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Opern- & Konzertkritik Berlin

~ Klassik-Blog für Konzertberichte und Opernkritiken aus Berlin

Opern- & Konzertkritik Berlin

Archiv des Autors: Schlatz

Staatsopern-Saison 2007/2008

22 Freitag Jul 2011

Posted by Schlatz in Alexia Voulgaridou, Jonas Kaufmann, Matti Salminen, René Pape, Waltraud Meier

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Opernkritik Berlin Staatsoper / Das Beste: Barenboim dirigiert drei souveräne Meistersingervorstellungen, bei denen sich Sänger und Orchester die Hände reichen. Simon Rattle dirigiert vier Mal eine auf die Spitze getriebene Pelléas et Mélisande. Parsifal fehlt, dafür bringen die Pfingsttage 2008 einen tragischen Tristan mit (fast) allen Zutaten. Dann die Lied-Vorträge mit Barenboim am Flügel: das Doppelkonzert Kozena und Röschmann, dann Quasthoff und Christine Schäfers Schubert-Interpretation. Barenboims, Papes, Anna Samuils, Mussbachs Don Giovanni. Dann folgen mit schon beinahe resignativem Abstand die temporeiche La Bohème, von Dudamel mit Schmiss und Herzblut und der ein oder anderen Unsensibilität dirigiert, mit einem stimmlich superbem, aber idiomatisch nicht ganz erstklassigen Jonas Kaufmann und der sphinxhaft verschlossenen Alexia Voulgaridou. Henzes Phaedra kann man in der Saison 2008/2009 genauer durchhören als dies bei der Uraufführung einmalig möglich war. Hübsch: Donizetti und Rossini. Schlimm: La Traviata.

Dorothea Röschmanns Eva, René Papes Pogner und Don Giovanni, Hanno Müller-Brachmanns Kothner, Pavol Bresliks Don Ottavio waren die herausragenden Stimmen und Rollen der abgelaufenen Spielzeit. Nur um Millimeter weniger gut gelangen Anna Samuils Donna Anna und Christine Schäfers Donna Fiorilla (Turco). Matti Salminen (Marke) sang erschütternd traumwandlerisch, doch etwas zu rollentypisch. Leichte Enttäuschungen kamen von Jonas Kaufmann (Rodolfo) und der nicht zu gewohnt durchtriebener Viskosität der Figurenneuerschaffung fähigen Waltraud Meier (Isolde). Man verzeiht ihrs. Die Premieren gelangen ganz hübsch: Von Sasha Waltz‘ pathetisch komprimierter Medea über Henzes intellektuellem Spiegelkabinett Phaedra bis zu Mussbachs geheimnisvoll kühlem Don Giovanni kann Gutes berichtet werden. David Aldens gagreicher und gegen Ende liebloser Turco in Italia war Durchschnitt. Maskenball, Telemanns Sokrates, Prokofjews Spieler und Händels Belshazzar schaue ich mir nächstes Jahr an. Manches Mal kollidiert der Spielplan der Philharmonie mit dem der Staatsoper und zwingt zu schmerzhaften Entscheidungen. Die von Barenboim betreuten Repertoirestücke Tristan und Isolde sowie Meistersinger und Rattles phänomenaler Pelléas überstrahlten das andere. Über alle aktuelle Besprechung hinaus:

Die rätselhafteste Stimme: Alexia Voulgaridou (Mimi)
Der üppigste Wohllaut: Dorothea Röschmann (Eva)
Der diffizilste Wohllaut: René Pape (Pogner)
Die kleine Überraschung: Michaela Schuster (Brangäne)
Die kleine Enttäuschung: Jonas Kaufmann (Rodolfo)
Die perfekteste Stimme: Pavol Breslik (Don Ottavio)
Der Unglücksrabe: Elzbieta Szmytka (Violetta)
Die Beseelteste: Magdalena Kozena (Mélisande)
Der Italienischste: Leonardo Capalbo (Nemorino)
Der Imposanteste: Matti Salminen (König Marke)
Die große Überraschung: Anna Samuil (Donna Anna)
Bestes Dirigat: Simon Rattle (Pelléas et Mélisande)/Daniel Barenboim (Meistersinger)
Schlechtestes Dirigat: Dan Ettinger (La Traviata)

Fehlt ein Dank an das Niveau des Ensembles, an die umwerfende Katharina Kammerloher, den jede Inszenierung mit Blut durchpumpenden Alfredo Daza, den zisternenschwarzen Alexander Vinogradov, den prachtvollen Roman Trekel, an die Feuer fangende Anna Samuil? Er fehlt.

