Thielemann und Staatskapelle pflegen Strauss und raren Liszt.
Von den beiden Erstlingswerken unter Liszts immerhin 12 Symphonischen Dichtungen tönt das seltene Ce qu’on entend sur la montagne (Was man auf dem Berge hört, Berg-Symphonie) heute frischer als der bekanntere Tasso. Die Berg-Symphonie wirkt zu Hause auf mp3 sperrig und viel zu lang. Klauwell bemängelte schon 1910 „völlige Formlosigkeit“ und „endlose Wiederkehr der Motive“. Aber im Großen Saal der Staatsoper geht die Exposition runter wie Öl. Die Reprise haut mit genialer Redundanz um. Da türmen sich Themen wie 20 Jahre später bei einer Apotheose vom Bruckner. So ist es: Eine Symphonische Dichtung ist keine Symphonie und funktioniert fundamental anders. So klingt Neues: unberechenbar, bewusst frappierend. Der Verklärungsschluss fordert das Publikum. So applaudiert es leicht ratlos.
Für Liszt hat die Staatskapelle Klangpracht und Eloquenz.
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