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Opern- & Konzertkritik Berlin

~ Klassik-Blog für Konzertberichte und Opernkritiken aus Berlin

Opern- & Konzertkritik Berlin

Schlagwort-Archiv: Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker Late Night: Olaf Ott posaunt Berio

30 Sonntag Okt 2011

Posted by Schlatz in Magdalena Kozena, Simon Rattle

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Berliner Philharmoniker

Magdalena Kozena, Olaf Ott, Simon Rattle, Mitglieder der Berliner Philharmoniker

Dieses Konzert bestätigte die Wahrheit von gleich mehreren Sprichwörtern. Erstens: In der Kürze liegt die Würze. Zweitens: Klein aber fein. Und drittens: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Einmal bei Rattle in der ersten Reihe sitzen, dachte ich nämlich noch um Viertel nach 10. Aber nix wars, Block A war rappelvoll, als ich um fünf vor halb elf nach einem erfrischenden Bier reinkomme.

Also, das Programm war wie gesagt eine Verheißung, die Zeit des Konzertbeginns ähnelte der im SO36 in der Heinrichstraße. Simon Rattle, der eine halbe Stunde zuvor noch im grauen Pulli zuhörte, wie Harnoncourt aus Beethoven einen wütenden Schlagzeuger machte (kein Wunder, dass Rattle begeistert applaudierte), trägt schwarzes Hemd. Auch interessant: Rattle war einen Kopf kleiner war als Frau Kozena, die auf aufregenden Silettos stand, während Rattle in normalen Schuhen steckte. Seit diesem Abend weiß ich, dass Julia Gartemann (aufregendes Spiel bei Berio) Schuhe von Manolo Blahnik trägt.

Das Programm: De Falla, Dallapiccola, 2x Berio.

Von Dallapiccola gab es die sehr gute Piccola musica notturna. De Falla war nicht gut. Die Folk Songs Berios offenbaren ihre hübsche Instrumentation in der Fassung für 7 Instrumente noch bereitwilliger als in der Orchesterfassung. Magdalena Kozena sang das lyrische, zweite Liedl am besten. Für einige andere bleibt Elina Garanca (unter Jansons 2007 oder 2008) die Referenz. Olaf Ott leistete an der Posaune Übermenschliches in Berios tiefmenschlicher Sequenza V. Die Harfe von Marie-Pierre Langlamet thronte mit der Erhabenheit eines Prunkmöbels aus dem vorvorigen Jahrhundert in der Mitte des Podiums.

Aber, Hand aufs Herz, als Mensch von durchschnittlichem Konzentrationsvermögen war ich um halb elf nicht mehr in bestem Zustand, insbesondere, da Harnoncourt zuvor zwei Stunden lang die Leistungsfähigkeit meiner Trommelfelle und Nerven mit Beethoven getestet hatte. Kurz, ich war müde, und ich glaube, der eine oder andere Zuhörer ebenfalls, denn zwei Stunden früher hätte Magdalena Kozenas Darbietung den Saal womöglich zu Bravostürmen hingerissen. Einige saßen sogar HINTER dem Podium, ein Ort, den ich bei Konzerten mit Solistenbeteiligung meide wie sonst nur Konzerte mit 100% Barockmusik. Falls die Phillies hofften, kaugummikauende Dreizehnjährige in ihr Haus zu locken, so erfüllte sich diese Hoffnung noch nicht zur Gänze.

Berliner Philharmoniker, Nikolaus Harnoncourt: Beethoven Messe C-Dur (Werner Güra, Julia Kleiter) & Sinfonie Nr. 5

27 Donnerstag Okt 2011

Posted by Schlatz in Julia Kleiter, Nikolaus Harnoncourt

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Berliner Philharmoniker

Julia Kleiter (Sopran), Elisabeth von Magnus (Mezzosopran), Werner Güra (Tenor), Florian Boesch (Bass), Rundfunkchor Berlin (Einstudierung Simon Halsey), Berliner Philharmoniker

