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Berliner Philharmoniker Simon Rattle: Lachenmann Tableau Mahler Sinfonie Nr. 9
Wer beim Musikfest den Abend mit Stücken von Hans Zender gehört und sich gelangweilt hat (wie ich), der hat mit Sicherheit
Weiterlesen05 Samstag Nov 2011
Posted in Helmut Lachenmann, Simon Rattle
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Berliner Philharmoniker Simon Rattle: Lachenmann Tableau Mahler Sinfonie Nr. 9
Wer beim Musikfest den Abend mit Stücken von Hans Zender gehört und sich gelangweilt hat (wie ich), der hat mit Sicherheit
Weiterlesen03 Donnerstag Nov 2011
Posted in Simon Rattle
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Der Berliner Herbst ist so, wie man es erwartet. „Ich fahre heim auf reichem Kahne/Das Ziel erwacht im Abendrot…“ heißt es hierzu. Ich fahre heim, auf dem Landwehrkanal tuckert ein Kahn, am Himmel ist Abendrot, und das Ziel ist eindeutig die Neunte von Mahler, die am Wochenende gespielt wird. So weit, so gut. Doch warum haben die Berliner Philharmoniker kein Einsehen? Warum ist die Neunte, deren letzter Satz
Weiterlesen30 Sonntag Okt 2011
Posted in Magdalena Kozena, Simon Rattle
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Magdalena Kozena, Olaf Ott, Simon Rattle, Mitglieder der Berliner Philharmoniker
Dieses Konzert bestätigte die Wahrheit von gleich mehreren Sprichwörtern. Erstens: In der Kürze liegt die Würze. Zweitens: Klein aber fein. Und drittens: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Einmal bei Rattle in der ersten Reihe sitzen, dachte ich nämlich noch um Viertel nach 10. Aber nix wars, Block A war rappelvoll, als ich um fünf vor halb elf nach einem erfrischenden Bier reinkomme.
Also, das Programm war wie gesagt eine Verheißung, die Zeit des Konzertbeginns ähnelte der im SO36 in der Heinrichstraße. Simon Rattle, der eine halbe Stunde zuvor noch im grauen Pulli zuhörte, wie Harnoncourt aus Beethoven einen wütenden Schlagzeuger machte (kein Wunder, dass Rattle begeistert applaudierte), trägt schwarzes Hemd. Auch interessant: Rattle war einen Kopf kleiner war als Frau Kozena, die auf aufregenden Silettos stand, während Rattle in normalen Schuhen steckte. Seit diesem Abend weiß ich, dass Julia Gartemann (aufregendes Spiel bei Berio) Schuhe von Manolo Blahnik trägt.
Das Programm: De Falla, Dallapiccola, 2x Berio.
Von Dallapiccola gab es die sehr gute Piccola musica notturna. De Falla war nicht gut. Die Folk Songs Berios offenbaren ihre hübsche Instrumentation in der Fassung für 7 Instrumente noch bereitwilliger als in der Orchesterfassung. Magdalena Kozena sang das lyrische, zweite Liedl am besten. Für einige andere bleibt Elina Garanca (unter Jansons 2007 oder 2008) die Referenz. Olaf Ott leistete an der Posaune Übermenschliches in Berios tiefmenschlicher Sequenza V. Die Harfe von Marie-Pierre Langlamet thronte mit der Erhabenheit eines Prunkmöbels aus dem vorvorigen Jahrhundert in der Mitte des Podiums.
Aber, Hand aufs Herz, als Mensch von durchschnittlichem Konzentrationsvermögen war ich um halb elf nicht mehr in bestem Zustand, insbesondere, da Harnoncourt zuvor zwei Stunden lang die Leistungsfähigkeit meiner Trommelfelle und Nerven mit Beethoven getestet hatte. Kurz, ich war müde, und ich glaube, der eine oder andere Zuhörer ebenfalls, denn zwei Stunden früher hätte Magdalena Kozenas Darbietung den Saal womöglich zu Bravostürmen hingerissen. Einige saßen sogar HINTER dem Podium, ein Ort, den ich bei Konzerten mit Solistenbeteiligung meide wie sonst nur Konzerte mit 100% Barockmusik. Falls die Phillies hofften, kaugummikauende Dreizehnjährige in ihr Haus zu locken, so erfüllte sich diese Hoffnung noch nicht zur Gänze.
