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Opern- & Konzertkritik Berlin

~ Klassik-Blog für Konzertberichte und Opernkritiken aus Berlin

Opern- & Konzertkritik Berlin

Kategorien-Archiv: René Pape

Kritik MET Parsifal: Jonas Kaufmann, Katarina Dalayman Kundry, René Pape, Peter Mattei Amfortas, Evgeny Nikitin

02 Samstag Mär 2013

Posted by Schlatz in Daniele Gatti, Evgeny Nikitin, Jonas Kaufmann, Katarina Dalayman, Peter Mattei, René Pape

≈ 7 Kommentare

Jonas Kaufmann Parsifal

So sieht vorsichtiges, aber gut begründetes Interesse aus – Jonas Kaufmann ist Parsifal // Foto: Ken Howard / metoperafamily.org

Übertragung auf hr2.

Vorspiel: genau 13 Minuten. Fließende Linien, weich gerundetes Klangbild, das auf hellem Streicherglanz beruht. Sehr gutes Solohorn. Abgesoftete Akzente.

René Pape: Als Gurnemanz oftmals unter Barenboim in Berlin gehört. Klangvolle Schönheit in sorgfältig beherrschter Diktion. Papes Mischung aus rhetorischer Subtilität und vibrierender Klangmacht ist nach wie vor ein gutes Rezept für Gurnemanz. Bisweilen von gesuchtem, sogar manieriertem Ausdruck, unter anderem bei eingedunkelten Vokalen („nach dem Gro-a-aaale“). Den Karfreitagszauber singt Pape mit balsamischer Ausdrucksfülle und unvergleichlichem, feinkörnigem Klangsamt.
Katarina Dalayman: Eine überzeugende Kundry mit schöner, bei Daniele Gattis Tempo mitunter ein bissl schwerfällig wirkender Stimme. Eine Freude: die warmen Pianissimi. Leuchtende Spitzen. Doch ich höre auch recht offene, belegte, ungünstig eingedunkelte Töne („dich reinen Tooooren“). Bei „der Mutter Tränen“ – und folgende Takte bis „Herzeleide starb“ – besitzt das Timbre eine mütterlich-reife Komponente. Ihr fehlt die Konzentration des Ausdrucks (besonders was die hohen Töne angeht), den man von einer Kundry Waltraud Meiers oder Evelyn Herlitzius‘ zu erwarten gewohnt ist. Weiterlesen →

Kritik Inaugurazione La Scala Lohengrin: Jonas Kaufmann, Annette Dasch, René Pape, Barenboim

08 Samstag Dez 2012

Posted by Schlatz in Annette Dasch, Daniel Barenboim, Evelyn Herlitzius, Jonas Kaufmann, René Pape

≈ 20 Kommentare

Kritik INAUGURAZIONE LA TRAVIATA 2013 lesen!

So, heute nicht in der Staatsopern-Bohème mit Andris Nelsons, sondern zuerst im Theater und dann auf Arte die Saisoneröffnung („Inaugurazione“) der Mailänder Scala gehört. Eine Inszenierung des Lohengrin von Claus Guth, die auch ohne Schwan und notorisches Lohengrin-Weiß zu funktionieren scheint. Die Inszenierung endet in einem dunklen Schilf-Wasser-Ambiente, worin Elsa schlussendlich ersäuft. So weit zur Wozzeckisierung des Lohengrin durch Claus Guth. Sensationell, wie Jonas Kaufmann im 3. Akt auf Telramund losgeht, worauf Telramund im flandrischen Schilf verschwindet, allerdings weniger sang- und klanglos wie dies Elsa kurze Zeit später tut, sondern mit echtem Theaterschrei.