Ich war nicht in der 7. Bruckner, dirigiert von Barenboim, aufgeführt im Rahmen eines Festkonzerts zum zehnjährigen Bestehen des jüdischen Museums. Nur Barenboim kommt auf die Idee, zu diesem Anlass eine Brucknersinfonie spielen zu lassen. Das ist so, wie bei einem Brahms-Gedenkkonzert mit dem Meistersingervorspiel beginnen und mit dem Walkürenritt schließen – was ja keine schlechte Idee wäre. Und damit zum heutigen Konzert. Ausverkauft. Ich höre Nikolaus Harnoncourt zum ersten Mal. Simon Rattle sitzt im grauen Pulli hinten im Block A. Rattle unterhält sich gestikulierend mit Frau Kozena, sobald die Musik aus ist. 

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Kritik Juraj Valcuha, Berliner Philharmoniker, Nikolaj Znaider, Tschaikowsky

10 Montag Okt 2011

Posted by Schlatz in Christian Thielemann, Juraj Valcuha, Peter Tschaikowsky

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Berliner Philharmoniker

Was für ein komisches Konzert. Komisch war es wegen Jurai Valcuha und wegen Tschaikowsky.

Juraj Valcuha? Es war interessant, Valcuha zuzuschauen. Manchmal kringelte man sich vor Kichern – in Gedanken natürlich. Valcuhas Dirigierstil war DAS Pausengespräch. Sein Stil hat was von Anno 1890, schätze ich.

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Haitink krank, Juraj Valcuha dirigiert

30 Freitag Sept 2011

Posted by Schlatz in Bernard Haitink, Juraj Valcuha

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Berliner Philharmoniker

Bernard Haitink erkrankt. Ihm wünscht man alles Gute. Juraj Valcuha, der aussieht, als würde er jeweils zwei Mal pro Woche Duca und Rodolfo singen, dirigiert für Haitink die Berliner Philharmoniker. Keine Beethoven-Dritte, sondern die Erste von Tschaikowsky, vulgo Winterträume, und die Euryanthe-Ouvertüre. Mit etwas gutem Mut freue ich mich auf Valcuha in genau dem gleichen Maße, wie ich den Ausfall von Haitink bedauere. Die entspannte Haltung Haitinks! Die schwebende Rechte! Das leichte, angedeutete Vornüberbeugen Haitinks! Weiterlesen →

Anne-Sophie Mutter Kritik: Berliner Philharmoniker, Simon Rattle

16 Freitag Sept 2011

Posted by Schlatz in Anne-Sophie Mutter, Simon Rattle

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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker – Simon Rattle: ANNE-SOPHIE MUTTER Fauré Pelléas et Mélisande Dvorak Violinkonzert Schumann Sinfonie Nr. 2

Kurz vor den Konzerten des Musikfests hier noch ein Bericht über den Abend von Rattle & Anne-Sophie Mutter. Am Dienstag Morgen zwitschern zum ersten Mal in diesem Jahr die Vögel. Am Mittwoch gibt Anne-Sophie Mutter das erste von drei Konzerten mit den Berliner Philharmonikern.
Die Absage des kranken Seji Ozawa ist zu bedauern. Anne-Sophie Mutter widmete Ozawa das zugegebene Solostück. Ist zu bedauern, wenngleich ich nicht begierig auf die Vierte von Tschaikowsky, von Ozawa dirigiert, war. Simon Rattle übernimmt Ozawas Konzerte; er wird dank dieser drei zusätzlichen Konzerte sowie der anschließenden Konzerte einer Konzertreise die sowieso schon beeindruckende Zahl der geleiteten Abende Weiterlesen →

Wiener Philharmoniker Christian Thielemann Beethovenzyklus Kritik

09 Freitag Sept 2011

Posted by Schlatz in Christian Thielemann

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Berliner Philharmoniker, Wiener Philharmoniker

Bevor die Saison in Berlin richtig losgeht, hier noch mal eine Retroperspektive des letztsaisonalen, viertägigen Gastspiels der Wiener Philharmoniker in Berlin.

