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Opern- & Konzertkritik Berlin

~ Klassik-Blog für Konzertberichte und Opernkritiken aus Berlin

Opern- & Konzertkritik Berlin

Monatsarchiv: Mai 2022

Bericht und Kritik: Wittener Tage für neue Kammermusik

28 Samstag Mai 2022

Posted by Schlatz in Beat Furrer, Chiyoko Szlavnics, Enno Poppe, Eun-Hwa Cho, Hans Abrahamsen, Hanspeter Kyburz, Helmut Lachenmann, Joseph Houston, Luca Francesconi, Milica Djordjević, Nina Šenk, Rebecca Saunders, Sarah Nemtsov

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Tradition verpflichtet. Zum zweiten Mal höre ich die Wittener Tage für neue Kammermusik, meist live, immer online, immer auf WDR3, drei Tage aktuelle Musik. Ich höre sieben von neun Konzerten, das meiste live, kleine Besetzungen, 100% Konzert, 0% Diskurs. Wichtig ist, was aufm Podium passiert. Genau nach meinem Geschmack.

Auffällig oft treffen in den Programmen gegensätzliche Positionen aufeinander. So auch beim frühen Freitagskonzert. Von der Australierin Lisa Illean hört man die meditative Tidenhubträumerei Tiding (= die Gezeiten) für E-Gitarre , eine Elegie in allzu sanften Nachhalltönen (Gitarre Yaron Deutsch). Komplett anders dann der Einfallwinkel von Georges Aperghis‘ Hopse (UA), nämlich siebzehn Minuten ironisch zusammengewürfelte Tongestalten, von des Griechen Meisterhand luftig hingestreut. So entsteht ein Tönekontinuum – immer locker, farbecht, nie laut, immer interessant. Fröhlicher Minimalismus eben. Es spielt das Ensemble Modern unter der Leitung von Elena Schwarz.

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Nie sollst du: Lohengrin Klaus Florian Vogt

22 Sonntag Mai 2022

Posted by Schlatz in Anna Smirnowa, Camilla Nylund, Donald Runnicles, Günther Groissböck, Klaus-Florian Vogt

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Der Lohengrin an der Deutschen Oper ist gut.

Runnicles hat die Dinge erfahrungssatt im Griff, auch im ersten Vorspiel, wo sich die Geigen haufenweise noch im Nachmittagsnickerchen befinden. Donald Runnicles leitet mit tadelloser Gediegenheit. So kann er’s: klangwuchtig wenn nötig und schnörkellos dramatisch. Runnicles gönnt sich (und uns) auch unreflektiert schöne Holzbläser-Romantik. Das hat A-Dur-Hand und f-Moll-Fuß. Nicht zuletzt die weiträumig vorbereiteten Steigerungswellen der Chorszenen haben Atem, Ausgewogenheit, Klasse, selbstverständliche Architektur.

Gestalt und Blondmähne machen aus Klaus Florian Vogt immer noch das Idealbild des vom Gral entsandten Ritters. Vogt singt dazu immer noch im imaginären Klanggewand eines Jünglings: hell, silbern, unendlich nobel. Der „Vogt-Ton“ hat ja inzwischen verschiedene Spielarten. Im ersten Aufzug, wenn’s um Wunder und Liebe geht, kippt Vogt auch mal ins Salbungsvolle. Aber in den kraftvoll deklamierenden Stellen von Aufzug II und III klingt der Tenor formidabel, kühn, von schneidender Konsequenz. Fast könnte man sagen, Vogts Ideal wäre die Reinheit des Sprechtheaters. Man spürt: Da ist er der Sänger der unbedingten Treue gegenüber Wagners Text. Daher ist Vogts Interpretation relativ immun gegen Interpretationstendenzen des Regisseurs (hier von Kasper Holten). Das Schönste ist, dass man sprichwörtlich bei jedem gesungenen Ton an Vogts Lippen hängt.

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RSB mit Elgar, Tippett, Vaughan

18 Mittwoch Mai 2022

Posted by Schlatz in Andrew Davis, Edward Elgar, Ralph Vaughan Williams

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Hilfe, die Briten kommen! Gleich vier Briten gastieren mit dem RSB im Berliner Konzerthaus, drei Komponisten und ein Dirigent. Alle wurden zum Sir geadelt, nur Ralph Vaughan William nicht. Der wollte nicht.

