Ein Berliner Liederabend, aber keiner wie sonst.
Dabei lief nicht alles glatt.

Debussys Bilitis-Lieder, formvollendet und von impressionistischer Vieldeutigkeit, klingen vielleicht zu sehr um die dunkel leuchtende Stimme der Joyce DiDonato zentriert. Ich denke bei diesem Soft-Porno in Liedform immer an pädophile Tendenzen innerhalb der französischen Intelligenzia („Er war 50, sie war 14…“).
Weniger überzeugend die Fünf Lieder Alma Mahlers, in denen DiDonato kaum als Interpretin zu greifen ist. Die US-Amerikanerin gibt subtil klangwogende Feinzeichnung (Bei dir ist es traut). Ich wünschte mir einen Zugang über die Dehmel-, Rilke-, Bierbaum-Texte. Ihr Deutsch klingt wie eine Wollsocke nach dem Kochwaschgang. Mehr Artikulation wagen. Übrigens, muss man Mahler zehn Mal hören, um diese Lieder zu schätzen?

Hinreißend aber, wie bei Enrique Granados‘ La Maja dolorosa aus Volksliedton theatralische Raffinesse wird. Die Klangmischungen der Stimme sind hier magisch. Die Stimmung hellt sich sukzessive auf. ¡Oh muerte cruel! ist Todesklage, ¡Ay majo de mi vida! zeigt Anzeichen posttraumatischer Munterkeit, und De aquel majo amante (mit dieser Bruststimme kommst du in jeden Club) ist die spanische Version von Zeit heilt die Wunden.
Und all das funkelt, hat Show und Charme, ist erfüllt von vokaler Superklasse. Etwas gewöhnungsbedürftig das Einstreuen virbatoloser Töne. Außerordentlich die Tonqualität in allen Lagen, das Forte ist kraftvoll, das Piano schwelgerisch, das Legato kokett.

Dann Jake Heggies Camille-Claudel-Zyklus Into the Fire (2012), dessen Attraktivität auch der Persönlichkeit Claudels geschuldet sein dürfte. Und der Ausstrahlung und packenden Intensität der Künstlerin. Am schönsten das einfache La petite châtelaine.
Craig Terry spielt sauber, flink, geschmeidig, immer in interpretatorischer Tuchfühlung mit seiner Solistin.
Die Zugaben: L’amour est un oiseau, so anspielungsreich, wie es in der Oper unmöglich ist, Morte col fiero aspetto aus Hasses Antonio e Cleopatra (und nicht, wie Büning sagt, Händel), I’ll be home for Christmas, burschikos und intim, Over the rainbow, Voi che sapete mit einigen Freiheiten, und bei I love a piano sind Künstlerin und Saal endgültig außer Rand und Band.
Ein Liederabend der Superklasse.
Schlatz, Sie werden doch nicht, wie ich, mit 16, diese Filme,
also nein
Und wieso hat der Debussy die auch schon gekannt ?
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Na klasse! Die Berliner verkaufen zum x-ten Mal kein Podium, weil noch Restkarten da sind. Denkt die Berlin Phil, dass ich mir jetzt auf einmal doch die Karte für 106 Euro kaufe? Nein danke.
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Altes Problem. Vielleicht klappts ja noch! Viel Spaß in diesem Fall.
Konzert wär eher nichts für mich, weil ich grad нічого російського höre, und statt Don Juan hätts halt auch Smetanas Richard III oder Goldmarks Penthesilea sein können.
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Heute war es dann ausverkauft. War jemand? Wurde Podium verkauft?
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Hab gestern Unter den Linden von jemandem gehört, dass es am Samstag definitiv kein Podium gab
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Es gibt offenbar nichts auf CD oder YT von Pape als Wotan vom Schillertheater-Ring. Hätte Lust ihn von damals zu hören, wenn auch Wotan nicht seine Paraderolle war.
Wenn die Erinnerung nicht trügt, klingt er auf CD (2010) zahmer, als er live klang.
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Hab sein Debut als Gurnemanz an der Met gesehn. War schon was, in punkto Textdeklamation und Sonorität. Vor allem aber blieb Domingo im Gedächtnis, der stürmte auf die Bühne (ich schreite kaum) und ergriff das Szepter der Kontrolle. Vielleicht hatte er grad eine nette Choristin gev… und gab die Stimmung ans Publikum weiter.
Wer von euch ohne Fehler ist oder sowas, steht schon in der Bibel.
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Geh, ist das super. Flotow Klavierkonzerte. Ich weiß, was ich über Weihnachten hör (außer in möglichst viele Barbiere von Sevilla reinhören)
https://www.rbb-online.de/rbbkultur/themen/musik/rezensionen/cd/2023/12/friedrich-von-flotow-klavierkonzerte-und-ouvertueren.html
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hat eine gewisse Ähnlichkeit mit KV 595, die ich mal mit dem Gulda zusammen über Kopfhörer gespielt hab
Martha Argerich war seine einzige Schülerin, drunter machte der’s nicht
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egal : hab mir grad ein „audio interface“ für meinen Computer gekauft, und der Gewinn an Klangqualität ist phänomenal
das ist sowas wie eine externe Soundkarte, weil die eingebauten meistens schlecht sind
wenn Sie also alle Musik der Welt so gut hören wollen wie nie zuvor, kaufen Sie sich sowas :
https://www.thomann.de/de/focusrite_scarlett_solo_4th_gen.htm
Superklasse für nicht viel Geld, man glaubt es nicht. Natürlich braucht man eine gute Quelle wie Amazon oder Apple Music oder auch idagio, aber es klingt besser als jeder normale CD-Player früher. Auf einmal macht es Spaß, auch für Flotow.
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