Was ist aus den Berlinern Wintern geworden? Bis vor kurzem war der Berliner Winter in ganz Europa für seine Milde und Schneefreiheit bekannt und belächelt. Das ist jetzt anders. Eis und Schnee sowie ein haarsträubend vereister Potsdamer Platz erschweren den Besuch von Konzerten in der Philharmonie und an anderen Orten der Hauptstadt. Man fragt sich, wie die Musiker die Instrumente in die Philharmonie transportieren, ohne dass Geigen, Oboen und Trompeten sich in der Kälte verziehen.

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Es regnet

01 Donnerstag Sept 2011

Posted by Schlatz in Simon Rattle

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Berliner Philharmoniker

Es regnet. Ich kann Ihnen sagen, in Berlin regnet es, was das Zeug hält. Es regnet so, wie es in Opern nie regnen würde. Selbst im Parsifal an der Staatsoper regnet es nicht so viel Gold vom Bühnenhimmel, wie in Berlin Regen vom Himmel. Man kann auch sagen, der Regen habe „Richard Wagnerische ‚Breite’“, um Richard Strauss zu zitieren. Die Luft ist so feucht, dass sich das Saisonheft der Staatsoper, das auf dem Tisch liegt, wellt. Weiterlesen →

Die besten Konzerte der Berliner Philharmoniker und andere Kleinigkeiten aus der Berliner Philharmonie

01 Donnerstag Sept 2011

Posted by Schlatz in Christian Thielemann, Gidon Kremer

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Berliner Philharmoniker

Saison zu Ende, Stress vorbei. Einmal geht’s noch in die Staatsoper, um Hosokawas Matzukaze hören, und eventuell Henzes Phaedra. Weiterlesen →

Die Saison tröpfelt

25 Montag Jul 2011

Posted by Schlatz in Christian Thielemann, Claudio Abbado

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Berliner Philharmoniker

Die Saison tröpfelt, da bringen die Philharmoniker das neue Programm heraus. Ein bisschen spät zwar, aber da es für viele Berliner zur beliebtesten Sommerlektüre zählt, ist man froh, wenn man das Ding endlich in den Händen hält.

Was sagt uns das Programm für die Saison 2011/12? Es ruft Stirnrunzeln hervor. Es gibt wenig Neues und viel Altes. Mahler Neunte mit Rattle, Lied der Erde mit Rattle, Bruckner Neunte mit Rattle, Mahler-Zweite mit Rattle, Bruckner Achte und Mahler Erste mit Mehta, Bruckner Vierte (Thielemann), Beethoven Fünfte und Dritte, Rachmaninows Symphonische Tänze, Brahms‘ Violinkonzert, von Prokofjew wieder die Fünfte (Luisotti) – das gab es so oder sehr ähnlich in den letzten drei, vier, fünf Jahren schon einmal. Niemand soll behaupten, ich ginge nicht gerne in eine Bruckner-Neunte, aber aufs Ganze gesehen wirkt eine solche Anhäufung von Repertoire-Elefanten so inspirierend wie ein Pensionärs-Viertel in Hamburg-Altona. Zu allem Überfluss dirigiert Jansons Dvoraks – richtig, Dvoraks Neunte. Na dat kann ja wat werden.

Sexy Namen gibt es en masse, wie Jenö Hubay, Poulenc, Heinrich Kaminski, Lachenmann, von Einem, Rihm, Thomas Tallis oder Antonio Lotti beweisen. Aber die gute Fee des Saisonprogramms unterließ es, mit diesen Namen aufregende Schneisen ins Philharmoniker-Programm zu schlagen. Selbst Luciano Berio, der mit vielen wichtigen Stücken vertreten sein wird, muss mit ständig wechselnden Partnern von Debussy bis Mendelssohn vorliebnehmen. Die Pärchen Beethoven-Sibelius, Webern-Beethoven oder Zimmermann- Schumann der vergangenen Jahre hatten mehr programmatische Schlagkraft.