Jonas Kaufmann: Vielleicht, vielleicht Kaufmanns beste Rolle, weil Jonas Kaufmann dem Lohengrin das asexuelle Roboto-Image nimmt und etwas Don-José-haftes gibt. Deutlich hörbar ist während des gesamten Lohengrins, dass Kaufmann das Timbre seines Latin-Lover-Tenors im Piano und Mezzoforte zu mäßigen und der Rollengestaltung gefügig zu machen versucht. In „das Gott mir angetraut“ hält Kaufmann den hohen, heldischen Ton nur während der ersten Hälfte, das Ende klingt farbloser, weniger sexy. Für solche überall hörbaren Unausgeglichenheiten entschädigt die pure klangliche Üppigkeit der Glanzstellen („aus Glanz etc“). Hmm, Kaufmanns Diktion klingt komischerweise eine Spur undeutsch.

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Mein lieber Schwan: Scala-Lohengrin ohne Schwan, aber mit Jonas Kaufmann

28 Mittwoch Nov 2012

Posted by Schlatz in Anja Harteros, Evelyn Herlitzius, Jonas Kaufmann, René Pape

≈ Ein Kommentar

Ohne Schwan, aber mit Kaufmann – so könnte man die Fakten zur Lohengrinpremiere der Mailänder Scala am 7. Dezember zusammenfassen. Sarà un Lohengrin senza cigno, schreibt nicht ganz ohne Trauer die italienische Tageszeitung La Repubblica. Alle Wagnerianer, denen ein Lohengrin ohne Schwan vorkommt wie ein Wagner ohne Barenboim, werden sich mit der exquisiten Besetzung zu trösten wissen. Sie umfasst unter anderen: Anja Hateros als Elsa, René Pape als König, Evelyn Herlitzius (Ortrud) und Tómas Tómasson (Telramund).

Und sonst? Claus Guth inszeniert, Daniel Barenboim dirigiert. Wie Barenboim den Lohnegrin dirigiert, ist in Berlin hinlänglich bekannt. Wie ein Lohengrin ohne Schwan ausschaut, ebenso. Denn der schwanlose Lohengrin ist keine Mailänder Besonderheit, sondern inzwischen allgemeines Kulturgut, wie die aktuelle, gleichfalls vollständig entschwante Lohengrin-Inszenierung an der DOB zeigt. In einem Interview mit Classic Voice meinte Claus Guth: „Non sono interessato all’immagine del cigno in sé“, was auf berlinerisch so viel heißt wie „Der Schwan ist mir schnuppe“. Da kann man mit Lohengrin nur sagen: Mein lieber Schwan!

Kritik Berlin Staatsoper Zauberflöte: Alexander Soddy, Pavol Breslik, Anna Siminska, René Pape, Rowan Hellier, Michael Kraus

10 Samstag Nov 2012

Posted by Schlatz in Alexander Soddy, Anna Siminska, Pavol Breslik, René Pape, Roman Trekel

≈ 4 Kommentare

Schinkel, Schinkel, Schinkel: Zauberflöte Staatsoper Berlin / Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de

Schinkel, Schinkel, Schinkel: Zauberflöte Staatsoper Berlin / Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de

Die Zauberflöte der Staatsoper Berlin mischt Schinkel-Optik und szenische Drolligkeit, wodurch am Schillertheater durchaus nicht die schlechteste aller möglichen Zauberflöten herauskommt. Regie: Everding. Sängerisch bot der Mozart-Abend eine überzeugende Mischung aus besten Kräften und jungen Nachwuchssängern. Weiterlesen →

Kritik Staatsoper Berlin Don Carlo: Tamar Iveri, Fabio Sartori, René Pape

29 Montag Okt 2012

Posted by Schlatz in Ekaterina Gubanova, Fabio Sartori, Rafał Siwek, René Pape

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Hans Werner Henze ist gestorben. Friede seinem Genie. Möge Phädra bald wieder auf dem Spielplan der Staatsoper auftauchen.

