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Opern- & Konzertkritik Berlin

~ Klassik-Blog für Konzertberichte und Opernkritiken aus Berlin

Opern- & Konzertkritik Berlin

Kategorien-Archiv: Christian Thielemann

Christian Thielemann, Wiener Philharmoniker in Berlin: Beethoven Sinfonie Nr. 8 & 9

24 Sonntag Jul 2011

Posted by Schlatz in Annette Dasch, Christian Thielemann

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Wiener Philharmoniker

Beethoven Sinfonien Nr. 8 & 9

Achte Sinfonie. Allerliebst, frisch, schlawinerhaft und intelligent gespielt. Im Finale nuscheln die Streicher beim Hauptthema. Die Durchführung des ersten Satzes hätte noch mehr Brio vertragen können. Die letzten zwei Takte des ersten Satzes (Themenkopf im pp) drosselt Thielemann mit sehr kräftigem Rubato auf ein Drittel des Grundtempos. Brav, Christian, kriegst ein Zuckerl.

Neunte Sinfonie. Sehr gut. Geniales Prestissimo, wie überhaupt das Finale am besten gelang. Es hatte Saft, Tempo und die Wiener Philharmoniker wurden der Lockerheit der Faktur glänzend gerecht. Annette Dasch bekam ein Buh (das einzige, das während des gesamten Zyklus zu hören war). Und, o Wunder, wieder keine Zugabe.

Optisch ist Christian Thielemann ein komplizierter Fall. Thielemann gibt das Tempo vor, das andere schaukeln die Philharmoniker nach Hause. Thielemann ist sozusagen die Uferböschung, die Wiener Philharmoniker sind der Fluss. Bei Thielemanns Dirigierstil mischen sich Lässigkeit und kalkulierte Ungebobeltheit. Manchmal sieht Thielemann aus wie ein Gorilla (rustikale Stellen). Manchmal grinst er wie ein Fünfjähriger, der zugibt, dass die geklauten Bonbons gut geschmeckt haben (schöne Solostellen). Manchmal sieht er aus, als rühre er Beton an (pathetische Stellen). Kaum ist der Satz aus, lässt Thielemann die Arme niedersausen, wischt sich in einem Affentempo den Schweiß von der Stirn und bedankt sich lächelnd beim Orchester, und das alles in 1,5 Sekunden. Die ersten Sätze nimmt Thielemann in mäßigem Tempo, ebenso die zweiten Sätze. Die Scherzi sind plötzlich deutlich flotter. Finali sind tempomäßig in etwa so, wie man sie gewohnt ist. Na, Rattle ist bei den letzten Sätzen schon schneller. Die pathetischen Sinfonien spielen die Wiener Philharmoniker mit 2 x 16 Geigen, die leichteren (Achte, Vierte, Erste, Zweite) mit 2 x 14, die Sechste mit 2 x 15. Die volle Streicherbesetzung ist 16,16,12,10,8.

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Thielemann Beethovenzyklus und die Wiener in Berlin: Beethoven Sinfonien Nr. 1, 2 & 3

24 Sonntag Jul 2011

Posted by Schlatz in Christian Thielemann

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Wiener Philharmoniker

Beethoven Sinfonien Nr. 1,2 & 3

Erste Sinfonie. Es kam schließlich die Zeit, da hörte man innerhalb von 18 Stunden fünf Beethovensinfonien. Das ist selbst für ausgebuffte Konzertgeher kein Pappenstiel. Es ist draußen nicht mehr minus 15, sondern nur noch minus sieben Grad. Die Erste wurde ihrem Ruf als widerspenstigste der Beethovensinfonien gerecht. Man weiß nicht, was man von der Ersten halten soll. Die Erste ist wie der blasse Verwandte, der auf der Familienfeier immer am anderen Ende vom Tisch sitzt. Kurzum: Schön gespielt von den Wienern, jedoch, herrje, ohne damit irgendeine Aussage oder auch nur eine Tendenz zu einer Aussage zu verknüpfen. Simon Rattle gelang die Erste 2008 auch nicht so richtig.