Mal ehrlich, das 1890er Jahrzehnt als inhaltliche Klammer lockt auch kaum einen hinterm Ofen hervor. Wenn es wenigstens das 1970er oder 1690er Jahrzehnt gewesen wäre… Im Mahlerjahr kommt sowieso 30% des Spielplans aus den 1890ern. Was hilft’s? Auch das Saisonheft ist eine ästhetische Banalität, Herr Martin Hofmann, schaunse Mal, was der Jürgen Flimm für die Staatsoper fürn Augenschmaus zusammengeschustert hat. Auf den Schumann mit Rattle und Abbado bereite ich schon jetzt meine Nerven vor. Fauré Requiem (Rattle) interessiert mich nicht, Britisches (Elgar, Walton) ehrlich gesagt auch nicht. Weiterlesen →

Kritik Simon Rattle: Mahlers Sechste oder das Orchester am Rand des Nervenzusammenbruchs

25 Montag Jul 2011

Posted by Schlatz in Simon Rattle

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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker – Simon Rattle: Berg Drei Orchesterstücke Mahler Sinfonie Nr. 6

Die wichtigste Frage lautete: Spielen sie das Andante moderato an zweiter oder dritter Stelle? An zweiter. Es wiegt leichter als der erste Satz. Dieses Andante wird erst im bewegteren letzten Teil richtig interessant. Der erste Satz der Sechsten war eine der großen Leistungen des Orchesters und des Dirigenten. Die Sechste von Mahler zeigt jedes Orchester am Rand des Nervenzusammenbruchs – wenn nicht, wird etwas falsch gemacht. „Das war mir gegen Ende zu schrill“, sagt eine elegante Mittfünfzigerin, die Treppe hinabsteigend und sich zu ihrer Freundin umwendend. Die Wucht der Kontrabässe ist enorm, ich spüre, wie ihr Druck in die Magengrube boxt.

Die Viersätzigkeit der Sechsten wirkt stets als Klassizismus. Die vielsätzigeren Sinfonien Nr. 2 und 3 vom Herbst wirkten organischer. Im ersten Satz der Sinfonie Nr. 6 erklingen die Kuhglocken von außerhalb, im zweiten und vierten aus dem Orchester. Sind die Kühe vom Andante an unter uns? Das Finale macht mich immer noch perplex, am anstrengendsten sind jene Partien, wo auf Teufel komm raus durchgeführt wird. Der Holzhammer wird interessanterweise im Laufe des Abends von zwei unterschiedlichen Musikern gespielt. Ich mag den Holzhammer besonders, wenn man auch beifügen muss, das seine Bedeutung in jeder Konzerteinführung übertrieben wird. Der Hammer ist das einzige Instrument, das ich halbwegs beherrschen würde, ohne schon vor der eigentlichen Tonproduktion durch groteske Unkenntnis des Instruments aufzufallen.

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Claudio Abbado Kritik

25 Montag Jul 2011

Posted by Schlatz in Anne Sofie von Otter, Claudio Abbado, Jonas Kaufmann

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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker CLAUDIO ABBADO ANNE SOFIE VON OTTER JONAS KAUFMANN Mahler Sinfonie Nr. 10 Das Lied von der Erde

Dies war ein grotesk teures Konzert zum Mahlertodestag. Die Philharmoniker sind schuld, wenn ich nur noch bei Aldi einkaufe, um die laufenden Kartenkosten begleichen zu können. Das Lied von der Erde ist kitschig. Mahler war gerne kindisch, hier ist er kitschig.

Nochmals sitzt der RCOler Lucas Macias Navarro an der ersten Oboe, wie auch bei den drei Abbado-Konzerten vom Wochenende. Berückende Soli von Emmanuel Pahud, Andreas Ottensamer (da schaugst) und Stefan Schweigert. Wenn das so weiter geht, werde ich einen Schweigert-Fanclub gründen. Die wenigen Kolossalstellen wirken meditativ gedämpft, typisch Abbado.

Abbado schüttelt dem Blumen bringenden Mädl die Hand, wie es auch Pollini am Tag zuvor tut. Nix is mit Bussi. Claudio Abbado wirkt noch gebrechlicher als im letzten Jahr. Doch auf dem Weg in Künstlerzimmer hüpft er auf einmal die Treppen hinunter.