Heute war das Herbstwetter schöner als die Inszenierung und Petrus ein besserer Regisseur als Philipp Himmelmann, wobei ich anmerken muss, dass die Engel heute Abend NICHT himmlischer sangen als René Pape. Die Überraschung war Tamar Iveri. Ich meine nur in zweiter Linie Iveris aufsehenerregende Augenbrauen, in erster Linie Iveris Elisabetta. Beide, Iveria und ihre Elisabetta, klangen italienischer, als ich erwartet hatte. Ihr Sopran besitzt leidenschaftliches Gefühl. Über dem F, wo das Gefühl anfängt, klingt Iveri aufregend. Nettes, kleines, unruhiges Vibrato. Eine gute Verdistimme. Das einzige Manko ist vielleicht, dass Tamar Iveris Sopran in allen Registern ziemlich gleich timbriert ist, wenn das Timbre an sich auch recht komplex ist.

Noch mal zur Inszenierung: vor der Pause ist dieser Don Carlo doch von relativ monströser Langeweile. Danach wird’s besser, wahrscheinlich, weil die Geschichte so langsam ins Rollen kommt.

Fabio Sartori ist ein Beleg dafür, dass ein Kugelformat eine tolle Sache ist, wenn man mit einer resonanzreichen Tenorstimme Eindruck machen will. Die Regieanweisung an Sartori

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Kritik Walküre Staatsoper Berlin: Catherine Foster Brünnhilde, René Pape Wotan

05 Freitag Okt 2012

Posted by Schlatz in Anaïk Morel, Anna Lapkovskaja, Carola Höhn, Catherine Foster, Daniel Barenboim, Ekaterina Gubanova, Ivonne Fuchs, Leann Sandel-Pantaleo, Mikhail Petrenko, Peter Seiffert, René Pape, Simone Schröder, Susan Foster, Waltraud Meier

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Staatskapelle Berlin

René Pape, umgeben von attraktiven Mädels // Foto: Monika Rittershaus / .staatsoper-berlin.de
René Pape als Wotan, umgeben von einer Menge attraktiver Mädels // Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de

Zuerst dachte ich, Barenboim hat Guy Cassiers nach Berlin geschleppt. Inzwischen glaube ich, dass Flimm schuld ist.

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Staatsoper Berlin Saison 2012/2013: Rattle Rosenkavalier, Domingo Parsifal, Shicoff Cavaradossi

12 Donnerstag Apr 2012

Posted by Schlatz in Christine Schäfer, Dorothea Röschmann, René Pape, Rolando Villazón

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Matzukaze // Foto: Bernd Uhlig / staatsoper-berlin.de

Matzukaze: Führt krasse Schieflage zu operativer Hektik? // Foto: Bernd Uhlig / staatsoper-berlin.de

Barenboim und Flimm haben es geschafft. Premieren, Repertoire & Konzerte der Staatsoper Berlin für die kommende Saison sind raus. Die Überraschungen: Simon Rattle dirigiert den Rosenkavalier, Neil Shicoff singt Cavaradossi an der Seite von Oksana Dyka, Rolando Villazón will mit Mozartliedern brillieren. Und sonst? Plácido Domingo singt Parsifal – aber nur konzertant. Weiterlesen →

Staatsopern-Blech, Dorothea Röschmann und Barenboim-Meistersinger in Berlin

01 Donnerstag Sept 2011

Posted by Schlatz in Burkhard Fritz, Daniel Barenboim, Dorothea Röschmann, Hanno Müller-Brachmann, René Pape

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Staatskapelle Berlin

Festtage 2008 Meistersinger Daniel Barenboim Harry Kupfer René Pape Dorothea Röschmann James Morris Katharina Kammerloher Roman Trekel Paul O’Neill Burkhard Fritz Hanno Müller-Brachmann Florian Hoffmann

Meistersinger Wagner Berlin Staatsoper
Hanno Müller-Brachmann und René Pape beim Pläuschchen // Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de

