Das Violinkonzert von Brahms mit den Berliner Philharmonikern.
Einiges im Kopfsatz, was Janine Jansen spielt, ist komplett prätentiös und theatralisch. Etwa das rhythmische Doppelgriff-Seitenthema, das zweite der lyrischen Themen (Vibrato), oder die wilde Nonen-Stelle in der Durchführung. Hier und in der Kadenz huldigt Jansen unnötiger Egozentrik des Ausdrucks. Aber sonst ist das Spiel mega. Die Phrasierung unheimlich sicher und fantasievoll. Den Beginn der Durchführung nimmt sie ganz frei, ihr Pianissimo trägt selbst im Riesen-Weinberg der Philharmonie. Muss es immer die Kadenz von Joachim sein?

Die geschlagenen zwei Minuten Orchestereinleitung im Adagio stellen – wie die Einleitung des langsames Satzes im 2. Klavierkonzert, das Bronfman beim RSB spielen wird – eines der Paradebeispiele eines peniblen norddeutsch-protestantischen Sentimentalismus dar. Frau Jansen spielt traumhaft.
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