27 Donnerstag Okt 2011
Posted in Julia Kleiter, Nikolaus Harnoncourt
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Julia Kleiter (Sopran), Elisabeth von Magnus (Mezzosopran), Werner Güra (Tenor), Florian Boesch (Bass), Rundfunkchor Berlin (Einstudierung Simon Halsey), Berliner Philharmoniker
Ich war nicht in der 7. Bruckner, dirigiert von Barenboim, aufgeführt im Rahmen eines Festkonzerts zum zehnjährigen Bestehen des jüdischen Museums. Nur Barenboim kommt auf die Idee, zu diesem Anlass eine Brucknersinfonie spielen zu lassen. Das ist so, wie bei einem Brahms-Gedenkkonzert mit dem Meistersingervorspiel beginnen und mit dem Walkürenritt schließen – was ja keine schlechte Idee wäre. Und damit zum heutigen Konzert. Ausverkauft. Ich höre Nikolaus Harnoncourt zum ersten Mal. Simon Rattle sitzt im grauen Pulli hinten im Block A. Rattle unterhält sich gestikulierend mit Frau Kozena, sobald die Musik aus ist.
Weiterlesen18 Dienstag Okt 2011
Posted in Simon Rattle
Nein, ich war nicht in Jonathan Harveys Weltethos, dirigiert von Simon Rattle, gespielt von den Berliner Philharmonikern, weder am Donnerstag noch am Samstag. Ich war in der Mittelmark. War auch schön.
Warum macht der Rattle auch dieses Weltethos-Dings da? Kompositionen, die so oder so ähnlich heißen, werden grundsätzlich nichts. Das ging Peter Ruzicka mit seiner Oper Hölderlin (Staatsoper) genauso. Komponierter Totalanspruch ist nie gut, außer man ist Beethoven, aber wer ist das schon? Schon Peter Ruzicka hätte sein Werk besser „Hölderlin frisch verliebt“ oder „Hölderlin in Bad Homburg“ genannt. Da hätte Jonathan Harvey von lernen können und sein Werk statt „Weltethos“ lieber „Verflixt!“, Untertitel: „Jesus und Mohammed in Berlin“ oder „Hans Küng“, Untertitel: „… oder der Theologenkrieg in Tübingen“ nennen können. Wenn man schon was machen wollte, das niemand kennt, dann hätte man doch ein Konzert mit dem Titel „Die am seltesten gehörten Ligeti-Stücke aller Zeiten“ oder „Was man von Hindemith nie hören wollte – wir spielen es trotzdem“ machen können.
Kritik Weltethos: k.A.
13 Donnerstag Okt 2011
Posted in Jonas Kaufmann
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Zuerst geht es um Liszt. Das Ereignis war der Liszt. Barenboim kümmert sich seit zwei Jahren um Liszt. Zwei Mal beide Lisztkonzerte in Frühjahr, mehrmals Klavier solo (noch in der alten Staatsoper), heuer im Herbst einige der Orchesterwerke mit der Staatskapelle. Die Philharmoniker halten sich Liszt-mäßig zurück. Die Staatskapelle schlappt auf die Bühne. Weiterlesen
10 Montag Okt 2011
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Was für ein komisches Konzert. Komisch war es wegen Jurai Valcuha und wegen Tschaikowsky.
Juraj Valcuha? Es war interessant, Valcuha zuzuschauen. Manchmal kringelte man sich vor Kichern – in Gedanken natürlich. Valcuhas Dirigierstil war DAS Pausengespräch. Sein Stil hat was von Anno 1890, schätze ich.