Meistersinger Mittwoch, 19. 3. 2008. Die zweite Aufführung innerhalb der Festtage 2008 war nur halbwegs voll, das Parkett erst im dritten Akt gefüllt. Berlin ist eben keine Opernstadt wie München oder Stuttgart (wie toll waren die Meistersinger von Neuenfels). James Morris (Sachs) hatte einen besseren Abend. Morris‘ Bass parliert frisch von der Leber, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, würde Sachs hier wohl sagen – lässt sich auf der anderen Seite jedoch von der gestisch alles wagenden Staatskapelle wie’s scheint nicht aus der Ruhe bringen. Burkhard Fritz als Stolzing: konzentriertes und leicht ansprechendes Piano, in Gesang verwandelte Sprache, im Spiel auf der Bühne etwas stereotyp. Das Blech zerlegt die Posaunen- und Hörnerpracht der Partitur in seine Einzelteile und setzt diese mit wahrem Erfindermut wieder zusammen, die Oboen parlieren, und auch die Klarinetten reden unverstellt. Die Sprachfähigkeit der Staatskapelle unter Barenboim ist ungebrochen. Was bleibt unvergessen? Der Absturz der Streicher vor dem Tanz auf der Festwiese, die saugende Schlagkraft des Orchesters im ff des Hauptthemas, Triebkraft und Singen der Streicher, die deutlich abgesetzten dynamischen Stufen in der Aufwärtsskala des Hauptthemas im ff. Dorothea Röschmann („Selig wie die Sonne…“) macht glücklich. Hanno Müller-Brachmann ist umwerfend, eine seiner besten Porträts. Florian Hoffmann ist ein schmaler, vifer David.

Kritik Meistersinger Berlin: gut.

Festtage Berlin Staatsoper: Meistersinger mit Daniel Barenboim, Dorothea Röschmann, Roman Trekel, René Pape, Burkhard Fritz, James Morris

01 Donnerstag Sept 2011

Posted by Schlatz in Burkhard Fritz, Daniel Barenboim, Dorothea Röschmann, Hanno Müller-Brachmann, Katharina Kammerloher, René Pape, Roman Trekel

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Festtage 2008 Meistersinger Daniel Barenboim Harry Kupfer René Pape Dorothea Röschmann James Morris Katharina Kammerloher Roman Trekel Paul O’Neill Burkhard Fritz Hanno Müller-Brachmann Florian Hoffmann

Dorothea Röschmann Meistersinger Berlin Unter den Linden Barenboim
Dorothea Röschmann: blaue Stunde in der Staatsoper // Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de

Barenboims Meistersinger am Sonntag, 16. 3. 2008. Festtage 2008. Zehn oder neun Jahre lang keine Meistersinger gehört – ich gestehe es. Man merkt, dass die Partitur kein diatonisches Zuckerschlecken ist, die Meistersinger fordern polyphonen Ohreneinsatz. Die Behäbigkeit der Musik ist glänzend-genial, die Behäbigkeit der Charaktere ist eine andere Sache. Doch Eva (Dorothea Röschmann) und Beckmesser, weniger der bieder-pompöse Hans Sachs, sind Genietaten Wagners. Man merkt es: Das von Wagner komisch Gedachte ist heutzutage tragisch, das von Wagner rein Intendierte komisch. Beckmesser (Roman Trekel) ist der geheime Held. Wie fühlt man mit dem tragischen „Beckmesser, keiner besser“ mit. Der dritte Akt ist der schönste und zusammenhängendste, den Wagner schrieb.

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Rolando Villazón in Berlin: Rolando, ick hör dir trapsen. Und Anna Samuil, Artur Rucinski, René Pape, Maria Gortsevskaya

25 Montag Jul 2011

Posted by Schlatz in Daniel Barenboim, René Pape, Rolando Villazón

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Festtage 2010 EUGEN ONEGIN Daniel Barenboim Achim Freyer Anna Samuil Artur Rucinski Rolando Villazón René Pape Maria Gortsevskaya Margarita Nekrasova Stephan Rügamer

"Mann, typisch Regietheater! Lange schaff ick ditt nich' mehr mit dem Arme hochhalten..." Rolando Villazón als Lenski // Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de