Zweite Sinfonie. Stellenweise traumhaftes Orchesterspiel. Auch Thielemann legt einen Zacken zu. Das flutscht. Wenn ich Österreicher wär, würde ich meinem Erstaunen mit dem Satz Ausdruck geben: Do schaust wie a Uhu noch’m Woidbrand. Im Finale ist die Spannung nach der Hälfte dann auf einmal wieder weg. Vielleicht ist ein Finale in Wien was anderes als ein Finale in Berlin. Während man in Berlin vom ersten Takt an die Schlusskadenz fest im Blick hat, mag man’s in Wien womöglich a bissl g’schlenzter, legt zwischendurch eine Vesperpause ein und zischt einen Heurigen. 40 Minuten Pause.

Dritte Sinfonie. Thielemann fängt während des Publikumsgemurmels an, wie auch bei der Fünften. Das hat was. Die Dritte ist fast überall traumhaft schön. Die Durchführung hat etwas allerdings was von Gewurschtel. Während das zweite Thema des ersten Satzes anfängt, zieht Bratenduft vom Südfoyer (Bewirtung für geladene Gäste in der Pause) in den Saal. Wieder keine Zugabe. Ja mei. So was Saudeppertes aber auch. Heute war die letzte Chance auf eine Zugabe. Was wäre gegen einen kleinen Walzer, eine kleine Polka einzuwenden gewesen? Morgen nach der Neunten spielen sie nie und nimmer eine Zugabe.

Beethovenzyklus Christian Thielemann & Wiener Philharmoniker in Berlin: Beethoven Sinfonien Nr. 6 & 7

24 Sonntag Jul 2011

Posted by Schlatz in Christian Thielemann

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Wiener Philharmoniker

Beethoven Sinfonien Nr. 6 & 7

Sechste Sinfonie. Zum Abbusseln schön, neben der Achten die gelungenste Wiedergabe. Beethovens Sechste habe ich dieses Jahr zum zweiten Mal von den Wienern hier in Berlin gehört, was gewiss zum allerersten Mal in der Musikgeschichte möglich war. Die Sechste der Wiener Philharmoniker unter Lorin Maazel (Frühjahr 2010) war eher eine Anleitung zum Gähnen. Thielemanns Sechste ist jetzt eine nicht ganz kleine Wohltat. Thielemann und die Wiener phrasieren wie die Schneekönige. Die Pause ist heuer so was von kurz, es reicht kaum zum gemütlichen Pinkeln. Die Plätze erreicht man dann nur, indem man an beiseite gebogenen Knien entlangschrammt.

Siebte Sinfonie. Der zweite Satz hat eindrucksvolle Stellen leisen Beginnens, wie überhaupt Thielemann großartige, prozessuale Pianissimi hinbekommt. Das eigentümliche Pathos dieses Allegrettos schmiert Thielemann dem Publikum aber etwas zu dick aufs Brot, auch wirkt der Satz als Ganzes etwas zerfahren. Das Manko dieser Siebten ist, dass im Fortissimo stets etwas Gebändigtes mitklingt. Dem letzten Satz fehlen elementare Energie, Entfesselung und einiges an Fantasie. Das Allegro con brio ist eine Enttäuschung wie das Finale der Fünften. Im letzten Satz gefielen mit die phänomenalen Kontrabässe besonders. Sie hatten überall ihre Finger mit drin. Rattle (Berliner) und Dudamel (Staatskapelle Berlin) waren bei der Siebten intensiver. Keine Zugabe.