Il Turco in Italia oder der Türke in Berlin

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Christine Schäfer, Katharina Kammerloher

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Constantinos Carydis David Alden Christine Schäfer Renato Girolmai Osborn Alexandr Vinogradov Katharina Kammerloher

Premiere Il Turco in Italia. So unglücklich die Staatsoper oft mit ihren Verdi- und Bellini-Opern fährt, so glücklich gelingt vieles bei Rossini und Donizetti. David Alden machte aus der Verwechselungsburleske des 22-Jährigen Rossini eine gagreiche, lieblich-bunte Klamotte, der gegen Ende allerdings die komödiantische Puste ausgeht. Christine Schäfers Donna Fiorilla klang, als dirigiere Boulez Mozart. Nichts Überschüssiges, kein Fett, haydnsche Mathematik. Die Eigentümlichkeit des Tons, die vollkommene Beherrschung der stimmlichen Möglichkeiten und die Ernsthaftigkeit der Darstellung machen ihre Fiorilla zu einem der schönsten Porträts der Saison. Constantinos Carydis dirigierte, wie die Inszenierung gelang: lebhaft verwickelt, mit Sinn für Farbe und Tempo, vor der Pause, pauschaler nach der Pause. Vinogradovs („Hört ihr Leut‘, und lasst euch sagen…“ – prächtig war es, prächtig) knorriger, kübelhohler Bassbariton (Selim), Renato Girolamis Don Geronio, Katharina Kammerlohers mehrschichtige Zaida und John Osbornes athletisch singender Don Narciso gewährleisteten das Niveau. Rossinis Eheposse ist den psychologisch unbeweglichen Stereotypen der Opernfiguren des 18. Jahrhunderts verpflichtet (wie der Fidelio). Der zweite Akt hätte einer deutlicheren Stütze durch Personenführung bedürft. Hier tröpfelte der Witz Aldens nur noch. Kritik: Beginnt gut, hört… nicht mehr ganz so gut auf.

Waltraud Meier, Tristan & Isolde Berlin: Matti Salminen, Ian Storey und Frau Meier & die deutsche Sprache

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Daniel Barenboim, Ian Storey, Matti Salminen, Michaela Schuster, Roman Trekel, Waltraud Meier

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Daniel Barenboim Harry Kupfer Waltraud Meier Ian Storey Matti Salminen Roman Trekel Reiner Goldberg Michaela Schuster

Kritik Waltraud Meier Tristan & Isolde. Umbesetzungsdomino: erst Ian Storey für Peter Seiffert, dann Waltraud Meier für Katarina Dalayman, dann am Tag der Aufführung Matti Salminen für Christof Fischesser. Harry Kupfers alte Inszenierung löst die erst zwei Jahre alte mit dem Bühnenbild von Herzog & de Meuron ab. Waltraud Meier klang vor eineinhalb Jahren präsenter – vielleicht wegen diesmaliger Überanstrengung infolge Reisetätigkeit oder Schnupfen. Doch selbst Meiers andeutungsweise verschnupftes „Wagst du zu höhnen“ schmälert die Erinnerung an messerscharfe, mit dem Nachzittern von in die Mitte von Zielscheiben geschossenen Pfeilen vergleichbaren Meier-Isolden nicht um den Hauch eines ihrer phänomenalen „T“s und „S“s, von denen man dann immer denkt, die deutsche Sprache sei eben für Wagner und Waltraud Meier so geschaffen worden. Immer wieder unvergessen und unvergesslich von ihr: „da du so sittsam, mein Herr Tristan“ – ein Höhepunkt des ganzen Tristan, wenn Waltraud Meier singt.