Die zweite Vorstellung von Freyers Eugen Onegin, in dem es nichts, aber auch gar nichts zu lachen gibt. Für die Zuschauer, meine ich. Für die Zuhörer gab es etwas zu lachen, doch ehrlich gesagt erst nach der Pause. Zuvor trapste Rolando Villazón erneut gerade so durch den Lenski wie ein Blinder durch die Friedrichstraße samstags um halb vier. Ständig dachte ich: Rolando, ick hör dir trapsen. Die Pause verbrachte ich mit unguten Gedanken. Viele Österreicher und Münchener in den Wandelgängen. Doch dann geschah das Unerwartete: Villazóns ‚Kuda, kuda‘ hatte wieder Biss, die Stimme Kraft, Villazón gestaltete wieder und verwaltete nicht mehr (nämlich seine Stimmschlaglöcher). Es war wie eine Auferstehung. Noch etwas wackelig, doch ein deutliches Lebenszeichen. Beifall, auch die Orchestermusiker lächeln wie befreit. Seltsam: heute kam mir Freyers Brutalo-Kargheit vital und anregend vor, so dass ich aus dem Loch der Langweile, in das die Inszenierung mich am Freitag stürzte, munter wieder hinauskletterte.

Barenboim rückte heuer von der Feier der äußersten Kargheit, so am Freitag zelebriert, etwas ab. Die Staatskapelle spielte um weniges lauter. Stellenweise jedoch von bis zum Äußersten gesteigerter Behutsamkeit. Erwähnenswert in dieser Hinsicht insbesondere die von unverhohlenster Traurigkeit und Zartheit sprechenden, aufsteigenden Streicherschlenzer der Greminarie (René Pape). Werde ich mich in zehn Jahren noch dran erinnern.

Die bemerkenswert inwendige Gebrochenheit, die Barenboims Onegin an den Festtagen hat, hat fast was Kammermusikalisches. Auch Pelléas et Melisande schien plötzlich nicht mehr fern. Rolando Villazón sang ein das Seelische bis auf den Grund offenelegendes ‚Ty menja ne liubish‘. Es erfüllte vollkommen die Anforderungen, die man gewöhnlich an etwas stellt, das herzerreißend ist. Auch daran werde ich mich erinnern.

Rolando Villazón Berlin: Staatsoper, ade – Onegin mit Artur Rucinski, Maria Gortsevskaya, Margarita Nekrasova, René Pape

24 Sonntag Jul 2011

Posted by Schlatz in Anna Samuil, Artur Ruciński, Daniel Barenboim, Katharina Kammerloher, René Pape, Rolando Villazón

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Eugen Onegin Daniel Barenboim Achim Freyer Anna Samuil Artur Rucinski Rolando Villazón Maria Gortsevskaya Margarita Nekrasova Stephan Rügamer

Rolando Villazón singt wieder – auf russisch // Foto: Monika Rittershaus / staatsoper-berlin.de

Die letzte Vorstellung in der alten Staatsoper der DDR. In der renovierten Staatsoper wird der Schweiß Tausender DDR-Bürger, Abertausender Stasi-Spitzel und Erich Honeckers verschwunden sein. Die Arien Rolando Villazóns werden endgültig verhallt sein, ebenso wie die Magie von Barenboims Parsifal. Der Rücktritt Horst Köhlers traf mich ebenso. Nie wieder wird Horst Köhler samt bezaubernder Frau in der Mittelloge sitzen und bescheiden, mit aufmerksamem Gesicht Wagner hören. Was uns statt dessen blüht, kündigte ein Blick in die Mittelloge während dieses Eugen Onegin an, die mit einem schwitzenden Wirtschaftsminister Brüderle und einer für Berliner Verhältnisse schon skandalös unsexy wirkenden Gattin besetzt war.