Jonas Kaufmann: regelmäßige Schluchzer, Kaufmann drückt das Pathos in seine Stimme rein wie der Metzger die Wurst in die Pelle. Betörender, ebenmäßiger, leicht neutral wirkender Klang. Eine bombastische Lohengrinstimme, aber sicherlich noch keine ganz große Stimme bei Mahler.
Anne Sofie von Otter: ihre Stimme wirkt zu Beginn arg ramponiert, sprich ausgebleicht, was sicherlich auch am Kontrast lag, den Jonas Kaufmanns vor Gesundheit strotzender Stimme bot. Im weiteren Verlauf deklamierte Anne Sofie von Otter immer feiner, die eigene Person hinter den Text zurückstellend, und dann doch ein hervorragendes Niveau erreichend, wenn auch nicht unmittelbar seelisch mitreißend.

Manchmal sieht man von Naoko Shimizu das linke Ohr, das etwas absteht. Emmanuel Pahud legt die Hände immer auf die Oberschenkel, Jelka Weber bewegt sich oft im Takt der Musik.

Claudio Abbado Berliner Philharmoniker: Mahler

25 Montag Jul 2011

Posted by Schlatz in Alban Berg, Anna Prohaska, Claudio Abbado, Maurizio Pollini

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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker CLAUDIO ABBADO ANNA PROHASKA MAURIZIO POLLINI Mozart Vorrei spiegarvi, oh Dio Berg Symphonische Stücke aus der Oper Lulu Mozart Klavierkonzert G-Dur KV 453 Mahler Sinfonie Nr. 10

Zweimal Mozart, zwei Mal Neoromantik, wie Glenn Gould gesagt hätte, wenn er einen Blick in das Programmheft geworfen hätte. Bei den Mozartsachen hörte ich leicht beweglichen, ausnuancierten Mozart, dessen Farbwerte umwerfend sensibel aus der Partitur gelöst wurden, ohne dass das weiche, knochenlose Gewebe der beiden Mozartpartituren des Abends zerrisse. Anna Prohaska, ein 1a Blondchen, Oscar und Anne in Rake’s Progress an der Staatsoper, singt. Ihre kostbare Lunge produziert eine schlanke, flexible, besonders ganz oben leicht belegte Sopranstimme, die frei und konzentriert geführt wird und intensiven Ausdrucks und komprimierten Klangs fähig ist. Frau Prohaska hat eine Neigung zu auffälligen Frisuren, eine Tatsache, die besondere Freude bei den Berliner Friseuren auslösen dürfte. Mozarts G-Dur-Konzert Andante: Stefan Schweigert, Emmanuel Pahud und Lucas Macias Navarro spielen wie die Schneekönige. Man vergisst bisweilen Pollini und Abbado, so sehr zieht uns der Holzbläserklang hinan. Stefan Dohr und Sarah Willis assistieren hier nur. Die Streicher laufen unter ferner liefen. Stefan Schweigerts erstaunliches Fagott zählte zu den Spitzenleistungen, zählt es ja eigentlich immer.

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Schöne Stimmen: Christian Thielemann mit Strauss, Renée Fleming und Thomas Hampson in der Philharmonie Berlin

25 Montag Jul 2011

Posted by Schlatz in Christian Thielemann, Renée Fleming, Thomas Hampson

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Berliner Philharmoniker

Eine 75-jährige trägt blaue Ballerinas. Ein Sechziger trägt Strawinsky-Bart, knapper Wuchs, direkt über der Lippe beschnitten. Ein Mann vor mir prüft jedes Mal den Hosenschlitz, bevor er sich setzt. Tatsächlich tragen junge Damen Streifen. In der Gala wird behauptet, das wäre diese Saison so. Thomas Hampson sieht blendend wie immer aus. Renée Fleming trägt ein Kleid, das aus vielen Quadratmeter Stoff bestehen muss. Weiterlesen →

Berliner Philharmoniker, Simon Rattle, Mahler 5. Sinfonie: 1:10 Std. Homo sapiens sapiens sein!