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Magdalena Kozena & Dorothea Röschmann singen: Macht’s noch mal, Mädels

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Daniel Barenboim, Dorothea Röschmann, Magdalena Kozena

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Magdalena Kozena Dorothea Röschmann

Ich habe Magdalena Kozena geschätzte zehn Mal in den letzten drei Wochen gehört. Dieses Mal zum Barenboim-Zyklus der reizendste Auftritt. Dorothea Röschmann (grünes Kleid, Stola) und Magdalena Kozena (pinkfarbenes Kleid, Rüschen) singen Duette. Röschmanns Opern-Sopran ist ein Meer aus massivem, vibrierendem Marmor. Man braucht, bis man nicht mehr ihre sensationelle Eva mithört. Kozenas lyrischer Mezzosopran ist luftiger, wärmer, duftender, ein Eldorado der scheuen Gesten. Dann singen beide das gleiche Lied mit verschiedenen Stimmen, und es ist immer der nie gleiche Zusammenklang verschiedener, doch in sich gleicher Perfektion. Felix Mendelssohn-Bartholdy, Hugo Wolf, Brahms, Saint-Saëns, Gounod, Fauré, Duparc, Dvořak. Gegen Ende erschöpfte ein Konzert, dessen einziger Charakter der zu sein schien, vollkommen zu sein. Daniel Barenboim begleitete. Ich habe nachgezählt. Ich hörte Magdalena Kozena sieben Mal in den letzten drei Wochen.

Hummphhh… Der schlimmste anzunehmende Unfall: La Traviata an der Staatsoper

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Alfredo Daza, Dan Ettinger

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Die Kritik der Traviata Februar/März 2014 hier lesen.

Dan Ettinger Peter Mussbach Elzbieta Szmytka Marius Brenciu Alfredo Daza

Hier fällt der Opernbericht leicht und schwer. Die Götterdämmerung der Staatsoper im Monat Mai hieß La Traviata und zwar nicht in erster Linie wegen einer schmerzhaft deutlich indisponierten Elzbieta Szmytka (Violetta), der man einen Kamillentee und ein dickes Federbett gewünscht hätte, oder der in ihrer harschen Pauschalität unangemessenen, in einigen Details jedoch durchdringenden Inszenierung Peter Mussbachs, sondern weil die Staatsoper es zustande brachte, wegen einer verspäteten Touristengruppe die Oper fünfundzwanzig Minuten später beginnen zu lassen. Wie eine Operdirektion eine Repertoirevorstellung im eigenen Haus durch eine derartige Entscheidung gegen die Wand fahren kann, war neu und trostlos mitzuerleben. Szmytka bekam eisige Buhs entgegengebrüllt – zu Recht, wie man sagen muss -, der abwesende Mussbach ebenso, Marius Brenciu (Alfredo) immerhin noch ein empörtes Buh wegen eines nicht gestemmten Spitzentons.

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Staatsoper: Simon Rattle dirigiert Pelléas et Mélisande III

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Magdalena Kozena, Simon Rattle

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Simon Rattle Ruth Berghaus Magdalena Kozena Robert Lloyd Hanno Müller-Brachmann William Burden

Da liegt sie! Magdalena Kozena (Mélisande) vor gelber, getreppter Wand // Foto: Monika Rittershaus / .staatsoper-berlin.de

Staatsoper Berlin. Am Mittwoch Abend saß Daniel Barenboim im Sommeranzug in der Seitenloge. Simon Rattle dirigierte unverstellt und mit alle Kritik sinnlos machender Angemessenheit. Nach vier Vorstellungen des Pelléas kennt man Debussys sensible Flunder doch bis in die Fragmentierung der Subthemen hinunter. Klarheit des Klanges, Sinn schaffende Abstufung der Dynamik, kontrollierende Führung jedes Pianissimo, Stufung innerhalb des Klanges, keine Leerstellen. Sehr gut das alles. Wirklich sehr gut. Rattle muss sich ganz schön anstrengen, um Berghaus‚ schiefe Ebenen zu überwinden, wenn er zum Schlussapplaus auf die Bühne kommt. Opernkritik: atemnehmende Operation an Debussys offenem Herzen.