Der Berliner Beethovenzyklus: Thielemann und die Wiener Philharmoniker in Berlin I – Konzertkritik

24 Sonntag Jul 2011

Posted by Schlatz in Christian Thielemann

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Wiener Philharmoniker

Wiener Philharmoniker Christian Thielemann Beethoven Sinfonien Nr. 4 & 5

Vierte Sinfonie. Da spielen sie, die berühmten Wiener Philharmoniker. Sehr langsamer erster Satz. Die sinfonische Spannung ging mit dem Beginn des zweiten Themas des ersten Satzes flöten. Von diesem Zeitpunkt an beschäftigte ich mich nur noch mit den Besonderheiten des Orchesters und nicht mehr mit denen Beethovens. Die Kadenzen haben so viel Pepp wie die von Mozart Anno 1779, und überhaupt hat das Ganze wenig Struktur. Es gibt kein Wozu, kein Wohin, kein Weshalb. Der zweite Satz ist auch langsam, aber mit äußerster Sorgfalt für Phrasierung und Klangnuance hingelegt. Thielemanns Vierte klingt reichlich von oben herab. Mit dem ersten Satz hatte Rattle mit den Berlinern auch ein bisschen Probleme, aber Finale und Scherzo haute er grandios hin. Es gab ordentlichen Applaus für die Vierte, aber nicht mehr. Ich war einigermaßen enttäuscht. In der Pause: Bretzel und Absacker, um die Enttäuschung runterzuspülen und Mut für die Fünfte anzutrinken.

Fünfte Sinfonie. Die Wiener Philharmoniker spielen stellenweise schön. Auch hier war der zweite Satz der wertvollste. Die Fünfte von Rattle mit den Berlinern war bedeutend eindrucksvoller. Bei den Wienern schienen die Tempomodifikationen, die Christian Thielemann im ersten Satz anordnet, sehr gewöhnungsbedürftig. Während die Solooboe in der Reprise des Allegro con brio ihren Einsatz hat, knarrt ein Stuhl der Philharmoniker. Das Finale wirkt unglaubwürdig. Dass Uhrenhersteller Rolex die Tournee der Wiener Philharmoniker sponsort, merkt man schon daran, dass die Musiker pünktlich um 20 Uhr und null Sekunden auf das Podium strömen. Zugabe: eine herrliche Egmont-Ouvertüre.

Kritik Wiener Philharmoniker Berlin: ist noch Luft nach oben

Kritik Wiener Philharmoniker Berlin: Es gibt solche Orchester, und es gibt solche

24 Sonntag Jul 2011

Posted by Schlatz in Christian Thielemann

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Wiener Philharmoniker

Wiener Philharmoniker Christian Thielemann Beethoven Sämtliche Sinfonien

Die Philharmonie Berlin ist eine Stätte verfeinerter Musikliebe. Die Musik wird hier mit einer unpathetischen Liebe geliebt, die anderswo nicht Liebe, sondern Nörgelei genannt wird. Jetzt sind die Wiener Philharmoniker da, und was man auf den Gängen hört, ist „Die können ja ooch jans jut spielen“. Das Ooch bezieht sich auf die Berliner Philharmoniker, das Jans Jut auf die gar nicht so schlechten Geigen sowie die ganz guten Holzbläser der Wiener. Aber es dauerte nicht lange, da schnappte man im Vorbeigehen den ersten Kommentar auf, der lautete: „Die Berliner sind aber schon a bissl besser.“ Ach ja, wie gut ist es, dass die Wiener gerade jetzt kommen. Just begann eine Flaute im Musikleben der Hauptstadt zu herrschen. Die Berliner Philharmoniker erholen sich noch von den Strapazen einer Konzertreise. Daniel Barenboim und Simon Rattle befinden sich außerhalb der Stadtgrenzen Berlins, und die Berliner Opernhäuser geben dem vorweihnachtlichen Verlangen des Publikums nach Stoffen nach, die zum Herzen sprechen.

