Da ist man wieder, Festival-vergnügt und Neue-Musik-bedürftig, und hofft auf krassen Input und hemmungslose Innovation. Anders ausgedrückt: auf fünf anständige Festivaltage beim Berliner Ultraschall-Festival.
Nach alter, 2014 (damals aber noch mit „Prolog“ im Berghain) etablierter Festivaltradition beginnt das Festival – die Neue Musik bedarf der Traditionen – im Haus des Rundfunks mit dem Orchesterkonzert. Also Arschbacken zusammenkneifen und rein ins Vergnügen. Das DSO startet mit einem Werk des wenig gespielten US-Amerikaners Stephen Alexander Chambers (später Talib Rasul Hakim). Im Zentrum von Visions of Ishwara stehen Steigerungswellen, die von störrischen Wiederholungen von Orchsterrufen wimmeln (1970, 9′). Woraufhin das Werk zu den frugalen Flötenlinien des Anfangs zurückkehrt. Von der Aussage her konzentriert, ja rätselhaft, besitzt Visions of Ishwara eine Weite, die reinhaut. Dazu kommt die klare Dramaturgie. Was man von Lauf von Zeynep Gedizlioğlu kaum sagen kann (2022, 13′). Kritik? Das tönt bunt, spritzig, nervös Glissando-überzuckert. Und etwas sorglos zusammengebaut.
DSO mit Albrecht: frugale Visions
Ich höre über Deutschlandfunk.
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