Na gut, immerhin war der Regierende Bürgermeister Wowereit da, der allerdings lieber mit der geistreichen und schicken Charlotte Knobloch, der Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, die eine Reihe hinter ihm saß, plauderte, als mit Brüderle. Bei Joschka Fischer mutmaße ich immer, dass er lieber Pink Floyd hört als das Staatsopernorchester, doch vielleicht ist seine Gattin unerwarteterweise eine umfassend gebildete Muse ersten Ranges. Fischer hat sich als a.D.-Politiker auch irgendwo in den Seitenrang hin verdrückt. Nach dieser Saison kann ich drei Jahre lang keinen Tristan und fünf Jahre lang keinen Eugen Onegin hören.

Die Musik. Die Festtage scheinen schon weit weg. In der ersten Vorstellung der Festtage war Rolando Villazón ein in homöpathischen Dosen und mit äußerster Vorsicht singender Schatten seiner selbst. Barenboim dirigierte mit nie gehörter gespenstischer Leisheit. In der zweiten Vorstellung gelang Rolando Villazón die alte Sicherheit in der Duellszene zurück. Es ging ein Aufatmen durch das gesamte Publikum.

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Tristan und Isolde, Waltraud Meier, Peter Seiffert, René Pape, Ekaterina Gubanova, Roman Trekel, Reiner Goldberg

24 Sonntag Jul 2011

Posted by Schlatz in Daniel Barenboim, Ekaterina Gubanova, Peter Seiffert, Reiner Goldberg, René Pape, Waltraud Meier

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TRISTAN UND ISOLDE Daniel Barenboim Harry Kupfer Waltraud Meier René Pape Peter Seiffert Ekatarina Gubanova Roman Trekel Reiner Goldberg Arttu Kataja Florian Hofmann

Sozusagen die Generalprobe für die beiden Festtagsvorstellungen zu einem Drittel der Festtagspreise. Das Vorspiel mit einigen Fehlern und vielen Ungenauigkeiten. Ein schrecklicher Hornschnitzer im ersten Akt. Klarinette, Flöten, Englischhorn toll. Ebenfalls die Streicher (seufz). Nach dem ersten Akt klatscht Barenboim dem Orchester zu. Offensichtich war er da wieder zufrieden.

Waltraud Meier ist angeschlagen, lässt sich entschuldigen, lag kurz vorher noch im Bett. Ein Raunen der Angst ging durch den Saal, als der Herr der Staatsoper mit der Ankündigung vor Beginn auf der Bühne erschien. Die ganzen drei Akte in Bezug auf Meier daher ein Wechselbad der Gefühle: unwillkürliches Lauschen auf Stimmschwächen, prophylaktisches Etwas-ungenauer-Hinhören, kurze Schauer bei Unsauberkeiten, wenn sie denn kommen. Das war wie Gehen auf dünnem Eis. Waltraud Meiers Stimme trug bei den großen Entfaltungen. Einiges war vorsichtiger gesungen, weniger intensiv phrasiert, mehr auf Korrektheit als auf Interpretation bedacht, weniges im p- und pp-Bereich gelang offen hörbar nicht in gewohnter Weise. So bei ‚Mild und leise‘, wo die Stimme während der ersten Silbe lange nicht ansprang und das dann so klang, wie wenn ein Zwölfzylinder-Motor eines Maserati Probleme beim Starten hat. Dies alles steigerte die Hochachtung vor der Leistung von Opernsängern (insbesondere der von W. M.) womöglich noch. Heute sang Waltraud Meier ‚Das Schwer, ich ließ es sinken‘ statt ‚…fallen‘. Seiffert revanchierte sich mit ‚Starb ich nun ihr‘ anstatt ‚Stürb ich…‘, was indes viele Tenöre so machen, denen der deutsche Konjunktiv II wohl generell nicht ganz geheuer ist.

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Parifal Staatsoper Berlin: Waltraud Meier, René Pape, Michaela Schuster, Burkhard Fritz

24 Sonntag Jul 2011

Posted by Schlatz in Burkhard Fritz, Daniel Barenboim, Michaela Schuster, René Pape, Waltraud Meier

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Lang Lang? Peanuts. Besser: Parsifal hören.