Als Musikliebhaber hat man das komplette Abonnement gekauft und sich im Zuge dessen entschlossen, die Weihnachtsgeschenke dieses Jahr eine Nummer kleiner ausfallen zu lassen. So sitze ich an drei bitterkalten Dezemberabenden und einem wärmeren Dezembervormittag im Block G, zähle die Frauen im Orchester, schaue Christian Thielemann beim Dirigieren zu, nehme in der Pause einen Imbiss ein und höre in der Zwischenzeit den Wiener Philharmonikern zu. Es sind übrigens sechs Frauen. Drei bei den ersten Geigen, zwei bei den Bratschen, eine bei den Celli. Weiterlesen →

Il Turco in Italia an der Staatsoper: Alexandrina Pendatchanska Colin Lee Andrea Concetti

24 Sonntag Jul 2011

Posted by Schlatz in Christian Thielemann, Christine Schäfer, Katharina Kammerloher

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Il Turco in Italia Riccardo Frizza David Alden Alexandrina Pendatchanska Colin Lee Andrea Concetti Giovanni Furlanetto Katharina Kammerloher Alfredo Daza

Es ist eisig kalt, und in der Staatsoper dringt die Kälte durch alte Fensterrahmen an manche vermeintlich geschützte Ecke. Selbst im Zuschauerraum, wo man in wärmeren Monaten gerne mehr ablegen möchte, als schicklich ist, herrschen nicht viel mehr als temperierte Temperaturen. Was guckt man sich an? Im Berlin der Vorweihnachtszeit, das von Simon Rattle und Daniel Barenboim gemieden wird wie derzeit nur die Deutsche Oper von Christian Thielemann, ist man auf den anständig besetzten Turco in Italia angewiesen, wenn man nicht an der Deutschen Oper für das dreifache Geld einen ähnlich anständigen Barbiere sehen will. Der Turco unter den Linden weckt weniger den Türken in uns wie ein Besuch am Kottbusser Tor. Die Staatskapelle spielt zur Vorweihnachtszeit mit jener liebenswürdigen Ungenauigkeit, deren Charme über die mittelmäßigen Geigen und Bläser hinwegtröstet. Macht Konzertmeister Batzdorf Urlaub? Hilft er bei den Phiharmonikern aus? Verbringt er seine freien Abende im Berghain? Die Leitung liegt beim anständigen Frizza, einem halbwegs jungen Mann aus Italien, bei dem man sich nicht sicher ist, ob er mit mehr Proben mehr aus Rossinis Musik gemacht hätte.

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Trau nie dem Saisonheft, es sei denn es ist das von letztem Jahr

24 Sonntag Jul 2011

Posted by Schlatz in Christian Thielemann, Mariss Jansons

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Berliner Philharmoniker

Das Saisonheft 2010/11 ist da. Sieht schon besser aus, wenn keine Werbeagentur die Orchestermusiker ins Bild bringt, sondern der gestandene Fotograf Jim Rakete. Aha, das Gruppenbild. Solène Kermarrec guckt, als hätte sie die halbe Nacht im Berghain verbracht. Wenzel Fuchs sieht aus, als wäre er nach dem Berghain noch ins Lido gegangen, um dann in der Maria am Ostbahnhof den neuen Tag zu begrüßen. Andere haben es scheinbar gar nicht mehr zum Termin geschafft oder waren noch weniger vorzeigbar, denn sie sehen aus, als wären sie mit Photoshop nachträglich reinmontiert worden. Ein Mahlerzyklus ist nun nichts Originelles. Wenn schon einen Zyklus, dann Prokofjew, Henze oder Birtwistle. Oder Händel, da hat Rattle doch bestimmt auch einen Draht zu. Naja, aber natürlich wird Mahler unter Rattle hochinteressant. Seit der in jeder Hinsicht erinnerungswürdigen Neunten im Herbst 2007, die Rattle in der Manier eines erregten, panisch die Details ordnenden und fordernden Orchesterleiters, kurz gesagt: in der Manier eines Oliver Kahn in Bestform hingelegt hatte, habe ich so gut wie keine Mahlersinfonie mehr gehört, abgesehen von einer etwas losen, lockeren, etüdenhaften Sechsten von Boulez mit der Staatskapelle. Mein Gefühl sagt mir, dass Rattles Mahler-Vierte und die -Sechste am besten werden. Weiterlesen →

