Ein wenig ergiebiges Konzert mit Emelyanychew beim DSO.
Energisch, ohne Streicher-Vibrato ertönt Beethovens Sinfonie Nr. 2. Dazu kommt in der Philharmonie eine schneidige Kammerorchester-Attitüde, man setzt auf ausgedünnte Orchestergruppen und pfeilschnelles Tempo. Viel Orchesterschläge, wenig organisches Fließen – und alles Taktstock-los. Will heißen: Ruppigkeit ohne Wenn und Aber. Dumm nur, die Orchesterschläge tönen unangenehm belehrend. Ihr kernhaft festes Krachen ist im Sekundentakt zu hören. Krächz-Schrappel-Wumms. Krächz-Schrappel-Wumms.
Dabei geht bei op. 36 so ziemlich jede Fähigkeit zu weiträumigem Spannungs-Fluktuieren verloren. Ist halt blöd, wenn die Musiker bereits in der Exposition pausenlos zum Thrill-Maximum gedroschen werden. Und wenige Minuten später die markanten Motivgestalten in Durchführung und Reprise in mechanistischem Dauer-Hecheln eingeebnet werden. Das ergibt null gestufte Zeitgestaltung, das ist verblüffend unsensibel gegen die individuelle thematische Prägung.
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