansteigenden, bühnenfüllenden Treppe. Die Sänger steigen die engen Stufen zwischen den Musikern hindurch hinan und hinab. So ist die Musik ständig auf der Bühne gegenwärtig. Dies ist nicht nur inszenatorisches Konstrukt, es gibt der Musik mehr Raum, mehr Luft, Komplexität, Spiegelung, urwüchsige Kraft, Allegorik, melancholischen Glanz. Wenn man dies Prinzip der Inszenierung auch nicht auf andere Inszenierungen ausgeweitet sehen möchte. Barrie Kosky inszeniert. Kritik: Experiment geglückt.