In unmittelbarer zeitlicher Nähe zu mehreren Berliner Gastspielen des unter- ähh überschätzten Lang Lang unter Daniel Barenboim fanden die letzten beiden Vorstellungen des Parsifal in der Berliner Staatsoper statt. Just fand die letzte Vorstellung (27. Juni 2007) statt, und es wird für einige Zeit die letzte bleiben. Grund zum Trauern, da Barenboims Parsifal-Dirigat alles in allem das überzeugendste musikalische Schwergewicht der abgelaufenen zweiten Hälfte der Berliner Konzert- und Musiktheatersaison war.

Pimp my Staatsoper!

Daniel Barenboim sitzt auf seinem Schemel, weiße Locken auf dem Kopf. Er dirigiert rudernd, bevorzugt mittels kreisender Armbewegungen. Wird es laut, schlingern die Arme in die Höhe, er beugt sich weit vor, über oder besser in das Orchester hinein. Sitzt er wieder, kommt das Schweißtücherl zum Einsatz. Manchmal (22. 6.) dauert es lange, bis aus dem Dunkel des Orchestergrabens die ersten Streicher mit den ersten Noten des Vorspiels beginnen – das ist dann die Ruhe vor dem Sturm, die nervös und glücklich macht.

Das Vorspiel der Vorspiele

Das Vorspiel macht glücklich, mehr von innen heraus kann man es nicht hören, es scheint Ewigkeiten zu dauern, und doch lenkt Da. Bar. zügig und straff, wie man später des Öfteren hören kann. Die Blechbläser (mit der unspektakulären, nicht an den Außenlinien exakten, chorischen Genauigkeit, die man so selten von den Berliner Philharmonikern hört) formen Stufen und Aufstiege, dass man es nicht glauben kann.

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Staatsopern-Saison 2007/2008

22 Freitag Jul 2011

Posted by Schlatz in Alexia Voulgaridou, Jonas Kaufmann, Matti Salminen, René Pape, Waltraud Meier

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Opernkritik Berlin Staatsoper / Das Beste: Barenboim dirigiert drei souveräne Meistersingervorstellungen, bei denen sich Sänger und Orchester die Hände reichen. Simon Rattle dirigiert vier Mal eine auf die Spitze getriebene Pelléas et Mélisande. Parsifal fehlt, dafür bringen die Pfingsttage 2008 einen tragischen Tristan mit (fast) allen Zutaten. Dann die Lied-Vorträge mit Barenboim am Flügel: das Doppelkonzert Kozena und Röschmann, dann Quasthoff und Christine Schäfers Schubert-Interpretation. Barenboims, Papes, Anna Samuils, Mussbachs Don Giovanni. Dann folgen mit schon beinahe resignativem Abstand die temporeiche La Bohème, von Dudamel mit Schmiss und Herzblut und der ein oder anderen Unsensibilität dirigiert, mit einem stimmlich superbem, aber idiomatisch nicht ganz erstklassigen Jonas Kaufmann und der sphinxhaft verschlossenen Alexia Voulgaridou. Henzes Phaedra kann man in der Saison 2008/2009 genauer durchhören als dies bei der Uraufführung einmalig möglich war. Hübsch: Donizetti und Rossini. Schlimm: La Traviata.