Debussys Pelléas et Mélisande, Staatsoper Berlin: Verliebe dich nie in ein Mädchen, das du im Wald triffst, und sei es auch noch so schön

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Magdalena Kozena, Simon Rattle

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Simon Rattle Ruth Berghaus Magdalena Kozena Robert Lloyd Hanno Müller-Brachmann William Burden

Und ein zweites Mal Pelléas et Mélisande. Simon Rattle im schwarzen Kittel. Zwei, drei Stichflammen des Orchesters. Dazwischen die überpräzise Motivik Debussys, die an einen Orientteppich, wenn nicht an Johann Sebastian Bach erinnert (das hat Debussy ansonsten aber von Wagner, ich schwöre es). Die Oper könnte auch heißen „Verliebe dich nie in ein Mädchen, das du im Wald triffst, und sei es auch noch so schön.“ Die Streicher machen die Sache so gut, dass man mehr auf sie als auf Debussy hört, was gar nicht leicht ist. Die Harfe tönt. Sie soll nicht vergessen sein. Die Sänger sind so gut, weil jeder weiß, was er singt. Zuletzt hört man, wie bei jeder erstklassigen Aufführung, nur noch den Klang. Warum dirigiert Simon Rattle nächste Saison nicht Macbeth, oder Traviata, oder Rosenkavalier? Dann würde ich in den Rosenkavalier auch wieder reingehen. Man kann sich ungefähr zusammenbasteln, wie das klingen würde, doch live hören ist aufregender.

Simon Rattle dirigiert Pelléas et Mélisande I

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Magdalena Kozena, Simon Rattle

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Simon Rattle Ruth Berghaus Magdalena Kozena Robert Lloyd Hanno Müller-Brachmann William Burden

Simon Rattle Pelléas et Mélisande (die Kritik zur Aufführung der Berliner Philharmoniker 2015 unter Rattle lesen sie hier). Es ist eine Oper im Bereich unglaublicher Perfektion. Debussy packt auch Hochdramatisches rein. Einige Stellen hören sich so an, als hätte Wagner den Parsifal mit 25 und nicht mit 75 komponiert. Sehr schöne Tristan- und Parsifal-Reminiszenzen. Anderes klingt nach dem Finale aus Madame Butterfly. Aber Hut ab vor der allergrößten der nach dem Parsifal geschriebenen Opern. Dagegen klingt Strauss wie Operette, na ja, Rosenkavalier ausgenommen. Magdalena Kozena ist schwanger und schafft eine urphänomenhafte Anrufung der Heiligen, fabelhaft entgeisterte Blicke und eine wagemutige Purzelrolle abwärts. Hanno Müller-Brachmann ist Golaud (autoritär tragisch, Klischees meidend wie der Teufel das Weihwasser). Robert Lloyd ist Arkel (sehr schön, menschlich-einsam vom Alter ausgehöhlt). William Burden ist Pelléas (wenig französisch, ein Don José ins Symbolistische versetzt). Weiterlesen →

Barenboim, Brendel, Richter

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Daniel Barenboim

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Barenboim-Zyklus mit der Orchesterakademie. Luftige Streicherserenade von Dvořak, schönes, exaktes Stück von Elliot Carter für vier Pauken solo. Das Siegfried-Idyll klang danach wie Pudding, verzeih mir’s Gott. Dann ein Klavierkonzert Mozarts, das Barenboim mit gehirnwarmem Schwung abrollte. Die Abläufe gerieten ineinander greifend, mit jenem Hauch von Irregularität, der flugs zur höheren Richtigkeit wird. Spielt Brendel wirklich so gegenwärtig wie Barenboim? Warum gilt Brendel als bester Schubertspieler? Spielte Svjatoslav Richter während der Siebziger, von den Sechzigern ganz zu schweigen, nicht ergreifender? Fragen über Fragen.