25 Montag Jul 2011

Posted by Schlatz in Henry Purcell, Simon Rattle

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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker – Simon Rattle: RIAS KAMMERCHOR Purcell Funeral Music for Queen Mary Mahler Sinfonie Nr. 5

Kritik. Es gab Zeiten, da hing mir die Fünfte von Mahler zu den Ohren hinaus. Die Fünfte mit Rattle, die Fünfte mit Abbado, die Fünfte mit Walter, die Fünfte mit Szell, unser halber Haushalt besteht aus Fünften. Ich war heute zudem in einem Zustand, in dem ich gerne Mendelssohns Dritte oder Prokofjews Vierte gehört hätte, aber einiges darum gegeben hätte, nicht die Fünfte zu hören. Aber was will man machen. Das Schicksal macht auch vor uns Konzertgehern nicht halt. Purcells Funeral Music war ein Traum. Eine Handvoll Trompeten, eine Handvoll Posaunen, 2 Trommeln und ein Chor.

Die Trompetenstellen (Tarkövi et alii) jagen einem pausenlos Schauer über den Rücken. Von wegen Schauer, von denen kann beim sicherlich ehrenwerten RIAS Kammerchor nicht die Rede sein. Ich versuchte ohne Unterlass herauszufinden, ob die Soprane oder die Altstimmen oder doch die Tenöre am wenigsten Pepp besaßen, aber der Purcell war zu Ende, bevor ich zu einem Entschluss gekommen war. Vielleicht hätte man ein pausenloses Konzert wagen sollen, um Purcells Strenge anschaulicher an Mahlers Üppigkeit zu binden. Der dritte Satz der Fünften war das Zentrum, der erste wahrte den Charakter stockenden Beginnens, der vierte war eine ärgerliche Unterbrechung. Man müsste das Adagietto, das weit davon entfernt ist, Mahlers meist missverstandener Satz zu sein, doppelt oder dreimal so schnell spielen, um die symphonische Spannung zu wahren.

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Simon Rattle, Berliner Philharmoniker, Salome: Da schnuppert der Strauss schon nach Schönberg

24 Sonntag Jul 2011

Posted by Schlatz in Emily Magee, Hanna Schwarz, Pavol Breslik, Reiner Goldberg, Richard Strauss, Simon Rattle

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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker – Simon Rattle: EMILY MAGEE STIG ANDERSEN HANNA SCHWARZ PAVOL BRESLIK IAIN PATERSON RINAT SHAHAM etc. Strauss Salomé

Die Uhr auf dem Potsdamer Platz steht schon seit Monaten auf 1 Uhr 12 Minuten. Ist das Berliner Kunst oder ist das Berliner Gleichgültigkeit? Könnten die Philharmoniker nicht eine Patenschaft für diese Uhr übernehmen? Und damit zum heutigen Konzert. Konzertant aufgeführten Opern verhalte ich mich in der Regel so, wie der Berliner Senat sich der Uhr auf dem Potsdamer Platz gegenüber verhält. Aber Salomé, Strauss‘ Zweistünder, geht schon in Ordnung. Es ist immer das gleiche. Eine konzertante Oper mit den Berliner Philharmonikern unter Rattle zu hören hat immer was von Partiturlesen – frei nach dem Motto: Rattle steckt Salomé in die Kernspinto und guckt, was in ihrem Kopf drin ist. So auch heute. Ich habe Sachen in dieser Salomé gehört, von denen ich bislang nicht den Hauch einer Ahnung hatte, ja, ich habe sogar Instrumente gehört, die ich nie in einer Salomé vermutet hatte. Die Philharmoniker spielen infernalische Forte Fortissimos und bezaubernde Schlagzeugeinsätze. Rattles Salomé schnuppert schon nach Schönberg. Man bekommt es dick aufs Brot geschmiert, dass Salomé zu den raren Beispielen jener äußersten ästhetischen Empfindlichkeit zählt, die um 1900 state of the art war. Beim 1911er Rosenkavalier herrschen dann schon wieder Verdickung, Zähigkeit, Nutella. Um den Eindruck abschließend zusammenzufassen, sage ich, dass diese Salomé zu hören in etwa so ist, wie ein Bild von Van Gogh mit dem Mikroskop zu betrachten.

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