Dorothea Röschmanns Eva, René Papes Pogner und Don Giovanni, Hanno Müller-Brachmanns Kothner, Pavol Bresliks Don Ottavio waren die herausragenden Stimmen und Rollen der abgelaufenen Spielzeit. Nur um Millimeter weniger gut gelangen Anna Samuils Donna Anna und Christine Schäfers Donna Fiorilla (Turco). Matti Salminen (Marke) sang erschütternd traumwandlerisch, doch etwas zu rollentypisch. Leichte Enttäuschungen kamen von Jonas Kaufmann (Rodolfo) und der nicht zu gewohnt durchtriebener Viskosität der Figurenneuerschaffung fähigen Waltraud Meier (Isolde). Man verzeiht ihrs. Die Premieren gelangen ganz hübsch: Von Sasha Waltz‘ pathetisch komprimierter Medea über Henzes intellektuellem Spiegelkabinett Phaedra bis zu Mussbachs geheimnisvoll kühlem Don Giovanni kann Gutes berichtet werden. David Aldens gagreicher und gegen Ende liebloser Turco in Italia war Durchschnitt. Maskenball, Telemanns Sokrates, Prokofjews Spieler und Händels Belshazzar schaue ich mir nächstes Jahr an. Manches Mal kollidiert der Spielplan der Philharmonie mit dem der Staatsoper und zwingt zu schmerzhaften Entscheidungen. Die von Barenboim betreuten Repertoirestücke Tristan und Isolde sowie Meistersinger und Rattles phänomenaler Pelléas überstrahlten das andere. Über alle aktuelle Besprechung hinaus:

Die rätselhafteste Stimme: Alexia Voulgaridou (Mimi)
Der üppigste Wohllaut: Dorothea Röschmann (Eva)
Der diffizilste Wohllaut: René Pape (Pogner)
Die kleine Überraschung: Michaela Schuster (Brangäne)
Die kleine Enttäuschung: Jonas Kaufmann (Rodolfo)
Die perfekteste Stimme: Pavol Breslik (Don Ottavio)
Der Unglücksrabe: Elzbieta Szmytka (Violetta)
Die Beseelteste: Magdalena Kozena (Mélisande)
Der Italienischste: Leonardo Capalbo (Nemorino)
Der Imposanteste: Matti Salminen (König Marke)
Die große Überraschung: Anna Samuil (Donna Anna)
Bestes Dirigat: Simon Rattle (Pelléas et Mélisande)/Daniel Barenboim (Meistersinger)
Schlechtestes Dirigat: Dan Ettinger (La Traviata)

Fehlt ein Dank an das Niveau des Ensembles, an die umwerfende Katharina Kammerloher, den jede Inszenierung mit Blut durchpumpenden Alfredo Daza, den zisternenschwarzen Alexander Vinogradov, den prachtvollen Roman Trekel, an die Feuer fangende Anna Samuil? Er fehlt.

Barenboims Strömungslehre, René Papes Schönheit. Mit Pavol Breslik, Anette Dasch, Anna Samuil, Sylvia Schwartz

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Anna Samuil, Annette Dasch, Daniel Barenboim, Hanno Müller-Brachmann, Pavol Breslik, René Pape, Sylvia Schwartz

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Daniel Barenboim Peter Mussbach René Pape Hanno Müller-Brachmann Pavol Breslik Anna Samuil Anette Dasch Sylvia Schwartz

Mozart hat es schwer in Berlin. Rattle dirigiert Mozart, hmm, interessant (Silvesterkonzert 2006, Mitsuko Uchida). Der Figaro an der Staatsoper wird von Dan Ettinger zu Styropor zerraspelt. Ein wahrhaft prächtiger Mozart, der in Berlin zu hören war, ist gut ein Jahr her, das Emerson String Quartet spielte. Jetzt macht es Daniel Barenboim anders und besser. Für uns, für Mozart, für Berlin. Dennoch gab es zahllose Buhs – für Peter Mussbach.
Der Don Giovanni, der an der Berliner Staatsoper Premiere hatte, wird von der Mailänder Scala übernommen. Peter Mussbach (Regie) zeigt eine mit blauem Licht gefüllte Bühne, auf der sich bühnenhohe Mauern drehen und verschieben. Das ist wenig, und es klingt nach weniger, wenn man sagt, dass es keine Requisiten außer einer dekorativen Vespa gab. Folge: Hier stehen die Sänger wie Nackte rum, auf dass sie allesamt von Mozarts Musik geröntgt werden können. Mussbachs Giovanni ist poetisch und kühl zugleich. Weiterlesen →

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