Barenboim-Zyklus: Christine Schäfer singt

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Christine Schäfer, Daniel Barenboim

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Wie immer bei den Matinéen (11 Uhr) des Barenboim-Zyklus‘ ist es ein nasser Berliner Morgen. Christine Schäfer (lichtschluckendes, schwarzes Kleid) singt makellos Schubert. Etwas belegter, etwas enger, etwas temperamentloser Sopran mit diesem so charakteristischen engen Vibrato, das gegen Ende des Tons um weniges offener wird. Ihre Liedkunst ist bei Schubert überwältigend, weil kein Ton gleich ist. Das schließende Ave Maria war ein nie endendes Paradies. Die Kontrolle, die Christine Schäfer entwickelt, ist nie zu viel. Die Lieder von Debussy klangen leicht unidiomatisch, wenn auch äußerst genau (es fehlte eine gewisse schläfernde Schwere des Tons, Debussy mit einem Schuss Webern), die Lieder von Hugo Wolf waren zu schnell rum (Wolf mit einem Schuss Mozart).

La Bohème: Jonas Kaufmann, Alexia Voulgaridou, Gustavo Dudamel, Staatsoper Berlin

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Alexia Voulgaridou, Gustavo Dudamel, Jonas Kaufmann

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Gustavo Dudamel Lindsey Hume Jonas Kaufmann Alexia Voulgaridou Alferdo Daza Anna Samuil

Bericht Staatsoper Berlin / Kritik Gustavo Dudamel. Ächz. Am Abend vorher Simon Rattles phantastische Sechste von Beethoven gehört. Zwei Tage später den Abend des Alban Berg Quartetts gehört. Dazwischen dann die mehrfach ausverkaufte La Bohème besucht. Gustavo Dudamel dirigierte leidenschaftlich schön. – Die Kritik zur Bohème 2016 mit Sonya Yoncheva und Joseph Calleja lesen! – Was die Dirigenten angeht, gleicht das italienische Repertoire an der Lindenoper einem Dornröschen, das auf den wartet, der es wachküsst. Gustavo Dudamel ist ein Kuss in die richtige Richtung. Das Dudamelsche Tohuwabohu stellte sich im ersten und zweiten Akt tatsächlich ein, man hatte es schon vermisst. Beethovens Siebente im Konzerthaus ist schon ein halbes Jahr her. Unter Dudamels Tempo fuhr die Bohème zusammen wie ein aufgeschrecktes Huhn. Aber es war großartig.

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Staatsoper Berlin: L’Elisir D’Amore: Leonardo Capalbo & Anna Samuil & Anna Prohaska

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Anna Prohaska, Anna Samuil, Leonardo Capalbo

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Max Renne Percy Adlon Leonardo Capalbo Alfredo Daza Andrea Concetti Anna Samuil Anna Prohaska

Unverhofftes Gelingen: Percy Adlons Berliner L’Elisir D’Amore entpuppt sich schon in den ersten Minuten als witzige Inszenierung, die jede Kurve kriegt, die Donizettis Arien vorlegen. Sie wärmt das Herz, sie funktioniert, es fließt der Sprit der Sentimentalität noch durch jede Auflösung eines Dominantseptakkordes. Kurzum: Man erwartete Durchschnitt und es wurde eine rundweg holde Sache. Wie das die Lindenoper doch manchmal hinbekommt! Zwei Italiener, ein Mexikaner und eine Russin sangen. Leonardo Capalbo spielte den Nemorino mit jener Herzensreinheit und Emphase, an die man denken muss, wenn man an Nemorino glauben soll. Der stets rätselhafte Zauber, zu hören, wie italienische Vokale wie von Geisterhand zu Wohllaut zusammenfließen, drang einen in Mark und Hirn. Weiterlesen →

Neues vom Barenboim-Zyklus aus der Staatsoper Berlin: Daniel Barenboim, Thomas Quasthoff, Beethoven, Carter, Liszt etc.