Weiterlesen30 Freitag Sept 2011
Posted in Bernard Haitink, Juraj Valcuha
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Bernard Haitink erkrankt. Ihm wünscht man alles Gute. Juraj Valcuha, der aussieht, als würde er jeweils zwei Mal pro Woche Duca und Rodolfo singen, dirigiert für Haitink die Berliner Philharmoniker. Keine Beethoven-Dritte, sondern die Erste von Tschaikowsky, vulgo Winterträume, und die Euryanthe-Ouvertüre. Mit etwas gutem Mut freue ich mich auf Valcuha in genau dem gleichen Maße, wie ich den Ausfall von Haitink bedauere. Die entspannte Haltung Haitinks! Die schwebende Rechte! Das leichte, angedeutete Vornüberbeugen Haitinks! Weiterlesen
23 Freitag Sept 2011
Posted in Daniel Barenboim, Maurizio Pollini
Musikfest Berlin 2011: Daniel Barenboim Staatskapelle Berlin Maurizio Pollini
Am Himmel rote Lachsstreifen und blaue Soße. Der Fernsehturm hängt zwischen Jägerstraße und Französischer Straße und scheint höher als sonst. Langsam ist man froh, dass das Musikfest zu Ende geht. Es war anstrengend. Pollini ist da, und das Berliner Wetter strengt sich weiterhin an, so schön zu sein, wie man das selten von ihm kennt. Die Sonne scheint von der Spree bis an die Panke, ja sogar von der Pregnitz bis an die Oder und bis weit nach Polen und Neukölln hinein.
Ist das Pollini, der nach der Pause zwischen zwei jung gebliebenen schwarzhaarigen Damen im ersten Rang sitzt? Blauer Anzug, rote Krawatte? Ist er es? Ist er es nicht? Kurt Sanderling starb. Ein Porträt mit Trauerschleife steht links vorne auf einer Staffelei. Barenboim bittet um eine Schweigeminute. Barenboim lässt das Genitiv-S Kurt Sanderlings unter den Tisch fallen. Möge Barenboims S mit Sanderling ruhen. Weiterlesen
16 Freitag Sept 2011
Posted in Anna Prohaska, Johan Botha, Lilli Paasikivi
Musikfest 2011: Berliner Philharmoniker Simon Rattle Tallis Motette Lotti Crucifixus Mahler Achte Sinfonie
Johan Botha Erika Sunnegardh Nathalie Stutzmann Anna Prohaska etc. Rundfunkchor Berlin MDR Rundfunkchor Leipzig etc.
Achte – find ick jut. Die Achte habe ich noch nie vorher gehört, aber sie hat Spaß gemacht. Wie die Sinfonia Domestica hat die Achte völlig ungerechtfertigterweise einen schlechten Ruf. Das ist unverständlich. Genau betrachtet, läuft Mahler bei der Achten zur Hochform auf.
Weiterlesen16 Freitag Sept 2011
Posted in Christian Thielemann
Musikfest Berlin 2011. Es waren viele Musiker unter den Zuhörern, und zwar solche, die es werden wollen, und solche, die es schon sind. Man erkennt sie am wachen, aber durchlässigen Blick, an der zurückhaltenden, dunklen Kleidung, die meisten sind schlank und ein praktischer Zug umgibt sie. Außerdem waren viele Musikliebhaber da. Diese erkennt man am stechenden oder vergnügten Blick, je nachdem ob es sich um einen jüngeren oder älteren Musikliebhaber handelt.