Bernard Haitink Bruckner Sinfonie Nr. 8. Die Achte mit den Berliner Philharmonikern

22 Freitag Jul 2011

Posted by Schlatz in Bernard Haitink, Christian Thielemann

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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker Bernard Haitink Bruckner Sinfonie Nr. 8

Kritik Berliner Philharmoniker & Konzertbericht. Thielemanns erstarrte Achte von Bruckner (Wiener Philharmoniker) noch im Ohr, hörte man die Achte von Bruckner, die Bernard Haitink dirigierte. Das Finale der Achten habe ich trotz seiner Länge nie ohne selbstbeschuldigende Anflüge von Langeweile hinter mich gebracht. Wie dem auch sei, Haitink phrasierte. Haitink setzte sich mit sachlicher Aufmerksamkeit für Bruckner ein. Der erste Satz ist von hörenswerter Konsequenz, der Wille zur Übersicht von schlagender Wirkung. Haitink hält die Mitte zwischen Monumentalarchitekturphotografie, wie sie Christian Thielemann bevorzugt, und subjektiver Vergegenwärtigung, wie sie Barenboim vielleicht am 29. 10. bringen wird.

Haitink gehört wie Boulez zu den sparsam und präzise Zeichen gebenden Dirigenten. Hand rauf, Hand runter, gerader Oberkörper, eine maßvolle Drehung zu den Bässen. Er strahlt freundliche Autorität aus. Aber Autorität. Und jetzt zu den Mankos, die für sich genommen klein, als Summe groß waren. Es fehlen Unruhe der Großformen und Spannung in den Details. Gesetzte Worte statt eines hinreißenden Gefühls, wie ein anderer sagte. Unangreifbar in der Haltung, aber… Haltung macht noch keine Musik. Bruckners Klang sollte eine Dimension des Maßlosen in sich tragen. Haitink setzte… Routine ein. Man wurde das Gefühl nicht los, man befände sich in einem wohlaufgeräumten Wohnzimmer. Haitinks Bruckner: Früheres nicht übersteigend. Konzertkritik: wenn man schon etwas sagen soll, dann etwas wie: von der Wirkung ähnlich neutral wie Haitinks Missa Solemnis im Frühjahr 2007.

Kritik Bernard Haitink: geht besser

Die Wiener Philharmoniker in Berlin: Was es zu Christian Thielemanns Bruckner zu sagen gibt

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Christian Thielemann

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Wiener Philharmoniker

Konzertbericht Christian Thielemann. Die Wiener Philharmoniker waren da. Es war erstaunlich langweilig. Es gibt Stunden, da kommt es einem vor, als spielten die Wiener Philharmoniker ab und an einen Tick Wärme-versessener als die Berliner. Nun sind die Wiener hier, und es gab den einen oder anderen Grund zu äußerst gepflegter Langeweile. Christian Thielemann dirigierte, und man könnte behaupten, es habe an ihm gelegen.

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Gielen, Staatskapelle Berlin, Bruckner 5. Sinfonie: Michael Gielen serviert Thielemann ganz locker ab

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Aribert Reimann, Christian Thielemann, Christine Schäfer, Michael Gielen

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Staatskapelle Berlin

STAATSKAPELLE BERLIN MICHAEL GIELEN CHRISTINE SCHÄFER Reimann Finite Infinity Bruckner Sinfonie Nr. 5