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Daniel Barenboim, Franz Liszt, Thomas Quasthoff

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Daniel Barenboim Thomas Quasthoff

Kritik Daniel Barenboim. Seit dieser Saison gibt es an der Staatsoper Berlin den Barenboim-Zyklus, der an sechs Sonntagvormittagen Lied, Kammermusik und Soloklavier bringt, immer mit Barenboim am Flügel. Vor Weihnachten gab es Kammermusik (Mozart, Carter, Brahms) sowie den alles in Grund und Boden singenden, beängstigend makellosen Thomas Quasthoff (Daniel Barenboim am Flügel) mit Brahms‘ Magelone und nun am 20. 1. 2008 Barenboim solo mit reinem Liszt-Programm. Man sah Leute, die man eineinhalb Tage zuvor in der Philharmonie gesehen hatte, als Barenboim das erste und fünfte Klavierkonzert von Beethoven dirigierte und spielte. Wer wollte, konnte innerhalb von fünf Tagen vier Mal Barenboim am Klavier hören. Hübsch, was?
Hier ist der Bericht von Barenboims Liszt-Recital. Auf der Bühne steht ein Flügel (in der Philharmonie spielte Barenboim ohne Deckel, hier in der Staatsoper mit geöffnetem). Barenboim trägt weißes Hemd und Krawatte unterm Frack.

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Barenboims Strömungslehre, René Papes Schönheit. Mit Pavol Breslik, Anette Dasch, Anna Samuil, Sylvia Schwartz

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Anna Samuil, Annette Dasch, Daniel Barenboim, Hanno Müller-Brachmann, Pavol Breslik, René Pape, Sylvia Schwartz

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Daniel Barenboim Peter Mussbach René Pape Hanno Müller-Brachmann Pavol Breslik Anna Samuil Anette Dasch Sylvia Schwartz

Mozart hat es schwer in Berlin. Rattle dirigiert Mozart, hmm, interessant (Silvesterkonzert 2006, Mitsuko Uchida). Der Figaro an der Staatsoper wird von Dan Ettinger zu Styropor zerraspelt. Ein wahrhaft prächtiger Mozart, der in Berlin zu hören war, ist gut ein Jahr her, das Emerson String Quartet spielte. Jetzt macht es Daniel Barenboim anders und besser. Für uns, für Mozart, für Berlin. Dennoch gab es zahllose Buhs – für Peter Mussbach.
Der Don Giovanni, der an der Berliner Staatsoper Premiere hatte, wird von der Mailänder Scala übernommen. Peter Mussbach (Regie) zeigt eine mit blauem Licht gefüllte Bühne, auf der sich bühnenhohe Mauern drehen und verschieben. Das ist wenig, und es klingt nach weniger, wenn man sagt, dass es keine Requisiten außer einer dekorativen Vespa gab. Folge: Hier stehen die Sänger wie Nackte rum, auf dass sie allesamt von Mozarts Musik geröntgt werden können. Mussbachs Giovanni ist poetisch und kühl zugleich. Weiterlesen →

Rambazamba-Belcanto an der Staatsoper: mit Alain Altinoglou, Katarina Karnéus, Elena Mosuc

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Alain Altinoglou

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Donizetti Maria Stuarda: Alain Altinoglou Karsten Wiegand Karneus Elena Mosuc Schmunck

Alain Altinoglou dirigiert robust und anständig, Katarina Karnéus singt die Elisabetta hübsch, Elena Mosuc die Maria mitreißend. Die gleichfalls hübsche Rambazamba-Inszenierung von Karsten Wiegand ist witzig und spannend bis zur letzten Minute. Die Musik von Gaetano Donizetti ist so unverwüstlich, wie man sich’s kaum vorstellen kann, wenn man das Stück noch nicht gehört hat. Hitze, Affekt, punktgenaue Schürzung des Knotens, subtile Klangexplosion machen Donizetti zu einem Magier des Erzählens, einen Delacroix, einen Victor Hugo. In der Sentimentalität der Figuren spricht noch alles Humane der ganzen Menschheit zum Publikum. Ich war zwei Mal drin. Da es nicht ausverkauft ist, gibt es Karten an der Abendkasse. Opernkritik Maria Stuarda Berlin: gutes Repertoireniveau.

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