Die Philharmoniker-Saison beginnt für mich mit Petrenko, Brahms und einem Isländer.
Der Isländer heißt Víkingur Ólafsson. Laut RBB ist Ólafsson ein „absoluter Weltklasse-Spitzenpianist“. Er spielt das Klavierkonzert Nr. 1 enorm abgeklärt, Lyrisches hat eine Prise Kalkül. Manches ist unsensibel gegenüber Dynamik (Oktaven Durchführungsbeginn). Andererseits ist Ólafsson traumhaft sicher, was Proportionen, Tempo, natürlich auch technisches Niveau angeht. Nichts tönt banal. An geschliffener Gewitztheit des Anschlags dürfte er so ziemlich jeden Konkurrenten derzeit überragen. Spielend besteht sein Spiel gegen die Berliner. Was stört? Sein Brahms klingt nicht nach oh mon amour, sondern nach App-basierter situationship. Die Kadenzen kräuseln sich aseptisch, die Reprise im Adagio spielt der Isländer – natürlich nur scheinbar – unbeteiligt runter. Sehr gut das Finale. Da ist auch das Zusammenspiel mit dem Orchester brillant.
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