Ich war da, weil ich die Sächsische Staatskapelle hören wollte. Da die Dresdner Musiker mit Christian Thielemann anreisten, wollte ich auch Christian Thielemann hören. Am fesselndsten gelang das Nocturne Symphonique Ferrucio Busonis von 1914. Diese Musik klingt genauso, wie der Titel verspricht, und ist dennoch ein äußerst interessantes Stück. Thielemann ließ es zwei Mal spielen, was ein Segen für alle Zuhörer war, die Ohren hatten, ein Fluch aber für jene, die schon beim ersten Mal ratlos im Programmheft blätterten. Weiterlesen
16 Freitag Sept 2011
Posted in Andris Nelsons
Musikfest Berlin 2011: Berliner Philharmoniker Andris Nelsons – Pfitzner Kaminski Rihm Strauss
Das philharmonische Sommerloch ist gestopft. Die Berliner Philharmoniker spielen wieder. Seit Herbst letzten Jahres, als Andris Nelsons Schostakowitschs Achte dirigierte, gehe ich zu Nelsons-Konzerten. Die Deutschdominanz des Programms, das Konzert ist Teil des Musikfests – in Festival-Deutsch „musikfest“ geschrieben –, erwies sich als durchaus durchtrieben. Der entschlossenen Anti-Moderne Pfitzners sowie Kaminskis subtiler Archaik waren nach der Pause Rihms expressiver Stilpluralismus und Strauss‘ Rosenkavaliersuite zugeordnet. Weiterlesen
16 Freitag Sept 2011
Posted in Anne-Sophie Mutter, Simon Rattle
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Berliner Philharmoniker – Simon Rattle: ANNE-SOPHIE MUTTER Fauré Pelléas et Mélisande Dvorak Violinkonzert Schumann Sinfonie Nr. 2
Kurz vor den Konzerten des Musikfests hier noch ein Bericht über den Abend von Rattle & Anne-Sophie Mutter. Am Dienstag Morgen zwitschern zum ersten Mal in diesem Jahr die Vögel. Am Mittwoch gibt Anne-Sophie Mutter das erste von drei Konzerten mit den Berliner Philharmonikern.
Die Absage des kranken Seji Ozawa ist zu bedauern. Anne-Sophie Mutter widmete Ozawa das zugegebene Solostück. Ist zu bedauern, wenngleich ich nicht begierig auf die Vierte von Tschaikowsky, von Ozawa dirigiert, war. Simon Rattle übernimmt Ozawas Konzerte; er wird dank dieser drei zusätzlichen Konzerte sowie der anschließenden Konzerte einer Konzertreise die sowieso schon beeindruckende Zahl der geleiteten Abende Weiterlesen
13 Dienstag Sept 2011
Kurzkritik zum Musikfest Berlin 2011.
Montag Abend: Christian Thielemann ist mit der Staatskapelle Dresden in der Philharmonie. Busonis symphonisches Nocturne klang ausnehmend schön und wurde von den Dresdnern jessasmäßig gespielt. Thielemann lässt es zwei Mal spielen – sehr gut. Pfitzners Klavierkonzert hatte sehr schöne Stellen, machte im Ganzen aber einen ästhetisch hoffnungslos verlorenen Eindruck. Hervorragendes Hornsolo. Tzimon Barto spielt wie die preußische Artillerie. Die Erste von Brahms klang nur die ersten 20 Takte interessant, als ich dachte, ah, schöne Linien, gute Dramaturgie. Der Rest waren unsensible Lautstärke, eine Leider Gottes selbstgefällige Phrasierung. Morgen früh mehr davon.
Wolfgang Rihm sitzt erneut inklusive Begleitung in Block A. Guck an, da hat die Intendanz des Musikfests ihm eine Dauerkarte spendiert.
Wenigstens scheint die Sonne in Berlin. Ich warte auf Simon Rattle, der mit Tallis, Lotti und Mahler Achte ab Donnerstag zu hören ist.
09 Freitag Sept 2011
Posted in Christian Thielemann
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Bevor die Saison in Berlin richtig losgeht, hier noch mal eine Retroperspektive des letztsaisonalen, viertägigen Gastspiels der Wiener Philharmoniker in Berlin.
Was ist aus den Berlinern Wintern geworden? Bis vor kurzem war der Berliner Winter in ganz Europa für seine Milde und Schneefreiheit bekannt und belächelt. Das ist jetzt anders. Eis und Schnee sowie ein haarsträubend vereister Potsdamer Platz erschweren den Besuch von Konzerten in der Philharmonie und an anderen Orten der Hauptstadt. Man fragt sich, wie die Musiker die Instrumente in die Philharmonie transportieren, ohne dass Geigen, Oboen und Trompeten sich in der Kälte verziehen.
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