Im Programmzentrum steht Elgars stolzes, inniges Cellokonzert mit der Vehemenz seiner Melodien. Die junge Cellistin Julia Hagen ist gefühlsstark in den Rezitativen, hingebungsvoll im Kopfsatz, hitzig im turbulenten Scherzo. Das e-Moll-Werk ist auch ohne den allfälligen Verweis auf die Weltlage (Uraufführung 1919) rätselhaft. Der Kopfsatz zerfasert nach der Reprise des Hauptthemas einfach. Im Finale wird die lyrische Episode immer länger, bis die Musik fast stillsteht. Dies wunderliche Zerfasern begegnet ja schon in der Durchführung der zweiten Sinfonie von 1911. Aber Dirigent Andrew Davis und Julia Hagen zeigen auch Elgars feinen Sensualismus, Elgars Gier nach Schönheit. Am Pult kann Andrew Davis diese Musik erzählen als wärs ein Roman, episodenreich, und auf einmal knallts.

Julia Hagen Elgar Cellokonzert Konzerthaus Berlin RSB

Vaughan Williams‘ in gleichfalls misslichen Zeiten (1943) erstmals aufgeführte Sinfonie Nr. 5 klingt beim ersten Reinhören auf Youtube wie pickled onions mit Yorkshire pudding. Dann aber, im Konzerthaus, ist das unwiderstehlich. Der erste Satz initiiert nordisch kreisende Motivik. Der dritte hat Brucknersche Weite (und eine Holzbläserstelle, an der die Musik rätselhaft stillsteht wie im Quintett der Meistersinger). Das in kraftvoller Mehrstimmigkeit gehaltene Finale verklingt in sanfter Stille.

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Simon Rattle bringt Roberto Gerhard nach Berlin

14 Samstag Mai 2022

Posted by Schlatz in Simon Rattle

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Die Rückkehr an das philharmonische Pult ist für Simon Rattle inzwischen alljährliche Gewohnheit – immer im Frühling. Genau wie bei Abbado, als der dann der Ex war. Vertraut unvertraut ist mal wieder Rattles Programm. Neben dem spanischen Schönbergschüler Gerhard erklingt hierzulande ziemlich unbekannter Dvořák: A-Dur-Suite und Scherzo cappricioso.

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Hans Krása, James Ehnes, Manfred Honeck

12 Donnerstag Mai 2022

Posted by Schlatz in Hans Krása, James Ehnes, Manfred Honeck

≈ Ein Kommentar

Zuerst spult das DSO die vorzügliche Ouvertüre für kleines Orchester des Tschechen Hans Krása ab. Bei aller kammerorchestralen Besetzung öffnen sich in dem knappen Werk Rhythmus, Farbe und Vielfalt des Thematischen in verblüffender Weise. Ähnliches könnte man von Mozarts Violinkonzert G-Dur sagen, dessen Ideenreichtum vor keinem Takt Halt macht. James Ehnes spielt es mit demonstrativer Vehemenz, als misstraute er sowohl Akustik wie Stück. „Supreme technical facility comes as standard“, bescheinigt The Strad Ehnes. Ohne Zweifel. Der Kanadier spielt forsch, unpoetisch, schnittig. Zweideutigkeiten? Im mittleren Satz ist die Grenze zum selbstgefälligem Vibrato fließend. Fazit: nichts Besonderes. Das von Honeck zu bedächtiger Hurtigkeit animierte Deutsche Symphonie-Orchester tönt durchweg interessanter. Aufschlussreich gerät die Deutung der Sinfonie Nr. 5 von Mahler unter den Händen von Manfred Honeck. Das Klangbild funkelt. Frei überlagern sich die Stimmen. Ist da etwas Österreichisches? Woher kommt der Glanz des Fanfarentutti, Herr Honeck? Auch bei den Geigen herrscht eine lineare Lust auf Eleganz. Gerade als wär dem Honeck sein Motto: Jugendstil ohne Reue, Bedeutung ohne Schwere. Bei den Philharmonikern hat Honeck bislang nie das biedere Klanggold ganz wegbekommen. Fazit: was Besonderes.

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Ernst Bacharich & Bernd Richard Deutsch im Konzerthaus

11 Mittwoch Mai 2022

Posted by Schlatz in HK Gruber

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Im Werner-Otto-Saal des Konzerthauses bietet das Ensemble unitedberlin seltenen Schönberg, Rares vom Schönbergschüler Ernst Bachrich sowie Zeitgenössisches des Österreichers Bernd Richard Deutsch. Schönbergs kurze Drei Stücke von 1910 klingen so frisch wie eine Uraufführung von Rebecca Saunders. Strapaziertes Repertoire für Kammerorchester ist das nun wirklich nicht. Zunehmend in den Blick kommen derzeit besonders Komponisten der Schönberg-Nachfolge. Man denke etwa an Robert Gerhard oder Nikos Skalkottas. Auch die Drei Gesänge op. 3 des Ernst Bacharich sind als willkommene Repertoire-Erweiterungen. Die mit Verve interpretierende Yeree Suh setzt sich mustergültig für op 3 ein. Die Gesänge erklingen in der Bearbeitung von Deutsch.