Konzertbericht. Gielen serviert Thielemann in Sachen Bruckner ganz locker ab. Die Achte unter Christian Thielemann mit den Wiener Philharmonikern war von vorne bis hinten eine zähe Sache.  Michael Gielen ist 80, hoffentlich wird er 150. Gielen dirigierte die Fünfte Symphonie Anton Bruckners, deren Mittelsätze Gielen dramatisch und konstruktiv im Sinne einer höchsten Richtigkeit dirigierte. Der langsame Satz gelang zum Heulen schön, langgezogen, auf- und abschwingend, haltlos in seiner exakten, einer unglaublichen Musikalität geschuldeten Haltung. Die Ecksätze hatten nicht ganz die Höhe, die Abläufe kamen heuer mit der Staatskapelle Berlin nicht so souverän wie bei den von den Philharmonikern gebotenen Bruckner-Symphonien. Doch das Finale lebte vom Nachzittern der Mittelsätze. Der Tanzsatz lebte in allen Fasern und kam zäh-elastisch bis in die kleinste Auf- und Abwärtsbewegung rüber. Die Begegnung mit Aribert Reimanns Finite Infinity war eine Wohltat nach den einen leichten Nachgeschmack des Überflüssigen hin und wieder nicht vermeidenden zeitgenössischen Sachen, die Simon Rattle gerne in seine Programme aufnimmt. Christine Schäfer sang… aufopferungsvoll, hochkarätig.

Rattle & Philharmoniker: Bruckner Sinfonie Nr. 4, Schumann Sinfonie Nr. 3

21 Donnerstag Jul 2011

Posted by Schlatz in Christian Thielemann, Simon Rattle

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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker – Simon Rattle: Bruckner Sinfonie Nr. 4, Schumann Sinfonie Nr. 3

Bericht Berliner Philharmoniker. In der ersten Hälfte gab es Robert Schumann Vierte Symphonie, die den gleichen Eindruck wie Beethoven V, 1 machte: abartig tumultuarisch, nicht ganz fassbar, von versessener Eile, mit einem kräftigen Schuss genialer Wirrheit. Simon Rattle live in Reinkultur. In der zweiten Konzerthälfte hörte man die 4. Symphonie Bruckners mit traumhaften, intensiven Stellen in den Binnensätzen, stellenweise grandios im Scherzo, das kaum besser vorzustellen war. Der langsame Satz schien unüberbietbar. Das Scherzo in der lockeren Setzung schon der Anfangstakte, der entzückenden Verdichtung der Horn-Signale, mit einem Nonlegato gespielt, mit einer grandiosen Wärme der melodischen Entwicklung entwickelt, dass es kaum je Besseres gab. Eine derart hinreißend gelockerte Fügung der Orchesterfaktur, eine derart exemplarische Ausgewogenheit von Klang und Struktur hört man selten. Prächtig zergliederte Klangeinheit.
In der kreisenden Intensität des melodischen Fortgangs, in der druchdringenden Phrasierung im zweiten Satz war man schlechthin auf unüberbietbarem Niveau. Wer hörte, wie Christian Thielemann Bruckners 8. versteinerte und Zubin Mehta Mahlers 7. in Aspik legte, nickte mit dem Kopf und brummte Zustimmendes. Im ersten und vierten Satz setzte Simon Rattle auf eine unpathetische Lesart. Kurzum, es waren rattle-typische Ecksätze zu hören. Sich unhierarchisch durchdringender Klang, etwas vorlaute ff, detailreiche Phrasierung, sehr produktive Solostellen, Verwischung der Trennlinien zwischen den thematischen und unthematischen Partien, eine Klangkontinuität, die über die Herrschaft des Taktes hinwegfließt – so in etwa war das. Eine nicht ganz so fein die orchestrale Textur durchleuchtende Interpretation wie von Abbado gewohnt, dafür eine in sozusagen protestantisch willensstarke Durcharbeitung.

Kritik Simon Rattle Bruckner, Schumann: hohe Höhen und tiefe Tiefen in einem Konzert

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