Was dann folgt, sind zwei Werke von Bernd Richard Deutsch. Dessen Variations für Quintett kontrastieren zackige Melodik und leise Akkordeonakrobatik über geheimnisvollen Streicherschwebungen. Alles easy plus ein Hauch angenehmer Altmeisterlichkeit. Der Dreiteiler Dr. Futurity gibt sich aufgeknöpfter.

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Calixto Bieitos Lohengrin Staatsoper Berlin

06 Freitag Mai 2022

Posted by Schlatz in Adam Kutny, Andreas Schager, Calixto Bieito, Grigory Shkarupa, Martin Gantner, Matthias Pintscher, Roberto Alagna, Vida Miknevičiūtė

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Es stimmt schon, dass dieser neue Berliner Lohengrin angezählt ist. Im ungemütlichen Berliner Dezember 2020 sang Roberto Alagna bei der Streampremiere seinen allerersten Lohengrin und erntete Kritik und Häme (das böse Wort vom „singenden Pizzabäcker“). Calixto Bieitos Inszenierung war allem Online-Augenschein auch nicht dazu angetan, Wagnerianer zu freudigen Hojotoho-Rufe zu verleiten.

Zu viel uninspiriertes Regietheater, eine große neonerleuchtete schwarze Leere, ein variabel versetzbares Stahlgestell, Bürostühle (Bühne Rebecca Ringst). Dazu ein paar freche Videofilme (talentiert: Sarah Derendinger). Fehlte noch der Faltpapierschwan, fertig war die neue Schwanenoper.

Und nun? Nun, 16 Monate später, sieht und hört man differenzierter.

Wieder heißt der Linden-Schwanenritter Roberto Alagna. Er spielt gut. Er singt gut. Klangmischungen, Ausdruck und Phrasierung sind außergewöhnlich, wenn man akzeptiert, dass man die gealterte Stimme eines fast Sechzigjährigen hört. Die Verblendung der Register beeindruckt. Alagnas Deutsch ist OK. Das süße Lied hat den scheuen Zauber des Anfangs, In fernem Land bringt utopische Lyrik und chevalereskes Pathos zusammen (die Spitzentöne sitzen schlecht). Bei aller Brüchigkeit der Stimme ist das sehr beeindruckend. Der Mann formt jede Silbe, jede Phrase, und ich höre gebannt die immense musikalische Erfahrung eines Bühnenlebens mit. Ja, da ist etwas Italienisches in diesem Lohengrin (Aufnahme von Borgatti bei den Kommentaren). Erlesen könnte man ohne jede Ironie Alagnas Kunst der Bühnengestik nennen. Das ist schon eine andere Schule der Bühnendarstellung wie bei Seiffert an der DO, der auch vokal ganz andere Wagnermeriten ins Feld führt.

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Staatskapelle und Zimmermann mit Schumann

04 Mittwoch Mai 2022

Posted by Schlatz in Béla Bartók, Carl Nielsen, Daniele Gatti, Frank Peter Zimmermann, Jukka-Pekka Saraste

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Ein Abonnementskonzert der Staatskapelle bringt Unter den Linden Musik von Nielsen, Schumann und Bartók. Schumanns Violinkonzert wird von Frank Peter Zimmermann gespielt. Der alles Könnende zeigt in seinem Spiel die bekannte, beiläufige Makellosigkeit seiner Technik. Ich bekomme das herrlich kontrollierte Vibrato zu hören, den festen Ton, das Passagenspiel, die Nuancierung von Details ohne geringste Preisgabe des gedanklichen Zusammenhangs, das sparsam gehandhabte, bei jedem Erscheinen Entzücken hervorrufende Portamento.

Zimmermann, dessen Spiel immer eine objektive Note besitzt, akzentuiert im ersten Satz schroffer als Isabelle Faust, die mit dem Werk in Berlin mehrfach zu hören war, nimmt den zweiten Satz weniger subjektiv, nimmt den dritten in seiner „stattlichen“ (Joseph Joachim) Länge ernst (und nicht zu schnell). Menuhin, der Solist der Uraufführung der unbearbeiteten Fassung, sprach von dem „lovely arabesque treatment of the violin“. Zimmermann spielt das. Und ist doch in jedem Takt er selbst. Die Tutti im ersten Satz bringt Saraste etwas wenig pulsierend. Einfach zum Verlieben bei Schumann das Auftauchen neuer Themen in der Coda.

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